Ein Lochmuster häkeln – so geht’s

Ein Lochmuster häkeln – so geht’s

Die nächste Häkelarbeit soll ein Lochmuster bekommen?

Dann liefert diese Anleitung vielleicht die richtige Idee!

Netz- oder Lochmuster können eine gute Alternative zu kompakten Geweben sein. Schließlich lockern sie die Häkelarbeit auf und lassen sie schön luftig wirken. Für leichte Tücher und lockere Schals, aber auch für Häkeldeckchen sind Lochmuster deshalb prima geeignet.

Außerdem können Lochmusterstreifen in Häkelarbeiten aller Art eingefügt oder für dekorative Abschlusskanten verwendet werden.

Nun sind Lochmuster aber mitunter gar nicht so einfach zu häkeln. Vor allem filigrane Häkelmuster sind oft recht anspruchsvoll und machen es notwendig, ständig mitzuzählen und sorgfältig zu arbeiten. Jemand, der nicht ganz so geübt im Häkeln ist, kann dann schnell die Lust verlieren.

Wir stellen ein einfaches Lochmuster vor, das auch für Anfänger gut geeignet ist. Durch die recht großen Löcher ist das Muster zwar nicht unbedingt filigran. Dafür ist das Gewebe aber sehr flexibel. Und obwohl das Lochmuster eher schlicht ist, sieht es trotzdem sehr dekorativ aus.

 

Ein Lochmuster häkeln – so geht’s

Das Häkelmuster besteht aus Luftmaschen, festen Maschen und Stäbchen. Es umfasst insgesamt fünf Reihen. Die erste Reihe wird aber nur einmal gehäkelt, während die Reihen 2 bis 5 fortlaufend wiederholt werden. Wichtig ist dann noch, dass über eine Maschenzahl gearbeitet wird, die durch sieben teilbar ist, plus drei zusätzliche Maschen.

Damit kann es losgehen!

 

Der Anfang

Zuerst wird eine Luftmaschenkette angeschlagen. Wie viele Luftmaschen gehäkelt werden, hängt davon ab, wie breit die Häkelarbeit werden soll. Wichtig ist nur, dass die Anzahl der Luftmaschen durch sieben teilbar ist und zusätzlich dazu drei Maschen mehr angeschlagen werden. Möglich sind also beispielsweise 10, 17, 24, 31, 38 usw. Maschen.

Ist die Luftmaschenkette fertig, wird eine weitere Luftmasche als Wendeluftmasche gehäkelt. Anschließend werden zwei Reihen aus festen Maschen gearbeitet. Diese beiden Reihen bilden die Basis. Dabei wird in der ersten Reihe in jede Luftmasche der Anschlagskette eine feste Masche gehäkelt. Zum Wenden wird eine Luftmasche als Ausgleich gearbeitet. Und in der zweiten Reihe wird in jede feste Masche der Vorreihe eine feste Masche gehäkelt.

Wird das Lochmuster als Musterstreifen in eine Häkelarbeit eingefügt oder als Abschluss gearbeitet, sind die beiden Reihen aus festen Maschen nicht notwendig. Stattdessen kann in diesem Fall direkt mit dem Lochmuster begonnen werden.

 

Reihe 1

Die erste Reihe des Lochmusters beginnt mit drei Wendeluftmaschen als Ersatz für das erste Stäbchen. Dann wird wie folgt gehäkelt:

  • Es werden drei Stäbchen gearbeitet. Dazu wird in die nächsten drei festen Maschen der Vorreihe je ein Stäbchen gehäkelt.
  • Nun folgen vier Luftmaschen. Mit diesen vier Luftmaschen werden drei feste Maschen der Vorreihe übersprungen.
  • Als nächstes werden vier Stäbchen gehäkelt. Die Stäbchen werden in die vierte feste Masche nach dem kleinen Luftmaschenbogen und in die drei folgenden festen Maschen der Vorreihe gearbeitet.
  • Danach folgen wieder vier Luftmaschen, mit denen drei feste Maschen der Vorreihe übersprungen werden, und vier weitere Stäbchen.

Die Abfolge aus vier Luftmaschen und vier Stäbchen wird bis zum Ende der Reihe wiederholt.

