Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen Fadenring

Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen Fadenring

In vielen Anleitungen ist zu lesen, dass die Anfangsmaschen in einen Fadenring gehäkelt werden sollen. Was es damit auf sich hat und wie ein Fadenring funktioniert, erklärt diese Schritt-für-Schritt-Anleitung!

Normalerweise beginnt eine Häkelarbeit damit, dass eine Kette aus Luftmaschen angeschlagen wird. Wird in Reihen gehäkelt, muss die Luftmaschenkette so lang sein, dass sie der gewünschten Breite der Häkelarbeit entspricht. Anschließend geht es immer in Reihen hin und zurück.

Wird in Runden gearbeitet, werden meist nur wenige Luftmaschen angeschlagen. In die erste Luftmasche wird dann eine Kettmasche gehäkelt. Dadurch schließt sich die kurze Luftmaschenkette zu einem Kreis. Eine Alternative hierzu ist ein sogenannter Fadenring.

Ein Fadenring ist eine Schlaufe aus Garn, die mit Maschen umhäkelt wird. Durch das Zusammenziehen der Schlaufe bilden die gehäkelten Anfangsmaschen einen geschlossenen Kreis.

 

Wann kann eine Häkelarbeit mit einem Fadenring begonnen werden?

Ein Fadenring eignet sich immer dann, wenn eine Häkelarbeit mit einem geschlossenen Kreis beginnt. Topflappen, Tischsets, Kissenhüllen, Häkelmützen oder auch Häkelblüten sind Beispiele für solche Häkelarbeiten. Anstelle einer Luftmaschenkette, die mit einer Kettmasche zum Kreis geschlossen wird, wird die benötigte Zahl an Anfangsmaschen in den Fadenring gehäkelt.

Anschließend wird der Fadenring zusammengezogen. Der große Vorteil vom Fadenring ist, dass in der Mitte kein Loch entsteht. Stattdessen bilden die gehäkelten Anfangsmaschen automatisch einen geschlossenen Kreis. Wie viele Anfangsmaschen gehäkelt werden, spielt dabei keine Rolle.

Mit vier oder sechs Anfangsmaschen funktioniert ein Fadenring also genauso wie mit acht, zwölf oder noch mehr Anfangsmaschen. Ebenso macht es keinen Unterschied, ob die Häkelarbeit im weiteren Verlauf rund oder mit vier Ecken ausgearbeitet wird.

 

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen Fadenring

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Fadenring gehäkelt werden kann. Und letztlich muss jeder für sich selbst ausprobieren, mit welcher Methode er am besten zurechtkommt. Wir möchten eine Variante vorstellen, die auch Anfängern keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten sollte.

Dabei wird der Fadenring wie folgt gehäkelt:

 

1.

Zuerst wird mit dem Garn eine Schlaufe gebildet. Dazu wird das Garn so hingelegt, dass der Arbeitsfaden von oben nach unten verläuft. Dann wird das Ende des Garns gegen den Uhrzeigersinn zu einer Schlaufe geformt und auf dem Arbeitsfaden abgelegt. Die beiden Fäden kreuzen sich nun auf der linken Seite und das Garnende zeigt nach unten.

[Fadenring]

Wie groß die Schlaufe ist, spielt keine Rolle, denn sie wird später sowieso zusammengezogen. Damit die Maschen gut aufgehäkelt werden können, bietet es sich aber an, die Schlaufe lieber etwas größer zu formen.

 

2.

Jetzt beginnt das Häkeln. Dafür wird die Häkelnadel durch die Schlaufe gesteckt. Dann wird der Arbeitsfaden von hinten nach vorne durch die Schlaufe geholt. Damit sich die Schlaufe nicht öffnet, wird die Stelle, an der sich die beiden Fäden kreuzen, zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger festgehalten.

 

3.

Jetzt muss der Arbeitsfaden mithilfe der Häkelnadel ein zweites Mal geholt und durch die Schlaufe, die auf der Häkelnadel liegt, gezogen werden.

Ideal dabei ist, wenn die erste Schlaufe auf der Häkelnadel währenddessen zwischen dem Zeige- und dem Mittelfinger fixiert werden kann. Dadurch ist nämlich sichergestellt, dass sich nichts löst. Allerdings ist das Festklemmen der Fäden zwischen den Fingern eine kleine Fummelei und auch ein wenig Übungssache. Wenn es nicht klappen will, kann der Fadenring auf dem Tisch abgelegt werden. Anschließend werden die Fäden an der Stelle, an der sie sich berühren, mit dem Daumen und dem Zeigefinger festgehalten. Wichtig ist aber, darauf zu achten, dass der Arbeitsfaden weiterhin nach oben verläuft.

Nachdem der Arbeitsfaden also ein zweites Mal geholt und durch die Schlinge auf der Häkelnadel gezogen wurde, muss die Masche nur noch zusammengezogen werden. Dazu wird vorsichtig am Arbeitsfaden und am Kreisfaden gezogen. Damit liegt nun die eigentliche Anfangsmasche auf der Häkelnadel.

 

4.

Um den Fadenring können jetzt so viele Maschen gehäkelt werden wie gewünscht oder wie in der jeweiligen Anleitung vorgegeben. Um eine Masche zu häkeln, werden der Fadenring und der Anfangsfaden mit dem Daumen und dem Zeigefinger festgehalten. Dann wird der Arbeitsfaden mit der Häkelnadel unter diesen beiden Fäden hindurch als Schlinge geholt. Wie es weitergeht, hängt davon ab, welche Maschenart gearbeitet wird. Soll es beispielsweise eine feste Masche werden, wird der Arbeitsfaden ein weiteres Mal geholt und durch die beiden Schlingen auf der Häkelnadel gezogen.

 

5.

Ist die benötigte Maschenzahl vorhanden, wird der Fadenring zusammengezogen. Dazu wird behutsam am Anfangsfaden gezogen. Dadurch schließt sich der Kreis und eine kreisrunde Häkelarbeit ohne Loch in der Mitte entsteht.

Um die erste Runde zu beenden, wird eine Kettmasche in die erste Masche gehäkelt. Danach wird in Runden weitergearbeitet. Dabei beginnt jede Runde mit Luftmaschen, die als Übergangsmaschen dienen und für den notwendigen Höhenausgleich sorgen. Wie viele Luftmaschen benötigt werden, hängt von der Maschenart ab. Bei festen Maschen werden üblicherweise zwei Übergangsluftmaschen gehäkelt, bei halben Stäbchen sind es drei. Genaue Angaben dazu stehen aber immer in der Häkelanleitung.

Wie erwähnt, ist der Fadenring eine gute Alternative zur Luftmaschenkette, die mit einer Kettmasche zum Kreis geschlossen wird. Denn beim Fadenring gibt es kein Loch in der Mitte. Wer den Dreh einmal raus hat, kann mit dem Fadenring genauso gut und schnell seine Anschlagsreihe arbeiten wie bei einem Maschenanschlag mit der klassischen Luftmaschenkette.

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