Babymütze häkeln – so geht’s

Babymütze häkeln – so geht’s

Ob als Sonnenschutz im Sommer, als wärmende Kopfbedeckung in der kalten Jahreszeit oder einfach nur als kuscheliges Accessoire: Mützen gehören ohne Frage zur Grundausstattung für Babys. Besonders schön ist es natürlich, wenn solche Mützen auch noch in liebevoller Handarbeit entstanden sind.

Babymütze

Und wie es geht, erklären wir in unserer Anleitung für eine gehäkelte Babymütze!

 

Babymütze häkeln – das wird benötigt

Gerade bei einer Babymütze ist sehr wichtig, dass sie schön weich und zart ist. Sie sollte angenehm auf der Haut sein, darf aber auf keinen Fall kratzen oder jucken. Außerdem sollte das Garn speichelecht und in der Waschmaschine waschbar sein. Viele Hersteller haben spezielle Babywolle im Programm. Sie besteht aus Merinowolle, Baumwolle oder auch Mischgewebe.

Babywolle ist immer hautverträglich und speichelecht. Aber natürlich muss es nicht unbedingt eine Babywolle sein. Wichtig ist eben nur, dass das Garn kuschelig weich und für die zarte Babyhaut geeignet ist. Diese Kriterien kann beispielsweise auch eine hochwertige Sockenwolle erfüllen. Ratsam ist aber, ein eher dünnes Garn auszusuchen. Denn bei einem dicken Garn könnte die Babymütze zu kompakt werden.

Benötigt werden für eine gehäkelte Babymütze folgende Materialien:

  • 1 – 2 Knäuel Garn (á 50 Gramm) und/oder Garnreste, wenn die Mütze bunt werden soll
  • Häkelnadel, passend zum Garn
  • Maßband
  • Schere
  • Wollnähnadel

Babymütze häkeln – die richtige Größe

Die Häkelmütze fürs Baby darf weder zu klein noch zu groß sein. Ist sie zu klein, sitzt sie unangenehm eng auf dem Kopf. Wird die Mütze zu groß gearbeitet, kann sie zwar länger getragen werden. Doch vor allem am Anfang rutscht sie dem Baby ständig ins Gesicht. Optimal ist deshalb, wenn das Köpfchen des Babys ausgemessen werden kann. Ansonsten kann folgende Tabelle als Orientierungshilfe dienen:

 

Alter Kopfumfang Höhe der Mütze
0 – 1 Monat 35 – 37 cm 13 cm
2 – 4 Monate 38 – 40 cm 14 cm
5 – 6 Monate 42 – 44 cm 15 cm
6 – 9 Monate 44 – 46 cm 15,5 cm
9 – 12 Monate 46 – 48 cm 16 cm
12 – 24 Monate 48 – 50 cm 17 cm

 

Babymütze häkeln – so geht’s

Damit die Mütze anfängertauglich bleibt, arbeiten wir nur mit festen Maschen. Wer im Häkeln geübter ist, kann natürlich auch ein anderes Häkelmuster wählen. Gehäkelt wird die Babymütze in Runden von oben nach unten. Dabei werden zunächst Maschen zugenommen, bis der gewünschte Kopfumfang erreicht ist. Danach geht es bis zur benötigten Länge ohne Zunahmen weiter. Zum Schluss bekommt die Mütze dann noch Ohrenklappen und Bindebänder. Aber der Reihe nach!

 

  1. Schritt: die Mützenkappe häkeln

Für die Mütze werden vier Luftmaschen gehäkelt und mit einer Kettmasche zur Runde geschlossen. Das gilt für alle Größen und alle Garne. Danach geht es so weiter:

  1. Runde: In jede Luftmasche werden zwei feste Maschen gehäkelt. Eine Kettmasche schließt die Runde ab.
  2. Runde: Nun wird zuerst eine Luftmasche als Übergangsmasche gearbeitet. Danach werden die Maschen noch einmal verdoppelt. In jede Masche der Vorrunde werden also zwei feste Maschen gehäkelt. Damit sind nun 16 Maschen vorhanden. Geschlossen wird die Runde mit einer Kettmasche.
  3. Runde: Die Runde beginnt wieder mit einer Luftmasche als Übergangsmasche. Anschließend wird jede zweite Masche verdoppelt. Es wird also eine Masche als normale feste Masche gehäkelt und in die nächste Masche werden zwei feste Maschen gearbeitet. Die Maschenzahl erhöht sich damit auf 24 Maschen. Zum Schluss folgt eine Kettmasche.
  4. Runde: Nach einer Luftmasche als Übergangsmasche wird jede dritte Masche verdoppelt. So steigt die Maschenzahl auf 32 Maschen. Um die Runde abzuschließen, wird wieder eine Kettmasche gearbeitet.

Nach diesem Prinzip wird weitergearbeitet, bis der benötigte Kopfumfang erreicht ist. Jede Runde beginnt also mit einer Luftmasche als Übergangsmasche und endet mit einer Kettmasche. Gleichzeitig vergrößert sich in jeder Reihe die Maschenzahl zwischen den Zunahmen. Denn in jeder Runde wird bis zur Zunahme eine Masche mehr gehäkelt. Das heißt,

  • in der fünften Runde wird jede vierte Masche verdoppelt,
  • in der sechsten Runde jede fünfte Masche,
  • in der siebten Runde jede sechste Masche usw.

Auf diese Weise kommen pro Runde acht neue Maschen dazu. Wenn mit festen Maschen gearbeitet wird, kann es passieren, dass sich die Häkelarbeit irgendwann wellt. Das lässt sich vermeiden, wenn zwischendurch immer mal wieder eine Runde ohne Zunahmen gehäkelt wird. Dazu kann die Häkelarbeit flach hingelegt werden. Wenn sie sich nicht mehr gleichmäßig wölbt, sondern schon wellt, wird eine Runde ohne Maschenzunahme gearbeitet.

