Sitzkissen und andere Wohnaccessoires häkeln

Sitzkissen und andere Wohnaccessoires häkeln 

Ähnlich wie andere Handarbeiten galt auch das Häkeln lange Zeit als wenig modern. Kaum jemand dachte an junge Menschen und kreative Arbeiten, wenn vom Häkeln die Rede war. Vielmehr hatten die meisten eher ältere Damen vor Augen, die biedere Tischdeckchen, rustikale Gardinen und Kissenhüllen oder mehr oder weniger nützliche Topflappen anfertigten. Dies hat sich nun aber gehörig geändert.

 

Gehäkeltes liegt absolut im Trend und immer mehr junge Leute entdecken diese Form der Handarbeit wieder oder neu für sich. Dabei wird übrigens nicht mehr nur für sich selbst gewerkelt.

So gibt es mit dem Guerilla-Häkeln einen recht jungen Trend, bei dem Straßenlaternen, die Stangen von Verkehrschildern, Geländer, Bäume und viele andere Objekte in der Nachbarschaft in farbenfrohe Häkelarbeiten eingepackt werden. 

Sitzkissen und andere Wohnaccessoires häkeln

Für das Häkeln werden neben einer Idee nur eine Häkelnadel und Garn benötigt. Anders als Stricknadeln ist eine Häkelnadel nicht glatt und spitz, sondern hat einen Haken an der Spitze. Dieser Haken macht es möglich, die Wolle durch die bereits gehäkelten Maschen zu ziehen und so ein Gebilde aus zusammenhängenden Maschen entstehen zu lassen. Je nachdem, welche Art von Maschen gehäkelt wird, ergeben sich nicht nur verschieden dichte und elastische Gewebe, sondern auch unterschiedliche Muster.

Weitere Variationen sind möglich, indem mit verschiedenen Garnen und Wollen in mehreren Farben gearbeitet wird. Insgesamt ist das Häkeln dabei leichter zu erlernen und umzusetzen als das Stricken. Dies liegt hauptsächlich daran, dass beim Häkeln mit nur einer Nadel gearbeitet wird, zudem können keine Maschen von der Nadel rutschen und verloren gehen. Verglichen mit dem Stricken ist das Häkeln übrigens eine recht junge Form der Handarbeit.

Während schon im 13. Jahrhundert Strickarbeiten angefertigt wurden, ist das Häkeln nämlich erst seit knapp 200 Jahren bekannt. Je nach Garn lassen sich nicht nur tolle Kleidungsstücke häkeln, sondern auch moderne und kreative Wohnaccessoires. Ob ein farbenfroher Tassenwärmer aus Baumwolle, witzige Untersetzer aus Kunstfasern, Lampenschirme aus Jersey oder eine edle Decke aus Seide, für jeden Geschmack und jeden Kenntnisstand sollte sich ein hübsches Projekt finden lassen.

Eine nette Idee stellt auch die folgende Anleitung vor. Dabei geht es um ein Sitzkissen, das in praktisch jeder Größe gehäkelt werden kann und sich im Wohnzimmer genauso gut macht wie im Kinderzimmer. 

Anleitung: Sitzkissen häkeln

Ein kuscheliges Sitzkissen können auch Anfänger schnell und einfach anfertigen. Gehäkelt wird nämlich mit festen Maschen und da das Kissen an einem Stück entsteht, müssen später keine Einzelteile zusammengefügt werden. Wie groß das Sitzkissen wird, hängt zum einen von der verwendeten Wolle und zum anderen von der Anzahl der Zunahmen ab. Dabei ist es aber nicht notwendig, sich schon im Vorfeld Gedanken über die Größe zu machen und eigentlich kann ausnahmsweise sogar auf eine Maschenprobe verzichtet werden.

Die Größe des fertigen Sitzkissens lässt sich nämlich beim Häkeln bestimmen, wobei die grundlegende Anleitung immer gleich bleibt.

Das Häkeln des Sitzkissens beginnt mit einem Fadenring:

Am einfachsten entsteht ein Fadenring, indem ein Stück Garn abgeschnitten und zu einer Schlaufe gelegt wird, bei der sich die beiden Enden auf der Oberseite kreuzen. Wer möchte kann den Fadenring aber auch bilden, ohne das Garn abzuschneiden. In diesem Fall wird das Garn ganz normal um den Zeigefinger gelegt. Das Ende des Garns wird anschließend zu einer Schlaufe geformt und diese Schlaufe wird zum Festhalten zwischen den Daumen und den Zeigefinger geklemmt.

Der Fadenring wird nun mit sechs festen Maschen umhäkelt. Die erste Runde ist damit auch schon fertig. Jetzt wird der Fadenring fest zusammengezogen und das lose Ende mit einem einfachen Knoten gesichert. In der zweiten und in der dritten Runde werden in jede Masche der vorhergehenden Runde zwei feste Maschen gehäkelt. Ab der vierten Runde werden dann immer abwechselnd einmal eine feste Masche und einmal zwei feste Maschen in die jeweilige Masche der Vorrunde gearbeitet.

Dies wird über so viele Runden wiederholt, bis die Häkelarbeit den gewünschten Radius erreicht hat. Danach folgen Runden ohne weitere Zunahmen. Das bedeutet, nun wird jede Masche als normale, einfache feste Masche gehäkelt. Diese gerade hoch gehäkelten Runden werden solange gearbeitet, bis auch der Kissenrand so hoch ist wie gewünscht. Damit sich das Kissen allmählich schließt, wird nun die Maschenzahl in jeder Runde verringert.

Dabei wird in den beiden folgenden Runden jede dritte Masche übersprungen. Das bedeutet, es werden jeweils zwei Maschen ganz normal als feste Maschen gehäkelt, dann wird eine Masche nicht gehäkelt, danach folgen wieder zwei feste Maschen, anschließend wird wieder eine Masche ausgelassen und immer so weiter bis zum Ende der Runde. Nach diesen beiden Runden wird ab der nächsten Runde jede zweite Masche ausgelassen.

Es wird also immer abwechselnd eine Masche als feste Masche gehäkelt und eine Masche übersprungen. Zwischendurch wird das Sitzkissen noch gefüllt. Je nachdem, ob als Füllung Füllwatte oder Füllkissen verwendet werden, wird die Füllung dann in das Kissen gesteckt, wenn die Öffnung gerade noch groß genug ist.

Danach werden die Abnahmerunden fortgesetzt, bis das Sitzkissen verschlossen ist. Zum Schluss muss nur noch das Garn durch die letzte Masche gezogen und das Ende gut vernäht werden. Damit ist das selbstgehäkelte Sitzkissen fertig.

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