Fischerhut für den Sommer häkeln – so geht’s

Fischerhut für den Sommer häkeln – so geht’s

Im Sommer ist es wichtig, den Kopf vor der Sonne zu schützen. Dabei kann der Sonnenschutz neben dem praktischen Nutzen, den er erfüllt, auch richtig gut und lässig aussehen. Schwer angesagt sind etwa Fischerhüte. Wer durch die Fußgängerzonen bummelt oder in Modezeitschriften blättert, begegnet ständig den coolen Kopfbedeckungen, die neudeutsch übrigens auch Bucket-Hats genannt werden.

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Fischerhut für den Sommer häkeln - so geht's

Und wer kein gekauftes Exemplar will, kann sich seinen Fischerhut ganz einfach selber häkeln. Wir erklären, wie es geht!:

Fischerhut für den Sommer häkeln – die Materialien

  • Baumwollgarn

  • Häkelnadel in 5 bis 6 mm Stärke

  • 7 Maschenmarkierer

  • Nähnadel mit stumpfer Spitze

  • Schere

  • Maßband

Für den sommerlichen Fischerhut ist ein etwas festeres Baumwollgarn am besten geeignet. Damit der Hut nicht zu schlabberig wird, sollte das Garn außerdem doppelt genommen werden. Beim Häkeln werden also zwei Fäden gleichzeitig verarbeitet. Wer ein sehr dünnes Garn verwendet, kann sogar mit drei Fäden gleichzeitig arbeiten.

Profitipp:

Wird mit mehreren Fäden gehäkelt, die nicht verzwirnt sind, kann es schnell passieren, dass ein Faden nicht erfasst wird. Das lässt sich vermeiden, wenn die Fäden zu Beginn durch eine kleine Perle gefädelt werden. Die Perle hält die Fäden die ganze Zeit über zusammen.

Die benötigte Garnmenge richtet sich nach der Größe des Fischerhuts. Für einen Erwachsenen sollten ungefähr 150 Gramm Garn (bei einer Lauflänge von 135 Metern pro 50 Gramm) ausreichen.

Fischerhut für den Sommer häkeln – so geht’s

Wir häkeln den Fischerhut in Runden von oben nach unten. Dazu beginnen wir mit einem Kreis, an den sich die Hutwand anschließt. Zum Schluss folgt die Krempe. Durch diese Vorgehensweise ist es möglich, den Hut immer mal wieder anzuprobieren, um die Größe zu kontrollieren.

Was die Maschen angeht, so kommen Luftmaschen, feste Maschen und Kettmaschen zum Einsatz. Statt komplizierter Muster belassen wir es also bei einfachen Grundmaschen, die auch weniger Geübte problemlos hinbekommen. Also, fangen wir an!:

Schritt 1: den Kopfumfang ermitteln

Das doppelte Garn verleiht dem Fischerhut mehr Stabilität und Festigkeit. Zusammen mit den festen Maschen führt es aber auch dazu, dass der Hut nicht besonders dehnbar ist. Aus diesem Grund sollte der Fischerhut einigermaßen passen.

Um die richtige Größe zu ermitteln, wird der Kopfumfang benötigt. Dazu das Maßband an der Stirn anlegen und knapp oberhalb der Ohren um den Kopf herumführen. Der ermittelte Wert entspricht dem Umfang, den der Fischerhut haben sollte.

Nun kann der Umfang durch die Kreiszahl Pi, also ungefähr 3,14 geteilt werden. Das Ergebnis gibt an, wie groß der Hutkreis werden muss. Bei einem Fischerhut für Erwachsene mit einem Kopfumfang von 55 cm sollte der Hutkreis zum Beispiel etwa 17,5 cm im Durchmesser haben.

Schritt 2: den Hutkreis häkeln

Das Häkeln beginnt oben in der Hutmitte. Dafür drei Luftmaschen häkeln und mit einer Kettmasche zum Ring schließen. Die erste Runde beginnt mit einer Luftmasche. Danach folgen zehn feste Maschen in den Ring. Mit einer Kettmasche, die in die erste feste Masche gearbeitet wird, wird die Runde beendet. Wer nicht mit Luftmaschen beginnen möchte, kann stattdessen auch mit einem Magic Ring starten.