 

  1. Schritt: die Mützenhöhe häkeln

Ist der gewünschte Umfang erreicht, geht es mit Spiralrunden weiter. Das heißt: In jede Masche der Vorrunde wird reihum eine feste Masche gehäkelt. Einen Übergang aus Luftmasche und Kettmasche gibt es nicht. Stattdessen wird einfach immer im Kreis herum weitergearbeitet. Und zwar solange, bis die Mütze hoch bzw. lang genug ist.

Die allerletzte Masche wird als Kettmasche gehäkelt. Das gleicht den kleinen Versatz aus, der beim Häkeln in Spiralrunden entsteht. Anschließend wird der Faden abgeschnitten und durch die Masche gezogen. Nun müssen nur noch die Fäden vernäht werden. Eine ganz schlichte Babymütze wäre damit fertig.

 

  1. Schritt: die Maschenzahl für die Ohrenklappen ausrechnen

Damit Babys Ohren gut geschützt sind und die Häkelmütze eine noch bessere Passform bekommt, wird sie mit Ohrenklappen ausgestattet. Doch um die Position und die Maschenzahl für die Ohrenklappen zu ermitteln, steht jetzt erst einmal ein bisschen Rechnen auf dem Programm.

Der Querschnitt vom Kopf gleicht einem Kreis. Seitlich, leicht nach hinten versetzt, befinden sich die Ohren. Das Gesicht nimmt 5/12 von diesem Kreis ein. Die beiden Ohrenklappen benötigen zusammen ebenfalls 5/12 des Kreises. 2/12 bleiben damit noch für den Nacken übrig.

Nun wird als erstes die Maschenzahl am unteren Rand der Babymütze durch 12 geteilt. Dieser Wert wird anschließend einmal mit 5 für das Gesicht und einmal mit 2 für den Nacken multipliziert. Die beiden Ergebnisse werden dann von der Gesamt-Maschenzahl abgezogen. Damit steht fest, wie viele Maschen für die Ohrenklappen vorhanden sind. Und weil es zwei Ohrenklappen sind, wird jede Klappe über die Hälfte der ermittelten Maschenzahl gehäkelt.

 

Klingt kompliziert, wird an einem Beispiel aber schnell klar:

Angenommen, der untere Mützenrand umfasst 72 Maschen.

72 Maschen : 12 = 6 Maschen

5 x 6 Maschen = 30 Maschen für das Gesicht

2 x 6 Maschen = 12 Maschen für den Nacken

72 Maschen – 42 Maschen (für Gesicht und Nacken) = 30 Maschen für die Ohrenklappen

30 Maschen : 2 = 15 Maschen pro Ohrenklappe

Es kann sein, dass die Maschenzahl nicht aufgeht. In dem Fall wird zur nächsten vollen Zahl auf- oder abgerundet. Stimmt danach die Maschenzahl aus der Rechnung nicht mit den Ausgangsmaschen überein, wird der Nackenbereich um die Differenz vergrößert oder verkleinert.

 

  1. Schritt: die Ohrenklappen häkeln

Die Position der Ohrenklappen ergibt aus der Breite eines Kreissegments. Von der hinteren Mitte der Mütze aus wird jeweils um 1/12 der Maschen nach rechts und nach links gezählt. In unserem Beispiel umfasst ein Kreissegment 6 Maschen. Damit beginnen die Ohrenklappen auf beiden Seiten in der siebten Masche ab der hinteren Mitte.

Die Ohrenklappen werden in Reihen gearbeitet. Und zwar so:

  1. Reihe: Die Häkelnadel wird in die ermittelte Masche eingestochen und eine Schlaufe wird geholt. Dann wird eine Luftmasche gearbeitet. Anschließend wird die Häkelnadel noch einmal in die gleiche Masche eingestochen. Nun wird in diese und die folgenden Randmaschen je eine feste Masche gehäkelt. In unserem Beispiel wären das 15 feste Maschen.
  2. Reihe: Nun wird die Häkelarbeit gewendet. Dann folgt eine Luftmasche für den Übergang. Die erste feste Masche dieser Reihe wird in die zweite Masche der Vorreihe gehäkelt. Dann geht es mit festen Maschen weiter. Die vorletzte und die letzte Masche der Reihe werden zusammen als eine feste Masche gearbeitet. Die Maschenzahl hat sich dadurch um zwei Maschen verringert, denn sowohl am Anfang als auch am Ende ist je eine Masche weggefallen.
  3. Reihe: Nach einer Übergangsluftmasche werden alle Maschen der Vorreihe als feste Maschen gehäkelt.

Die zweite und die dritte Reihe werden nun fortlaufend wiederholt, bis nur noch zwei feste Maschen übrig sind. Dann wird der Faden abgeschnitten und vernäht. Die erste Ohrenklappe ist damit fertig. Die zweite Klappe wird genauso gearbeitet.

  1. Schritt: die Mütze fertig stellen

Damit die Babymütze einen schönen, sauberen Rand bekommt, wird jetzt eine Reihe fester Menschen um den gesamten Mützenrand gearbeitet. Anschließend werden sechs etwa 60 cm lange Wollfäden abgeschnitten. Je drei davon werden am unteren Ende durch die Ohrenklappen gefädelt. Dann können je zwei Fäden zusammengenommen werden, so dass sich drei Stränge ergeben. Diese drei Stränge werden zu einem Zopf verflochten und am Ende mit einem Knoten gesichert. Damit ist die gehäkelte Babymütze fertig!

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Gabi Neidel

Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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