Anleitung Kissenbezug häkeln und filzen

Anleitung: Kissenbezug häkeln und filzen 

Im Herbst und Winter gibt es wohl kaum etwas schöneres, als sich gemütlich aufs Sofa zu kuscheln und zu häkeln, in einem Buch zu schmökern oder sich einen guten Film anzusehen. Dabei dürfen dann aber weder die Kuscheldecke noch gemütliche Kissen fehlen. Die passenden Kissenbezüge werden stilecht natürlich selbst angefertigt.

In dieser Anleitung werden die Kissenbezüge aber nicht einfach nur gehäkelt, sondern anschließend gefilzt. Das Filzen sorgt für eine tolle Optik. 

 

Gleichzeitig verschwinden kleine Unregelmäßigkeiten im Maschenwerk, so dass auch Anfänger tolle Ergebnisse erzielen können. Für das Häkeln und Filzen der Kissenbezüge eignet sich jede Wolle, die eigentlich nicht für die Wäsche in der Waschmaschine vorgesehen ist.

Stehen auf der Banderole also Hinweise wie superwash, waschmaschinengeeignet oder filzfrei, wird das Filzen nicht funktionieren. Ansonsten werden nur eine passende Häkelnadel, eine Nähnadel und eine Kisseneinlage benötigt. 

Anleitung: Kissenbezug häkeln und filzen

1. Schritt: den Kissenbezug häkeln

Die Kissenhülle wird etwas größer gehäkelt, denn durch das spätere Filzen verkleinert sich die Häkelarbeit wieder. Wie stark die gehäkelten Teile schrumpfen, hängt im Wesentlichen von der verwendeten Wolle ab, wobei sich jede Wolle ein wenig anders verhält. Wer sichergehen möchte, dass seine Häkelarbeit eine ganz bestimmte Größe erreicht, wird um eine kleine Häkel- und Filzprobe nicht herumkommen. Anders als bei einem Kleidungsstück, einer Kopfbedeckung oder Hausschuhen machen ein, zwei Zentimeter mehr oder weniger bei einer Kissenhülle aber nicht so viel aus. Insofern kann durchaus auch auf gut Glück gehäkelt und gefilzt werden.

Die Kissenhülle wird in zwei Teilen gehäkelt und begonnen wird mit der Rückseite. Dafür werden so viele Luftmaschen angeschlagen, dass sich eine rund 55cm lange Luftmaschenkette ergibt. (Für die erste Luftmasche wird das Garn zu einer Schlaufe geformt. Dann wird der Faden, der zum Wollknäuel führt, mithilfe der Häkelnadel durch die Schlaufe hindurch als neue Schlinge nach vorne geholt.

Für die nächste Luftmasche wird der Faden dann erneut als neue Schlinge durch die eben gebildete Schlinge nach vorne gezogen. Auf diese Weise entsteht nach und nach die Luftmaschenkette in der benötigten Länge.) Nun geht es in Reihen und mit festen Maschen weiter. Dabei wird jeweils von rechts nach links bis zum Ende einer Reihe gehäkelt. Dann wird die Häkelarbeit gewendet. Die erste Masche der Folgereihe wird nun ausgelassen, stattdessen wird in die zweite Masche eingestochen.

Dann wird wieder in jede Masche eine feste Masche gehäkelt, bis das Ende dieser Reihe erreicht ist. So geht es weiter, bis die Häkelarbeit genauso hoch wie breit ist, in diesem Fall also rund 55cm. Anschließend wird der Faden abgeschnitten, durch die letzte Masche gezogen und vernäht. (Für eine feste Masche wird die Häkelnadel in eine Masche der Vorreihe eingestochen. Dadurch befinden sich dann zwei Schlingen auf der Häkelnadel. Nun wird der Faden, der zum Wollknäuel führt, mithilfe der Häkelnadel durch beide Schlingen gleichzeitig nach vorne geholt. Danach ist der auf Häkelnadel wieder nur noch eine Schlinge vorhanden und die feste Masche ist fertig.)

Die Vorderseite der Kissenhülle wird im Grunde genommen genauso gehäkelt wie die Rückseite. Damit die Kissenhülle nicht ganz so langweilig aussieht, kann in die Vorderseite aber zusätzlich ein Motiv eingearbeitet werden. Dafür werden die jeweiligen Maschen ebenfalls als feste Maschen, aber in einer anderen Farbe gearbeitet. Dekorative und zugleich recht einfache Motive sind beispielsweise ein Stern oder ein Herz.

Das Schema zum Häkeln dieser Motive zeigt die folgende Grafik, wobei jedes Kästchen mit Kreuz eine Masche ist. Wird mit einer dünneren Wolle gearbeitet und soll das Motiv groß werden, wird die Anzahl an farbigen Maschen einfach entsprechend erhöht.

[Grafik-Anleitung Kissenbezug häkeln] 

Häkeln von Kissenbezügen

2. Schritt: den Kissenbezug filzen

Die beiden Häkelteile werden jetzt gefilzt. Dazu werden sie in die Waschmaschine gegeben und bei 40 Grad gewaschen. Um die Waschmaschine vor Fusseln zu schützen, können die Häkelarbeiten in einen Wäschebeutel oder alten Kissenbezug gesteckt werden. Zusammen mit den Häkelarbeiten sollten außerdem ein paar Handtücher, eine Jeans oder zwei, drei Tennisbälle in die Wäschetrommel wandern.

Dadurch ist mehr Bewegung in der Trommel und das Filzen gelingt besser. Als Waschmittel wird ein ganz normales Voll- oder Colorwaschmittel verwendet, kein Waschmittel für Feines oder Wolle. Ist der Waschgang abgeschlossen, wird das Filzwerk begutachtet.

Sind noch einzelne Maschen der Häkelarbeit zu erkennen, wird ein zweiter Filzgang notwendig. Dieser erfolgt dann jedoch bei 60 Grad.Nach dem Filzen müssen die beiden Kissenhüllenteile in Form gezogen werden, denn sie kommen recht zerknittert und formlos aus der Waschmaschine. Durch kräftiges Ziehen lässt sich auch die Größe noch ein wenig verändern. Sind die beiden Teile so in Form gebracht, dass sie gleichgroß sind, werden sie liegend getrocknet.   

 3. Schritt: den Kissenbezug fertig stellen

Nun müssen die beiden Filzwerke nur noch zusammengenäht werden. Dazu werden sie rechts auf rechts gelegt und an drei Kanten zusammengenäht. An der vierten Kante können ein Klettverschluss, ein Reißverschluss oder Druckknöpfe als Verschluss angebracht werden.

Dann wird der Kissenbezug umgestülpt und ein Kisseninlet hineingegeben. Damit ist das selbstgemachte Kuschelkissen fertig. Bei Bedarf kann der gefilzte Kissenbezug übrigens problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden.

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