Anleitung: Kugeln häkeln und filzen

Anleitung: Kugeln häkeln und filzen

Bei Handarbeiten bleiben oft kleinere oder größere Wollreste übrig. Früher oder später stellt sich dann die Frage, was aus diesen Resten werden soll. Socken, Schals, Mützen und ähnliche Dinge in einem bunten Streifenmuster sind schließlich nicht jedermanns Geschmack. In dieser Anleitung zeigen wir eine Idee für die Verwertung von Garnresten. Wir häkeln nämlich kleine Kugeln, die anschließend verfilzt werden. Die Filzkugeln können dann sehr vielseitig zum Einsatz kommen, so zum Beispiel als originelle Deko, als Anhänger am Tannenbaum, für ein Mobile oder auch als Katzenspielzeug.

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Anleitung Kugeln häkeln und filzen

Die Materialien für gehäkelte Filzkugeln

Im Fachhandel ist sogenannte Filzwolle erhältlich. Sie macht das Filzen später sehr einfach, ist aber nicht unbedingt notwendig. Denn auch herkömmliche Wolle funktioniert gut. Wichtig ist nur, dass das Garn tatsächlich aus echter Wolle besteht. Pflanzliche und synthetische Fasern wie Baumwolle oder Acryl lassen sich nicht filzen.

Außerdem sollte die Wolle für Handwäsche bestimmt sein. Wolle, die ganz normal in der Waschmaschine gewaschen kann oder mit Hinweisen wie „Superwash“ oder „filzfrei“ gekennzeichnet ist, eignet sich nicht. Denn solche Garne sind speziell vorbehandelt, damit sie gerade nicht verfilzen.

Für die Kugeln wird folgendes benötigt:

  • Wolle oder Filzwolle

  • Häkelnadel; am besten eine Nummer kleiner als auf der Banderole empfohlen, damit ein dichtes Gewebe entsteht

  • Schere

  • Kernseife am Stück und Schüssel mit heißem Wasser fürs Filzen

Kugeln häkeln und filzen – so geht’s

Für die Filzkugeln werden zunächst Kugeln gehäkelt. Dabei macht es nichts, wenn die Kugeln nicht gleichmäßig werden. Kurze Wollreste können einfach zu einem langen Faden zusammengeknotet werden.

Denn ihre endgültige Form erhalten die Kugeln ohnehin erst beim Filzen und die Knoten sind dann nicht mehr zu sehen. Das Filzen selbst ist sehr einfach und macht Spaß. Deshalb eignet sich das Projekt auch prima für einen Bastelnachmittag mit Kindern.

Die Wollkugeln häkeln

Die Kugeln werden in einfachen Spiralrunden aus festen Maschen gearbeitet. Es müssen also keine Luft- und Kettmaschen am Übergang zwischen zwei Runden gehäkelt werden. Stattdessen geht es einfach immer nur um Kreis herum.

  • Zunächst eine Anfangsschlaufe bilden und drei Luftmaschen häkeln.

  • Gleich in der ersten Runde werden die Maschen verdoppelt. Dazu in die erste Luftmasche einstechen und eine feste Masche häkeln. Anschließend noch einmal in dieselbe Masche einstechen und eine zweite feste Masche arbeiten. Das Ganze mit den beiden anderen Luftmaschen wiederholen = 6 feste Maschen.

  • Nun zwei weitere Runden häkeln und auch hier wieder alle Maschen verdoppeln. Nach der dritten Runde sind so 18 Maschen vorhanden.

  • Dann folgt eine Runde ohne Zunahmen. In jede Masche der Vorrunde wird also eine feste Masche gehäkelt. Diese Runde ergibt die Mitte der Kugel.

  • Ab der nächsten Runde werden die Maschen wieder abgenommen. Dafür wird jeweils nur in jede zweite Masche eingestochen und eine feste Masche gehäkelt. Die Maschen dazwischen werden einfach ausgelassen.

  • Nach den Abnahmen sind nur noch die drei Maschen vom Anfang übrig und die Kugel ist fast verschlossen. Dann den Faden abschneiden und durch die Schlinge ziehen.

