Einfache Häkelanleitung für eine Weste

Einfache Häkelanleitung für eine Weste

Wenn es frisch wird, es für einen Pullover oder eine Jacke aber noch zu warm ist, ist eine Weste eine gute Lösung. Genauso eignet sich eine Weste prima, um sich hinzukuscheln und es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen.

Einfache Häkelanleitung für eine Weste

Und ein eher schlichtes Outfit lässt sich durch eine Weste im Handumdrehen aufpeppen. Eine Weste ist also ein ziemlich praktisches Kleidungsstück.

Doch wer sich nach Anleitungen umschaut, ist mitunter etwas verunsichert. Denn die Auswahl ist zwar groß. Doch die Fertigung ist oft ziemlich aufwändig. So wird mal mit komplizierten Häkelmustern gearbeitet, in anderen Fällen müssen dauernd Maschen mitgezählt und zu- oder abgenommen werden.

Teilweise besteht eine Weste aus mehreren Teilen, die später zusammengenäht werden müssen. Oder die Anleitung ist auf ein bestimmtes Garn ausgelegt und das Umrechnen der Maschen- und Reihenzahlen ist nicht so einfach.

Dass es auch anders geht, stellen wir mit unserer Häkelanleitung unter Beweis. Wir zeigen nämlich eine Weste, die ganz einfach nachgearbeitet werden kann, und das mit jedem Garn und in jeder beliebigen Größe. Selbst absolute Einsteiger kriegen das Projekt problemlos hin.

Also, ran an Garn und Nadel!:

Die Materialien für die Weste

  • Häkelgarn nach Wunsch

  • Häkelnadel, passend zum Garn

  • Maßband, Zettel und Stift

  • Nähnadel mit stumpfer Spitze

  • Stecknadeln

  • Schere

Die benötigte Garnmenge richtet sich nach der Größe der Weste. Insgesamt wird etwas weniger Garn verarbeitet als für einen Pullover. Ratsam ist aber, im Zweifel lieber ein bisschen mehr Garn einzuplanen. Denn es wäre schade, wenn das Garn kurz vor Schluss ausgeht. Bleiben Reste übrig, können sie schließlich immer noch anderweitig verarbeitet werden.

Außerdem würden wir zu einem eher dickeren Garn raten. Denn die Häkelarbeit wird recht groß. Und mit einem dickeren Garn geht es einfach schneller voran.

Die Häkelanleitung für die Weste

Die Weste wird wie ein Seelenwärmer oder neudeutsch Shrug gearbeitet. Dafür muss im Prinzip nur ein simples Viereck gehäkelt werden. Anschließend wird das Viereck zusammengeklappt und an den Seiten geschlossen. So entsteht eine lässige Weste im Oversized-Look.

Als Häkelmuster wählen wir halbe Stäbchen. Das ergibt ein kuscheliges und kompaktes Gewebe, das aber auch nicht zu dicht und fest ist. Doch die halben Stäbchen sind selbstverständlich nur ein Vorschlag.

Wer möchte, kann auch auf eine andere Maschenart zurückgreifen oder verschiedene Maschenarten miteinander kombinieren. Genauso ist möglich, die ersten und letzten Reihen in einer anderen Farbe zu arbeiten. Dadurch bekommt die Weste einen farbigen Rand.

  1. Schritt: Maß nehmen

Bevor die Häkelarbeit beginnen kann, muss erst einmal ermittelt werden, wie groß das Viereck werden soll. Damit die Weste später die richtige Größe hat, werden drei Maße benötigt, nämlich die Breite, der Umfang der Armlöcher und die Länge.

Die Breite des Vierecks entspricht dem Abstand von einem Ellenbogen zum anderen. Ist ein Helfer zur Stelle, kann er das Maß nehmen. Dazu stellt sich die Person, für die die Weste gefertigt wird, hin und streckt ihre beiden Arme waagerecht zur Seite aus.

Der Helfer misst dann von einem Ellenbogen über den Rücken hinweg bis zum anderen Ellenbogen. Ist niemand da, kann das Maß auch ermittelt werden, indem ein Pullover mit ausgebreiteten Ärmeln ausgemessen wird. Je nach Körpergröße wird sich die Breite meist in einem Bereich zwischen 85 und 100 cm bewegen.