Nachdem der Anfang gemacht ist, geht es mit Runden aus festen Maschen weiter. Dabei beginnt jede Runde mit einer Anfangs-Luftmasche. Sie wird nicht mitgezählt. Die erste Masche der jeweiligen Runde wird in die erste feste Masche der Vorrunde gearbeitet.

Das ist dieselbe Masche, mit der die Vorrunde durch eine Kettmasche beendet wurde. Eine Kettmasche in die erste feste Masche der Vorrunde schließt jede Runde ab.

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Damit der Hutkreis wächst, werden Zunahmen gearbeitet, indem die jeweiligen Maschen verdoppelt werden. Verdoppeln bedeutet, dass zwei feste Maschen in dieselbe Masche gehäkelt werden. Es wird also zuerst ganz normal eine feste Masche gearbeitet. Anschließend wird erneut in diese Masche eingestochen und eine zweite feste Masche gehäkelt.

Die Zunahmen erfolgen immer in den geraden Runden und der Abstand zwischen den Zunahmen vergrößert sich stetig um eine Masche. In den ungeraden Rundenzahlen dazwischen wird in jede Masche der Vorrunde eine feste Masche gehäkelt.

Gearbeitet wird so:

  • Runde: alle Maschen verdoppeln = 20 Maschen

  • Runde: jede 2. Masche verdoppeln = 30 Maschen

  • Runde: jede 3. Masche verdoppeln = 40 Maschen

  • Runde: jede 4. Masche verdoppeln = 50 Maschen

  • Runde: jede 5. Masche verdoppeln = 60 Maschen

In jeder Zunahmerunde kommen also zehn neue Maschen dazu. Dieses Schema wird solange fortgesetzt, bis der Kreis den benötigten Durchmesser fast erreicht hat.

Dann folgt, wie gehabt, eine Runde ohne Zunahmen. In der nächsten Runde werden gleichmäßig verteilt so viele Maschen zugenommen, dass die Maschenzahl durch 7 teilbar ist. Sind zum Beispiel  60 Maschen vorhanden, wird die Anzahl also auf 63 Maschen erhöht. Bei 70 Maschen würden 7 weitere Maschen zugenommen.

Schritt 3: die Hutwand arbeiten

Für die Hutwand wird nun in Runden aus festen Maschen weitergearbeitet. Da keine Zunahmen mehr erfolgen, wächst der Fischerhut gerade nach unten weiter. Auch bei der Hutwand beginnt jede Runde mit einer Luftmasche und endet mit einer Kettmasche. Ansonsten wird in jede Masche der Vorrunde eine feste Masche gehäkelt.

Die Hutwand wird bei einem Fischerhut für Erwachsene ungefähr 8 cm lang gehäkelt. Sie sollte dort enden, wo die Ohren beginnen.

Ist diese Höhe erreicht, folgt eine Runde, die den Übergang zwischen Hutwand und Hutkrempe markiert. Auch diese Runde besteht aus festen Maschen. Allerdings wird beim Einstechen nur das hintere Maschenglied erfasst. Dadurch sehen die Maschen etwas anders aus.

Schritt 4: die Hutkrempe häkeln

Für die Hutkrempe werden nun noch einmal Maschen zugenommen. Dabei kommen in jeder zweiten Runde sieben Maschen dazu. Um sich das Mitzählen zu ersparen, ist es ratsam, die Maschenmarkierer anzubringen. Welche Maschen markiert werden, hängt natürlich von der Maschenzahl ab. Bei 63 Maschen wäre es jede 9. Masche, bei 77 Maschen jede 11. Masche.

In der 1. Runde werden dann die markierten Maschen verdoppelt. Die nächste Runde wird ohne Zunahmen gehäkelt. Dann folgt wieder eine Zunahmerunde und danach erneut eine Runde ohne Zunahmen. Das wird fortgesetzt, bis die Krempe ungefähr 5 cm lang ist.

Dann folgt eine letzte Runde ohne Zunahmen. Für einen schönen und stabilen Rand wird zum Schluss eine Runde aus Kettmaschen gehäkelt. Dann kann der Faden abgeschnitten und durch die Schlaufe gezogen werden. Nun noch die Fäden vernähen – und schon ist der Fischerhut fertig!

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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