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Soll die Wollkugel etwas größer werden, werden eine oder zwei Runden mit Zunahmen hinzugefügt. Dabei werden dann aber nicht mehr alle Maschen, sondern nur jede zweite Masche verdoppelt. Nach der mittleren Runde ohne Zunahmen erfolgen die Abnahmen in umgekehrter Reihenfolge. Zunächst werden also zwei Maschen gehäkelt und eine Masche übersprungen, danach wird dann jede zweite Masche ausgelassen.

Die Wollkugel ausstopfen

Ist die Kugel fertig gehäkelt, muss sie ausgestopft werden. Dazu können weitere Wollreste verwendet werden. Auch der Anfangs- und der Endfaden werden einfach in die Kugel hineingestopft.

Es ist nicht notwendig, die kleinen Öffnungen oben und unten zu vernähen. Beim Filzen entsteht ein geschlossenes Gewebe und die Öffnungen verschwinden von selbst.

Hinweis:

Kugeln, deren Durchmesser größer ist als fünf Zentimeter, lassen sich von Hand nur schwer komplett verfilzen. Wer größere Filzkugeln anfertigen möchte, sollte deshalb besser einen harten Kern in die Kugeln einarbeiten. Das kann zum Beispiel eine Plastik- oder Styroporkugel sein, die mit Wolle umwickelt ist.

Die gehäkelte Kugel filzen

Um die Kugeln zu filzen, wird eine Schüssel mit warmem Wasser befüllt. Das Wasser sollte möglichst heiß sein, die Hände aber selbstverständlich nicht verbrühen.

Dann wird eine Kugel in das Wasser getaucht, bis sie gut durchfeuchtet ist. Anschließend die Kugel wieder aus dem Wasser nehmen und etwas ausdrücken. Nun mit der feuchten Wollkugel rundherum einige Male über die Kernseife reiben.

Die Kugel jetzt zwischen den Händen hin und her rollen, ähnlich wie beim Formen von Klößen. Dabei zu Beginn behutsam vorgehen und keinen Druck ausüben. Je fester die Kugel wird, desto stärker kann der Druck werden. Nach einiger Zeit ist die Kugel so fest, dass sie geknetet und gedrückt werden kann, damit auch der Kern verfilzt.

Zwischendurch die Kugel ruhig immer mal wieder in das warme Wasser tauchen und bei Bedarf erneut über die Seife reiben. Ist eine gleichmäßige Oberfläche ohne sichtbare Maschen entstanden und fühlt sich die Kugel durchgehend hart an, ist sie fertig.

Dann kann die Filzkugel in kaltem Wasser gründlich ausgespült werden. Etwas Essig beim letzten Spülgang frischt die Wollfasern auf und pflegt nebenbei auch die Hände.

Die gehäkelten Filzkugeln verwenden

Nachdem die fertigen Filzkugeln getrocknet sind, können sie wie gewünscht zum Einsatz kommen. Eine Möglichkeit dabei ist, sie in einer Schale zu drapieren und als Deko auf den Tisch zu stellen.

Sollen die Kugeln zu Anhängern werden, einen Faden doppelt legen, in eine robuste Nadel einfädeln und durch die Kugel stechen. So entsteht oben eine Schlaufe, unten kann der Faden mit einem dicken Knoten gesichert werden.

Möglich ist natürlich auch, am unteren Ende des Fadens Perlen, Federn oder andere Elemente zu befestigen. Die Anhänger können dann den Tannenbaum schmücken, als Mobile im Fenster hängen oder zu originellen Geschenkanhängern werden.

Als Katzenspielzeug sind die Filzkugeln ebenfalls gut geeignet. Daneben können kleine Kugeln zu ausgefallenen Perlenketten oder Schlüsselanhängern verarbeitet werden.

Auf einen Haarreifen oder eine Haarspange aufgeklebt, entsteht ein witziger Haarschmuck. Wer die Geduld aufbringt und sehr viele Filzkugeln anfertigt, kann sie außerdem zu Untersetzern oder sogar einem Teppich verbinden.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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