Infos und Tipps zu Superwash-Wolle

Infos und Tipps zu Superwash-Wolle

Garne aus oder mit natürlicher Wolle sind nicht dafür ausgelegt, bei höheren Temperaturen in der Waschmaschine gewaschen zu werden. Eine solche Wäsche hätte zur Folge, dass die Häkelarbeit einläuft oder verfilzt. Beides sollte bei all der Mühe, die in dem gehäkelten Werk steckt, natürlich nicht passieren. Wer sich im Fachhandel umschaut, findet Wollgarne, die als „superwash“ gekennzeichnet sind. Sie sind so behandelt, dass sie weder einlaufen noch verfilzen.

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Infos und Tipps zu Superwash-Wolle

Doch was genau bedeutet es, wenn ein Garn superwash behandelt ist? Und wie werden diese Garne richtig gepflegt?

In diesem Beitrag haben wir Infos und Tipps zu Superwash-Wolle zusammengestellt!:

Was genau ist Superwash-Wolle?

Bereits die Bezeichnung deutet schon auf die wichtigste Eigenschaft von Superwash-Wolle hin. Superwash steht nämlich für ein Verfahren, bei dem Wollgarne so behandelt werden, dass sie bedenkenlos in der Waschmaschine gewaschen werden können.

Natürliche Wolle ist eine Faser aus Eiweiß und setzt sich aus vielen kleinen Schuppen zusammen. Diese Schüppchen sind überlappend angeordnet. Allerdings vertragen die Schuppen weder große Hitze noch plötzliche Temperaturschwankungen.

Wird Wolle bei einer höheren Temperatur gewaschen, öffnen sich die Schuppen und verhaken sich ineinander. Das Ergebnis davon ist, dass die Fasern verfilzen.

Bei der Behandlung namens superwash werden die Schüppchen entfernt und die Fasern gleichzeitig mit einer Polymerschicht überzogen. Polymer ist ein Kunststoff, der bedenkenlos ist und sehr häufig für Kleidungsstücke eingesetzt wird. Die Polymerschicht wird zu einer Schutzschicht und bewirkt, dass hohe Temperaturen dem Wollgarn nichts mehr anhaben können.

Dass ein Wollgarn superwash behandelt ist, steht auf der Banderole. Einige Hersteller verwenden stattdessen auch eine Kennzeichnung wie „filzfrei“. Damit ist das Gleiche gemeint.

Das heißt andersherum aber auch: Wer Taschen, Körbe, Hausschuhe oder ähnliche Dinge häkeln und anschließend filzen oder walken möchte, muss darauf achten, dass seine Wolle gerade nicht superwash behandelt ist. Denn mit Superwash-Wolle gelingt die Filzarbeit nicht.

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Welche Eigenschaften hat Superwash-Wolle?

Was die Eigenschaften betrifft, unterscheidet sich Superwash-Wolle von normaler, unbehandelter Naturwolle. Diese Unterschiede machen sich auch beim Häkeln bemerkbar.

Superwash behandelte Wolle fühlt sich angenehm und deutlich weicher an als natürliche Wolle. Das liegt an der Schutzschicht aus Polymeren, mit der die Fasern überzogen sind.

Wer bisher um Wolle einen Bogen gemacht hat, weil sie ihm zu kratzig war, findet mit Superwash-Wolle also eine interessante Alternative.

Ein anderer Effekt der Polymerschicht ist, dass das Garn glatter ist. Während sich natürliches Wollgarn oft recht rau anfühlt, ist Superwash-Wolle rutschiger. Beim Häkeln gleiten die Maschen leichter über die Nadeln, was zur Folge haben kann, dass die Arbeit schneller vorwärtsgeht.

Wem das Garn so aber zu rutschig ist, der kann eine Häkelnadel aus einem anderen Material ausprobieren. Auf einer Nadel aus Metall gleitet Garn besser, während eine Nadel aus Bambus oder Holz eher bremst. Es kann also einen Versuch wert sein, eine Bambus- oder Holznadel auszuprobieren.

Verglichen mit Naturwolle, nimmt Superwash-Wolle Farbe besser an. Aus diesem Grund sind die Garne in vielen kräftig leuchtenden Farben erhältlich. Die Polymerschicht verleiht außerdem einen leichten Glanz. Anders als mit Naturwolle können also mit Superwash-Wolle auch Projekte mit kreativen Farbspielen umgesetzt werden.

Den vielen Vorzügen steht allerdings ein Nachteil gegenüber. Naturwolle reguliert die Temperatur, kann Feuchtigkeit gut aufnehmen und wirkt isolierend. Diese Eigenschaften sind bei Superwash-Wolle nur bedingt gegeben, eben weil Polymere die Fasern ummanteln.

Wie wird Superwash-Wolle gepflegt?

Wie schon erwähnt, kann Superwash-Wolle problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Deshalb eignen sich solche Garne sehr gut für Häkelarbeiten, die häufiger gewaschen werden müssen. Auch Baby- und Kinderkleidung kann prima aus Superwash-Wolle gehäkelt werden.

Doch obwohl superwash behandelte Wolle längst nicht so sensibel ist wie Naturwolle, verzeiht sie nicht alles. So sollten Häkelarbeiten aus Superwash-Wolle entweder im Wollprogramm oder im Schonwaschgang gewaschen werden.

Die Höchsttemperatur liegt je nach Garn bei 30 oder 40 Grad. Genaue Angaben dazu stehen auf der Banderole.

Optimal für die Wäsche ist ein Wollwaschmittel. Weichspüler sollte nicht verwendet werden, weil sich dadurch die Passform verändern kann. Superwash-Wolle ist aber schon so weich, dass ein Weichspüler ohnehin nicht notwendig ist.

In den Wäschetrockner sollten die Häkelarbeiten ebenfalls nicht gegeben werden.

Kleidungsstücke und andere Textilien aus Superwash-Wolle können etwas nachgeben, wenn sie getragen werden. Deshalb ist ratsam, die Stücke regelmäßig zu waschen. Dadurch bekommen sie ihre Form zurück.

Eine andere Möglichkeit ist, die Textilien nur anzufeuchten und anschließend zu spannen. Und wer schon im Vorfeld verhindern will, dass sich seine Arbeiten bei Gebrauch zu sehr weiten, kann sie mit einer etwas kleineren Nadelstärke häkeln.

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