Häkelarbeiten richtig spannen – Infos & Tipps

Häkelarbeiten richtig spannen – Infos & Tipps

Die Häkelnadel zu schwingen und zu beobachten, wie aus Garn und Maschen schöne Dinge entstehen, ist der Teil, der beim Häkeln am meisten Spaß macht. Ist eine Arbeit beendet und sind die letzten Fäden vernäht, steigt die Vorfreude darauf, mit dem nächsten Projekt zu beginnen. Doch die fertigen Häkelarbeiten können sehr viel gewinnen, wenn sie richtig gespannt werden.

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Häkelarbeiten richtig spannen - Infos & Tipps

Warum das so ist, erklären wir in diesem Beitrag. Außerdem geben wir Infos und Tipps, wie das Spannen funktioniert:

Warum sollten Häkelarbeiten gespannt werden?

Nicht immer hat eine Häkelarbeit am Ende die Form, die eigentlich geplant war. Und dafür kann es verschiedene Gründe geben. Zu den häufigsten Ursachen gehört die Maschenprobe. Wenn zum Beispiel einige Maschen fester und andere Maschen lockerer gehäkelt wurden, kann die Arbeit schief werden.

Denkbar ist auch, dass zwar gleichmäßig, aber insgesamt zu fest gearbeitet wurde und deshalb der Ausschnitt oder die Ärmellöcher zu klein sind.

Lag eine größere Häkelarbeit während der Anfertigung über viele Stunden gefaltet im Schoß, fällt sie womöglich nicht richtig. Daneben kann eine Wäsche dazu führen, dass sich eine eigentlich perfekte Arbeit verzieht oder einläuft. In allen diesen Fällen kann das Spannen die Häkelarbeit retten.

Das Spannen wird auch als Blocken bezeichnet und gibt den Fasern Struktur. Auf diese Weise nimmt eine Häkelarbeit die gewünschte Form an, erreicht die benötigten Maße und lässt ein Häkelmuster gleichmäßig zur Geltung kommen.

Für das Blocken wird eine Häkelarbeit grundsätzlich angefeuchtet und gespannt, um dann in der Form zu trocknen, die sie haben soll. Je nach Häkelarbeit und verwendetem Garn gibt es beim Spannen aber kleinere Unterschiede.

Welche Utensilien werden benötigt?

Im Handarbeitsbedarf sind Hilfsmittel erhältlich, die das Spannen von Häkelarbeiten erleichtern. Zwar ist es nicht unbedingt notwendig, sich extra solche Utensilien anzuschaffen.

Denn im Haushalt finden sich Dinge, die entsprechend zweckentfremdet werden können. Doch mit den richtigen Utensilien geht es einfacher und schneller.

Ein zentrales Element beim Spannen ist eine gerade Oberfläche. Hier wird die Häkelarbeit ausgebreitet, in Form gezogen und während des Trocknens festgesteckt. Im Handarbeitsbedarf gibt es dafür sogenannte Spannmatten. Dabei handelt es sich um handliche Matten, die je nach Form und Größe der Häkelarbeit zusammengesetzt werden können.

Später können die Matten wieder auseinander genommen und platzsparend verstaut werden. Als Alternativen zu den speziellen Spannmatten kommen zum Beispiel eine Yogamatte, eine Isomatte, Puzzlematten fürs Kinderzimmer, eine Styroporplatte oder auch das Bügelbrett infrage.

Wichtig ist nur, dass die Struktur ausreichend fest ist, damit die Nadeln sicher stecken bleiben.

Die Nadeln sind dann auch das nächste Hilfsmittel, das beim Spannen unverzichtbar ist. Die professionelle Variante an dieser Stelle sind Stecknadeln mit einem T-förmigen Kopf. Sie lassen sich gut greifen, wenn sie in die Unterlage geschoben und wieder herausgezogen werden.

Außerdem halten sie die Häkelarbeit sicher in Form. Herkömmliche Stecknadeln erfüllen letztlich aber den gleichen Zweck.

Ein weiteres, praktisches Hilfsmittel sind Spannstäbe. Ein Spannstab wird an einer geraden Kante durch die Randmaschen geschoben. Dadurch ist der Rand gerade gespannt und die Kante muss nur mit wenigen Nadeln an der Unterlage fixiert werden. Für runde Häkelarbeiten sind flexible Spannstäbe erhältlich.

Als Ersatz für Spannstäbe können zum Beispiel sehr dünne Stricknadeln oder festere, ummantelte Drähte zum Einsatz kommen.

