Die größten Fehler beim Häkeln

Die größten Fehler beim Häkeln (und wie sie sich vermeiden lassen)

Wie praktisch jede Tätigkeit erfordert auch das Häkeln ein wenig Übung. Insgesamt ist das Häkeln zwar recht leicht zu erlernen und wer die Techniken einmal beherrscht, kann wunderbare Häkelarbeiten in den verschiedensten Varianten anfertigen.

Aber es gibt ein paar Fehler, die sich vor allem zu Beginn der Häkelkarriere gerne einschleichen. Damit das nicht passiert, listet die folgende Übersicht die größten Fehler beim Häkeln auf. Und erklärt, wie sie sich vermeiden lassen:

Fehler Nr. 1: Das falsche Häkelgarn

Garne und Wollen gibt es in unzähligen Varianten. Die Palette reicht von hauchfeinen bis sehr dicken, von glatten bis flauschigen und von schlichten bis auffälligen Garnen. Außerdem können die Garne aus natürlichen Fasern, aus Synthetikfasern oder aus einem Fasergemisch bestehen. Bei der Auswahl sollte aber nicht nur auf die Optik und den Preis geachtet werden.

Genauso wichtig ist, sich im Vorfeld zu überlegen, wie und wofür das Häkelgarn verwendet werden soll. Ein filigranes Deckchen wird nicht gelingen, wenn ein dickes Wollgarn zum Einsatz kommt. Umgekehrt wird ein warmer Kuschelschal kaum aus einem sehr feinen Baumwollgarn gehäkelt werden können.

Soll ein Kleidungsstück angefertigt werden, das oft getragen werden soll, braucht es ein Garn, das auch die Wäsche in der Waschmaschine unbeschadet übersteht. Bevor die Wahl auf ein Garn fällt, sollte also bedacht werden, ob sich das Garn für das geplante Häkelprojekt überhaupt eignet.

Fehler Nr. 2: Zu wenig Garn

In einer Häkelanleitung ist üblicherweise angegeben, wie viel Garn für die Häkelarbeit benötigt wird. Auf der Banderole des Garns findet sich ebenfalls ein Hinweis auf den Bedarf. Beim Kauf von Garn ist aber generell ratsam, lieber etwas zu großzügig zu planen.

Schließlich ist es überaus ärgerlich, wenn sich mittendrin herausstellt, dass das vorhandene Garn doch nicht ausreicht. Erschwerend kommt hinzu, dass es oft sehr schwierig ist, Garn nachzukaufen. Wichtig ist nämlich, dass das gesamte Garn aus derselben Farbpartie stammt. Ist dies nicht der Fall, werden später Farbunterschiede zu sehen sein. Die Nummer der Partie steht übrigens auf der Banderole.

Fehler Nr. 3: Die Anleitung vorher nicht durchlesen

Bevor eine Häkelarbeit begonnen wird, sollte die ganze Anleitung mindestens einmal komplett durchgelesen werden. Zum einen kann sich der Häkler so einen Eindruck davon verschaffen, was ungefähr auf ihn zukommt. Zum anderen sieht er, welche Häkeltechniken Anwendung finden werden.

Ist er sich nicht ganz sicher, wie eine bestimmte Masche gehäkelt wird, oder versteht er etwas in der Anleitung nicht, kann er sich im Vorfeld schlau machen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass er mittendrin abbrechen muss, weil er einfach nicht mehr weiterkommt.

Fehler Nr. 4: Zu schwieriges Häkelprojekt

Verständlicherweise möchte auch ein Häkelneuling nicht immer nur Topflappen häkeln. Allerdings macht es keinen Sinn, direkt mit einer Häkelarbeit zu starten, bei der der Schwierigkeitsgrad mit mittel oder schwer angegeben ist. Solche Projekte erfordern nun einmal etwas Übung. Um unnötigen Frust zu vermeiden, ist es deshalb besser, mit einfacheren Arbeiten zu beginnen.