Das zweite Maß, das benötigt wird, ist der Umfang der Armlöcher. Dafür wird das Maßband auf die Schulter aufgelegt und dann sehr locker unter der Achselhöhle hindurch herumgeführt.

Das dritte und letzte Maß ist die Länge (bzw. die Höhe) des Vierecks. Für dieses Maß wird der Abstand zwischen der Schulter und der Stelle, an der die Weste später enden soll, ermittelt.

  1. Schritt: die Maschenzahl ausrechnen

Sind die drei Maße vorhanden, muss als nächstes ausgerechnet werden, wie viele Maschen notwendig sind. Dabei geht es vor allem um die Breite des Vierecks, denn sie bestimmt die Masschenzahl für den Anschlag.

Um die Werte zu bestimmen, wird eine Maschenprobe gehäkelt. Dazu werden ein paar Luftmaschen angeschlagen und darauf einige Reihen aus halben Stäbchen gehäkelt.

Anschließend kann ausgemessen oder hochgerechnet werden, wie viele Maschen und Reihen für ein Quadrat mit 10 cm langen Kanten notwendig sind. Diese Werte werden dann auf die ermittelten Maße für die Weste übertragen.

Ein Beispiel: Angenommen, mit dem verwendeten Garn ergeben 19 Maschen und 24 Reihen ein 10 cm großes Quadrat. Das Viereck für Häkelweste soll 90 cm breit und 80 cm hoch werden.

Um die Breite auszurechnen, werden dann die 19 Maschen mit 9 multipliziert. Damit ist klar, dass 171 Maschen angeschlagen werden müssen. Um auf die gewünschte Länge zu kommen, werden ungefähr 24 x 8 = 192 Reihen gehäkelt werden müssen.

  1. Schritt: das Viereck häkeln

Nun kann das Häkeln beginnen. Dabei wird für die Weste tatsächlich nur ein großes Viereck gearbeitet.

Das heißt:

  • Zuerst wird eine Luftmaschenkette mit der berechneten Maschenzahl angeschlagen. Im Beispiel von oben wären das also 171 Luftmaschen. Dazu kommen dann noch zwei weitere Luftmaschen als Wendeluftmaschen.

  • Dann wird die Arbeit gewendet und in jede Luftmasche ein halbes Stäbchen gehäkelt. Dabei wird das erste halbe Stäbchen in die dritte Luftmasche (von der Nadel aus gesehen) gearbeitet. Denn die vorderen beiden Luftmaschen waren ja die Wendeluftmaschen. Nach 171 halben Stäbchen ist das Ende der Reihe erreicht. Dann werden wieder zwei Wendeluftmaschen gehäkelt.

  • Nun wird die Häkelarbeit erneut umgedreht. Anschließend wird wieder ein halbes Stäbchen in jede Masche der Vorreihe gehäkelt. Dabei beginnt die Reihe mit der zweiten Masche. (Die Wendeluftmaschen ersetzen die erste Masche.) Beendet wird die Reihe mit zwei Wendeluftmaschen.

  • So geht es nun Reihe für Reihe weiter, bis das Viereck die gewünschte Höhe erreicht hat. Es werden also fortlaufend halbe Stäbchen gehäkelt und alle Reihen mit je zwei Wendeluftmaschen beendet.

Ist das Viereck fertig, wird der Faden abgeschnitten und durch die letzte Schlinge gezogen. Dann können alle Arbeitsfäden ordentlich vernäht werden.

  1. Schritt: die Häkelweste zusammennähen

[Weste]

Weste

Nun muss aus dem Viereck nur noch eine Weste werden. Dafür wird die Häkelarbeit einmal in der Mitte zusammengeklappt, indem die lange Oberkante auf die Unterkante gelegt wird.

Dann wird von der Faltkante aus die Öffnung für die Armlöcher ausgemessen. Beträgt der ermittelte Umfang für die Armlöcher zum Beispiel 40 cm, werden auf beiden Seiten jeweils 20 cm abgemessen. Der Umfang wird deshalb halbiert, weil die Häkelarbeit doppelt liegt.

Nun werden die beiden offenen Seitenkanten ab der Unterkante bis zu den Armlöchern zusammengenäht. Wer möchte, kann die Kanten natürlich auch zusammenhäkeln. Jetzt kann die Weste aufgeklappt und angezogen werden. Denn sie ist fertig!

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Thema: Einfache Häkelanleitung für eine Weste

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.
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