Ist die Reihe fertig, entspricht die Anzahl der Löcher dem Multiplikator mit 7. Wurden beispielsweise 38 Maschen (7 x 5 + 3) angeschlagen, sind in der Reihe fünf Löcher vorhanden.

Reihe 2

Auch die zweite Reihe beginnt mit drei Wendeluftmaschen, die das erste Stäbchen ersetzen. Anschließend werden in jeden Luftmaschenbogen der Vorreihe acht Stäbchen gehäkelt. Da die Luftmaschenbögen aus vier Luftmaschen bestehen, werden also in jede Luftmasche zwei Stäbchen gearbeitet.

Zwischen den Stäbchen werden keine anderen Maschen gehäkelt. Die festen Maschen der Vorreihe werden also nicht bearbeitet. Es bleibt bei den Stäbchen in die Luftmaschenbögen.

Die Reihe endet mit einem Stäbchen, das zwischen die drei Wendeluftmaschen und das Stäbchen der Vorreihe gearbeitet wird.

 

Reihe 3

Die dritte Reihe startet erneut mit drei Wendeluftmaschen. Dann geht es so weiter:

  • Zuerst werden drei weitere Luftmaschen gehäkelt.
  • Anschließend folgen vier Stäbchen. Diese Stäbchen werden in die vier mittleren Stäbchen der Vorreihe gearbeitet. Da in der Vorreihe jeweils Gruppen aus acht Stäbchen gehäkelt wurden, bleiben somit die beiden ersten und die beiden letzten Stäbchen einer Gruppe frei.
  • Nun werden vier Luftmaschen gehäkelt.
  • Danach werden wieder vier Stäbchen in die mittleren Stäbchen der Vorreihe gehäkelt.

Diese Abfolge aus vier Luftmaschen und vier Stäbchen in die mittleren Maschen der Vorreihe wird bis zum Ende der Reihe wiederholt. Abgeschlossen wird die Reihe mit drei Luftmaschen und einem Stäbchen.

Reihe 4

Wie gehabt, beginnt die vierte Reihe mit drei Wendeluftmaschen. Dann werden fünf Stäbchen in den ersten Luftmaschenbogen der Vorreihe gehäkelt. Da der Luftmaschenbogen aus vier Luftmaschen besteht, werden in eine der Maschen also zwei Stäbchen gearbeitet.

In den zweiten und alle anderen Luftmaschenbögen der Vorreihe werden acht Stäbchen gehäkelt. Hier werden somit in jede Luftmasche zwei Stäbchen gearbeitet. Wie schon in der zweiten Reihe werden zwischen den Stäbchen keine weiteren Maschen gearbeitet.

Ist der letzte Luftmaschenbogen erreicht, wird er mit fünf Stäbchen gefüllt. Um die Reihe abzuschließen, wird ein weiteres Stäbchen auf die Wendeluftmaschen der Vorreihe gearbeitet.

 

Reihe 5

In der fünften und letzten Reihe wechseln sich nach den drei Wendeluftmaschen am Anfang wieder Stäbchen und Luftmaschen ab. Und zwar so:

  • Zuerst werden drei Stäbchen in die drei Maschen der Vorreihe gehäkelt.
  • Dann wird ein Bogen aus vier Luftmaschen gearbeitet.
  • Anschließend folgen vier Stäbchen in die mittleren Maschen der Stäbchengruppe der Vorreihe.
  • Danach werden wieder vier Luftmaschen und dann vier Stäbchen gehäkelt.

Die Abfolge aus vier Luftmaschen und vier Stäbchen wird bis zum Ende der Reihe wiederholt.

Allerdings werden die letzten vier Stäbchen am Ende der Reihe nicht auf die mittleren Maschen gearbeitet. Stattdessen werden sie auf die vier letzten Maschen der Vorreihe gehäkelt. Dadurch sitzen drei Stäbchen auf den drei letzten Maschen und das vierte Stäbchen auf den Wendeluftmaschen der Vorreihe.

Die Fortsetzung

Mit der fünften Reihe ist ein Lochmusterstreifen fertig. Um das Muster fortzusetzen, werden die Reihen 2 bis 5 wiederholt.

Wird die Häkelarbeit nach einer fünften Reihe beendet, hat sie eine gerade Abschlusskante. Wer lieber eine Kante mit Rundungen möchte, hört einfach schon nach der vierten Musterreihe auf.

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Gabi Neidel

Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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