Anleitung für eine gehäkelte Decke

Anleitung für eine gehäkelte Decke 

Es ist noch gar nicht so lange her, als Handarbeiten ein fester Bestandteil auf dem Stundenplan in jeder Schule waren. Dann folgte eine Zeit, in der das Stricken, Häkeln, Nähen und Sticken eher belächelt wurde und als ziemlich out galt. Dies hat sich nun wieder geändert.

Ob es daran liegt, dass Handarbeiten ähnlich entspannend wirken sollen wie Yoga und andere Wellnessanwendungen, dass sich selbst große Hollywood-Stars strickend und häkelnd in der Öffentlichkeit zeigen oder dass individuelle, liebevoll gefertigte DIY-Arbeiten im Trend liegen, sei dahingestellt. 

 

Jedenfalls entdecken immer mehr die guten alten Handarbeiten als Hobby für sich wieder und in praktisch jeder Stadt hat mittlerweile mindestens ein Handarbeits-Café eröffnet. Sogar einen neuen Namen hat der Trend bekommen, Handarbeiten heißt heute nämlich neudeutsch “Crafting”. Das Häkeln ist dabei ideal für diejenigen geeignet, die ihre ersten Gehversuche mit Wolle und Nadel machen und nicht gleich mit zwei Stricknadeln einsteigen möchten. 

Ein ideales Projekt für Häkelneulinge ist dann auch die Decke, die die folgende Anleitung vorstellt. Um die kuschelige Decke anzufertigen, werden lediglich eine Häkelnadel und Wolle benötigt. Ob dabei nur eine Wollsorte verarbeitet wird oder ob es eine farbenfrohe Decke werden soll, bei der auch Wollreste Verwendung finden können, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.  

Die Anleitung für eine gehäkelte Decke

Die Decke besteht aus mehreren einzelnen Quadraten, die später dann zur fertigen Decke zusammengesetzt werden. Die Anzahl und die Größe der Quadrate hängt davon ab, wie groß die Decke werden soll, und kann selbst bestimmt werden. Gearbeitet wird die Decke aus Luftmaschen und aus festen Maschen. Damit die Decke etwas pfiffiger aussieht, werden die Quadrate aber nicht alle gleich, sondern in drei verschiedenen Varianten gehäkelt: 

1. Schlichte Reihen

Ein Drittel der Quadrate wird ganz einfach in Reihen aus festen Maschen gehäkelt. Dazu werden zunächst so viele Luftmaschen angeschlagen, wie für die gewünschte Kantenlänge notwendig sind. Anschließend geht es in Reihen hin und her. Dabei wird in jede Masche eine feste Masche gehäkelt. Eine Luftmasche am Anfang jeder Reihe sorgt dafür, dass die erforderliche Höhe erreicht wird. 

2. Muster im rechten Winkel

Auch diese Quadrate werden in Reihen und mit festen Maschen gehäkelt und es wird wieder mit einer Luftmaschenkette begonnen. Wichtig ist aber, dass dieses Mal eine ungerade Anzahl an Luftmaschen angeschlagen wird. Wurden bei den schlichten Quadraten beispielsweise 40 Maschen angeschlagen, besteht die Luftmaschenkette nun aus 39 oder 41 Luftmaschen, wenn die Quadrate in etwa die gleiche Größe haben sollen. Bevor nun das Häkeln beginnt, wird noch die mittlere Masche markiert.

Dann geht es mit festen Maschen in Reihen hin und her. Im Unterschied zu den schlichten Quadraten werden jetzt aber in jeder Reihe die drei mittleren Maschen, also die Mittelmasche und jeweils die Masche rechts und links davon, zusammengehäkelt.

Dafür wird die Häkelnadel in die drei Mittelmaschen der Vorreihe eingestochen und der Faden nach vorne geholt. Anschließend wird der Faden auf einmal durch alle vier Schlingen, die sich jetzt auf der Häkelnadel befinden, gezogen. Danach sollte dann wieder nur noch eine Schlinge auf der Häkelnadel vorhanden sein. Dadurch ergibt sich ein Muster im rechten Winkel. Auf diese Weise wird nun weitergearbeitet, bis das jeweilige Quadrat die gewünschte Größe erreicht hat, wobei auch hier wieder die fehlende Höhe durch eine Luftmasche zu Beginn jeder Reihe ausgeglichen wird. 

3. Muster mit zwei Diagonalen

Diese Quadrate werden von der Mitte aus nach außen hin gehäkelt. Den Ausgangspunkt bildet dabei ein Fadenring. Für den Fadenring wird ein Stück Garn abgeschnitten und so zu einem Kreis gelegt, dass sich die beiden Enden oben mittig kreuzen. Dieser Fadenring wird nun mit insgesamt acht Maschen umhäkelt. Bei den Maschen handelt es sich um vier feste Maschen und vier Luftmaschen, die jeweils abwechselnd gehäkelt werden.

Begonnen wird dabei mit einer festen Masche, geendet mit einer Luftmasche. Ist die erste Runde fertig, wird der Fadenring fest zusammengezogen und eventuell mit einem Knoten gesichert. Die Runde wird mit einer Kettmasche geschlossen. Ab jetzt wird reihum gehäkelt und in jeder der folgenden Runden werden in den vier Ecken neue Masche zugenommen.

Dazu werden jeweils in die Luftmasche der Vorrunde eine feste Masche, zwei Luftmaschen und eine weitere feste Masche gehäkelt. Die Maschen an den Kanten zwischen den Ecken werden ganz normal als feste Maschen gearbeitet. Dies wird solange fortgesetzt, bis das Quadrat die gewünschte Größe erreicht hat. Sind alle Quadrate fertig, werden sie zu einer Decke miteinander verbunden. Dazu werden die beiden ersten Quadrate mit den Vorderseiten aufeinandergelegt.

Anschließend wird die Häkelnadel durch die erste Randmasche der beiden Quadrate gestochen, der Faden nach vorne geholt und durch die beiden Schlingen auf der Nadel gezogen. Anschließend wird in die nächsten Randmaschen eingestochen, der Faden wieder durchgezogen und immer so weiter. Auf diese Weise werden alle Quadrate nach und nach miteinander verbunden.

Wer möchte, kann die Quadrate aber auch erst mit zwei Reihen aus festen Maschen in einer Kontrastfarbe umhäkeln und danach dann miteinander verbinden. Außerdem ist natürlich möglich, die einzelnen Häkelquadrate zusammenzunähen.

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