Anleitung: Teppich, Kissen oder Decke aus gehäkelten Kreisen

Anleitung: Teppich, Kissen oder Decke aus gehäkelten Kreisen

 

Von Häkelarbeiten bleiben immer mal wieder kleinere oder größere Garnreste übrig. Manchmal findet sich in Handarbeits- und Bastelläden auch ein Restposten mit Garn, das toll aussieht, von der Menge her aber für ein Häkelprojekt nicht ausreicht.

Eine prima Idee, was aus solchen Resten angefertigt werden kann, stellt die folgende Anleitung vor. Dabei werden viele Kreise gehäkelt, die anschließend zusammengenäht werden. So entsteht ein Teppich, ein Kissen oder eine Decke in einer wunderbar kreativen und fröhlichen Optik. Wer etwas kleiner anfangen will, kann aus den Kreisen aber zunächst auch nur einen Tischläufer oder Platzsets häkeln.

Hier also die Anleitung für dekorative Heimtextilien aus gehäkelten Kreisen:

Die Maschen für die gehäkelten Kreise

Die Häkelkreise in dieser Anleitung werden aus halben Stäbchen gehäkelt. Halbe Stäbchen erinnern optisch ein wenig an feste Maschen, das Gewebe wird aber nicht ganz so fest und das Muster sieht eleganter aus. Von der Höhe her sind halbe Stäbchen höher als feste Maschen und niedriger als Stäbchen. Neben halben Stäbchen werden für die Häkelkreise Luftmaschen und Kettmaschen benötigt.

Diese drei Maschenarten werden wie folgt gehäkelt:

· Luftmaschen: Für die erste Luftmasche wird der Faden zu einer Schlinge gelegt. Dann wird die Häkelnadel durch die Schlinge gestochen, der Faden mit dem Köpfchen der Häkelnadel erfasst und durch die Schlinge hindurch nach vorne geholt. Dadurch hat sich eine neue Schlinge gebildet und die erste Luftmasche ist fertig. Für die nächste und alle weiteren Luftmaschen wird immer der Faden durch die jeweilige Schlinge gezogen.

· Kettmaschen: Eine Kettmasche wird im Prinzip genauso gehäkelt wie eine Luftmasche. Die Häkelnadel wird in die Masche der Vorreihe eingestochen. Anschließend wird der Faden nach vorne geholt und durch die Schlinge auf der Häkelnadel gezogen.

· Halbe Stäbchen: Der Anfang bei einem halben Stäbchen ist genauso wie bei einem normalen, ganzen Stäbchen. Auf der Häkelnadel befindet sich die Arbeitsschlinge. Dann wird der Faden einmal um die Häkelnadel geschlungen. Mit dem Umschlag liegen jetzt zwei Schlingen auf der Häkelnadel. Nun wird die Häkelnadel durch die Masche der Vorreihe gestochen und der Faden als Schlinge nach vorne geholt. Somit liegen jetzt drei Schlingen auf der Häkelnadel.

Dann wird der Arbeitsfaden durch alle drei Schlingen auf einmal gezogen. Danach befindet sich wieder nur noch eine Schlinge, die Arbeitsschlinge, auf der Häkelnadel. Damit ist das halbe Stäbchen fertig. Wer keine halben Stäbchen häkeln möchte, kann die Kreise aber natürlich auch mit festen Maschen, mit Stäbchen, mit Doppelstäbchen oder mit anderen Häkelmaschen anfertigen.

Genauso ist möglich, die einzelnen Kreise mit verschiedenen Maschenarten zu arbeiten oder die Häkelmuster auch innerhalb der Kreise abzuwechseln.

Die Kreise häkeln – so geht’s

Die Häkelkreise werden einzelnen gearbeitet und erst später zusammengesetzt. Dabei wird ein Häkelkreis wie gefolgt gehäkelt:

· Zuerst werden vier Luftmaschen angeschlagen.

· Nach der vierten Luftmasche wird die Häkelnadel durch die erste Luftmasche gestochen. Dann wird der Faden erfasst und auf einmal durch die Luftmasche und die Schlinge auf der Häkelnadel gezogen. Durch diese Kettmasche haben sich die Luftmaschen zu einem kleinen Ring geschlossen.

· Die erste Runde beginnt mit einer Luftmasche. Danach werden sieben halbe Stäbchen in den Luftmaschenring gehäkelt. Um die erste Runde abzuschließen, wird eine Kettmasche in die Anfangs-Luftmasche gehäkelt.

· Die zweite Runde beginnt wieder mit einer Luftmasche. Anschließend wird die Maschenzahl verdoppelt. Dafür werden in jedes halbe Stäbchen der Vorrunde zwei halbe Stäbchen gehäkelt. Die zweite Runde endet mit einer Kettmasche in die Anfangs-Luftmasche.

· Die dritte Runde wird genauso gearbeitet wie die zweite Runde. Auch hier wird also mit einer Luftmasche begonnen, dann werden in jedes halbe Stäbchen der Vorrunde zwei halbe Stäbchen gehäkelt und zum Schluss folgt eine Kettmasche in die Anfangs-Luftmasche.

· Hat der Kreis schon jetzt die gewünschte Größe fast erreicht, wird eine Runde über alle Maschen gehäkelt. Es werden also eine Luftmasche, 28 halbe Stäbchen und eine Kettmasche als Abschluss gehäkelt. Soll der Kreis größer werden, werden in dieser vierten und allen weiteren Runden jeweils sieben halbe Stäbchen pro Runde zugenommen. Dabei nicht vergessen, die Runden immer mit einer Luftmasche zu beginnen und einer Kettmasche zu beenden. In der letzten Runde wird einmal über alle Maschen gehäkelt.

· Ist der Kreis fertig, kann der Faden abgeschnitten werden. Dabei sollte der Faden aber ruhig recht großzügig abgeschnitten werden, denn dieser Faden wird später fürs Zusammennähen verwendet. Dann wird noch der Anfangsfaden ordentlich vernäht.

Nach diesem Schema werden auch alle anderen Kreise gehäkelt. Die Anzahl der Kreise hängt davon ab, was aus den Kreisen entstehen und wie groß die fertige Häkelarbeit werden soll. Das Schöne an dieser Häkelidee ist aber, dass die fertige Häkelarbeit jederzeit um zusätzliche Kreise erweitert werden kann. Was beispielsweise als Schal oder Tischläufer begann, kann später zu einer Decke oder einem großen Teppich werden.

Die Häkelarbeit fertig stellen

Um die einzelnen Häkelkreise zum Gesamtwerk zusammenzusetzen, wird zunächst der Kreis ausgewählt, der die Mitte bilden soll. Um diesen Kreis herum werden sechs Häkelkreise festgenäht. Für die nächste Kreisreihe werden noch einmal sechs Kreise an den eben angenähten Kreisen befestigt.

Die Zwischenräume, die dadurch entstanden sind, werden mit je einem Häkelkreis ausgefüllt. Bei der dritten und allen folgenden Kreisreihen geht es nach dem gleichen Prinzip weiter. Zuerst werden also Kreise an die zuvor angenähten Kreise angesetzt.

Anschließend werden die Zwischenräume mit Häkelkreisen ausgefüllt. Dabei erhöht sich nach jeder Reihe die Anzahl an Kreisen, die benötigt werden, um die Zwischenräume zu füllen. Nach der dritten Kreisreihe kommen also jeweils drei, nach der vierten Kreisreihe jeweils vier Häkelkreise in die leeren Flächen. Nach und nach entsteht so das fertige Häkelwerk.

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