Ein guter Kompromiss kann auch darin bestehen, eine anspruchsvollere Häkelarbeit mit einem einfachen Häkelmuster, beispielsweise nur mit festen Maschen, anzufertigen. Oder sich umgekehrt bei einem einfacheren Projekt an ein aufwändigeres Häkelmuster zu wagen. Nach und nach kann der Schwierigkeitsgrad schließlich immer noch gesteigert werden.

Fehler Nr. 5: Keine Maschenprobe

In Häkelanleitungen und auf der Banderole des Häkelgarns ist meist angegeben, wie viele Maschen und wie viele Reihen gehäkelt werden müssen, um eine bestimmte Größe zu erreichen. Solche Angaben sind aber immer Durchschnittswerte. Bei einer Häkelarbeit, bei der es auf die richtige Größe ankommt, sollte der Häkler nicht auf eine Maschenprobe verzichten.

Schließlich wäre es schade, wenn er sich auf die Angaben verlässt und stundenlang an seinem Projekt arbeitet, nur um dann festzustellen, dass es viel zu klein oder zu groß geworden ist. Für die Maschenprobe reicht es aus, wenn ein paar Maschen über ein paar Reihen gehäkelt werden, und zwar in dem Häkelmuster, das für das Häkelprojekt geplant ist. Wenn die Häkelprobe dann ausgemessen wird, weiß der Häkler ganz genau, wie viele Maschen und Reihen er für eine bestimmte Fläche braucht.

Fehler Nr. 6: Nicht mitzählen

Es gibt Häkelarbeiten, bei denen es unumgänglich ist, die Maschen mitzuzählen. Dies gilt vor allem dann, wenn nicht in jeder Reihe oder Runde dieselbe Anzahl an Maschen gehäkelt wird. Bei anderen Häkelarbeiten ändert sich die Maschenzahl nicht. Hier ist die Versuchung mitunter groß, nicht mehr mitzuzählen, denn es werden ja genauso viele Maschen oder Stäbchen gehäkelt wie in der Vorreihe.

Allerdings kann es durchaus passieren, dass versehentlich eben doch einmal die eine oder andere Masche ausgelassen wird. Bemerkt der Häkler den Fehler nicht, ist seine Häkelarbeit oben vielleicht plötzlich zu schmal. Besser ist deshalb, die Maschen und auch die Reihen mitzuzählen.

Fehler Nr. 7: Die Fäden unordentlich vernähen

Wenn die Fäden am Anfang, am Ende und bei Garnwechseln nicht richtig vernäht werden, kann es schlimmstenfalls passieren, dass die Häkelarbeit wieder aufgeht. Deshalb sollte hier sorgfältig gearbeitet werden. Dabei sollte aber auch die Optik nicht zu kurz kommen.

Die Fäden sollten beim Vernähen also gleichmäßig angezogen und nicht alle Stiche an einer Stelle gesetzt werden. Dies führt nämlich zu einem unschönen Knubbel.

Fehler Nr. 8: Die Häkelarbeit nicht aufspannen

Viele Häkelarbeiten erhalten erst dann ihre endgültige Form, wenn sie nach der Fertigstellung aufgespannt werden. Manchmal ist eine Häkelarbeit auch verzogen oder schlägt Wellen, wenn zwischendurch das Garn gewechselt wurde oder die Fadenspannung nicht immer gleichmäßig war. In diesem Fall kann die Häkelarbeit durch das Aufspannen wieder in Form gebracht werden.

Bei Häkelarbeiten, die sich aus mehreren Teilen zusammensetzen, müssen die Einzelteile vor dem Zusammennähen meist ebenfalls aufgespannt werden. Aufgespannt wird eine Häkelarbeit, indem sie ausgebreitet und in der gewünschten Form mit Stecknadeln auf einem Untergrund fixiert wird. Anschließend wird die Häkelarbeit befeuchtet und in aufgespanntem Zustand getrocknet.

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