Außerdem sollte ein Maßband zur Hand sein. Damit kann die Häkelarbeit ausgemessen werden, um sie so zu dehnen und festzustecken, dass sie die benötigten Maße erhält. Wichtig ist das vor allem dann, wenn eine Häkelarbeit aus mehreren Teilen besteht, die anschließend zusammengenäht werden müssen.

Gehäkelte Socken wiederum lassen sich am einfachsten auf Sockenspanner ziehen. Stiefelspanner, Flaschen, Vasen und ähnliche Gefäße eignen sich als Ersatz.

Wie werden Häkelarbeiten richtig gespannt?

Wie bereits erwähnt, werden Häkelarbeiten zunächst angefeuchtet und trocknen dann im gespannten Zustand. Je nachdem, woraus das Garn besteht, sollte die Vorgehensweise aber angepasst werden.

Garne aus Wolle

Bei Wolle ist die klassische Methode üblich. Dazu wird die Häkelarbeit für zehn bis 20 Minuten in lauwarmes Wasser gelegt. Wenn die gesamte Häkelarbeit gleichmäßig durchfeuchtet ist, wird sie aus dem Wasser genommen und in ein Handtuch eingeschlagen.

Nun kann das Wasser vorsichtig herausgedrückt werden. Das Gewebe sollte noch feucht sein, aber nicht mehr tropfen.

Wichtig ist, die Häkelarbeit nicht auszuwringen. Dadurch könnten sich die Fasern verziehen. Auch ein kräftiges Reiben und Rubbeln ist keine gute Idee. Dabei besteht die Gefahr, dass die Wolle filzt oder unschöne Flusen bildet.

Im feuchten Zustand kann die Häkelarbeit nun auf der Unterlage festgesteckt werden. Dort bleibt sie so lange, bis das Gewebe komplett durchgetrocknet ist.

Garne aus Baumwolle

Nasse Baumwolle ist recht schwer. Eine größere Häkelarbeit kann sich deshalb zu sehr ausdehnen und regelrecht ausleiern, wenn sie in nassem Zustand aus dem Wasser gehoben wird. Anstelle der klassischen Methode ist daher die Dampfmethode oft die bessere Wahl.

Bei der Dampfmethode wird die Häkelarbeit in trockenem Zustand in Form gezogen und auf der Unterlage festgesteckt. Anschließend das Bügeleisen aufheizen und die Dampffunktion einschalten.

Dann das Bügeleisen in einem Abstand von zwei, drei Zentimetern über die Häkelarbeit führen und mit dem warmen Dampf durchfeuchten. Wichtig ist, den Abstand einzuhalten. Denn richtiges Bügeln könnte zur Folge haben, dass die Maschen flach gedrückt werden und ihre Struktur verlieren.

Wer kein Bügeleisen benutzen möchte oder das Gefühl hat, dass die Dampffunktion nicht ausreicht, um die Häkelarbeit ganz zu durchfeuchten, kann stattdessen eine Sprühflasche verwenden.

Die Häkelarbeit mit lauwarmem Wasser einzusprühen, funktioniert auch bei empfindlichen Garnen, die zum Flusen neigen.

Garne aus synthetischen Fasern und aus Mischfasern

Acryl, Polyester und andere Synthetikfasern reagieren empfindlich auf Wärme und können bei zu viel Hitze sogar schmelzen. Aus diesem Grund ist die Dampfmethode hier nicht geeignet.

Stattdessen sollten Häkelarbeiten aus synthetischen Fasern entweder klassisch in lauwarmem Wasser eingeweicht und dann gespannt oder zuerst gespannt und anschließend mit Wasser eingesprüht werden.

Bei Mischfasern muss oft ausprobiert werden, welche Methode die besten Ergebnisse bringt. Dazu kann die Häkelprobe verwendet werden. Die Sprühmethode eignet sich letztlich für alle Fasern.

Erweist sie sich als zu umständlich oder erhält die Häkelarbeit dadurch nicht die gewünschte Struktur und Form, ist die klassische Methode meist der richtige Weg.

Übrigens: Das Spannen von Häkelarbeiten macht nicht nur Sinn, um ein Projekt abzuschließen. Auch später, wenn die Häkelarbeiten ein paar Mal gewaschen wurden oder sich im Laufe der Zeit etwas verzogen haben, können sie durchs Blocken wieder in Form gebracht werden.

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Hier schreiben Gabi & Töchter, bekannte Häkelfans Ferya Gülcan und Groß-Familie Europa & Türkei, Betreiber/innen dieser Webseite, alle Häkelenthusiasten und erfahren in Häkeltechniken aller Art , sowie Youtuberin Sevilart mit Häkelvideos, für mit diversen Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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