Anleitung für einen eckigen Korb aus Plastiktüten

Anleitung für einen eckigen Korb aus Plastiktüten

Dass Plastiktüten alles andere als umweltfreundlich sind, ist vermutlich jedem klar. Und wenn ein Einkauf geplant ist, denken die meisten auch daran, entsprechende Verpackungs- und Transportmaterialien mitzunehmen. Aber manchmal bleibt es eben beim guten Vorsatz und bei einem Spontankauf wird doch auf eine Plastiktüte zurückgegriffen.

Im Laufe der Zeit sammelt sich so eine beachtliche Menge an. Natürlich können die Plastiktüten mehrfach verwendet oder zu Müllbeuteln umfunktioniert werden. Aber genauso lassen sie sich auch zu kreativen DIY-Projekten verarbeiten. Die Idee, Plastiktüten als Häkelmaterial zu verwerden, kommt wohl ursprünglich aus den USA. Dort gibt es dafür sogar einen eigenen Namen.

Dieser lautet PLARN und setzt sich aus plastic und yarn (für Garn) zusammen. Das Schöne am Häkeln mit Plastiktütenstreifen ist aber nicht nur, dass die ollen Plastiktüten auf diese Weise recycelt werden können. Stattdessen entstehen farbenfrohe Gegenstände, die durch das Material wasserfest und somit ganz schön praktisch sind.

Eine Möglichkeit für eine Häkelarbeit aus Plastiktütenstreifen ist ein eckiger Korb. Er eignet sich prima als Aufbewahrungsmöglichkeit für weitere Plastiktüten, Kartoffeln und andere Küchenvorräte, Schmutzwäsche im Badezimmer, Gartenabfälle, Spielsachen für draußen und viele andere Dinge.

 

Hier also die Anleitung für einen eckigen Korb aus Plastiktüten!

 

Die Materialien für den Korb

  • viele Plastiktüten oder auch Müllsäcke
  • Häkelnadel in Stärke 6 bis 8
  • Schere

Einen Korb aus Plastiktüten häkeln – so wird’s gemacht

  1. Schritt: das Häkelmaterial anfertigen

Zuerst muss aus den Plastiktüten ein Plastikgarn werden, mit dem gehäkelt werden kann. Dafür wird die erste Plastiktüte flach hingelegt. Anschließend werden die Henkel oder der Teil mit den Grifflöchern und auf der anderen Seite der geschlossene Rand abgeschnitten. Dadurch ist aus der Plastiktüte ein Schlauch geworden.

Dieser Schlauch wird jetzt so hingelegt, dass die beiden offenen Seiten nach rechts und nach links zeigen, während die geschlossenen Kanten oben und unten sind. Dann wird der Schlauch in ungefähr 2 cm breite Streifen geschnitten. Wichtig ist aber, die Streifen nicht komplett durchzuschneiden, sondern 2 bis 3 cm vor der Oberkante aufzuhören. Die Streifen selbst müssen nicht genau abgemessen werden und es macht auch nichts, wenn sie leicht unregelmäßig sind.

Ist der gesamte Schlauch in Streifen aufgeteilt, wird er auseinandergezogen und so hingelegt, dass der geschlossene Steg in der Mitte verläuft. Dann wird die Schere am Rand angesetzt und schräg zum Einschnitt zwischen dem ersten und dem zweiten Streifen geführt. Damit ist der Anfang des Plastiktütenstreifens vorhanden. Der nächste Schnitt verläuft dann wieder diagonal vom ersten Einschnitt auf der einen Seite zum schräg gegenüberliegenden Einschnitt auf der anderen Seite. So wird nach und nach der ganze Steg zerschnitten. Dadurch ist am Ende ein langer Streifen vorhanden.

Zum besseren Verständnis hier das Ganze noch einmal als Grafik:

[Korb]

Korb

Eine andere Möglichkeit ist, die Plastiktüte einfach in Streifen bzw. Ringe zu zerschneiden. In diesem Fall werden die Stücke dann zu einem langen Streifen zusammengeknotet. Wer möchte, kann sein Häkelmaterial nun noch zu einem Knäuel aufwickeln.

 

  1. Schritt: den Boden häkeln

Ist das Häkelmaterial vorbereitet, kann der Korb gehäkelt werden. Begonnen wird dabei mit dem Boden. Dafür wird zunächst eine Kette aus Luftmaschen angeschlagen. Die Länge der Luftmaschenkette hängt davon ab, wie breit der Korb werden soll. Anschließend wird in Reihen gehäkelt. Damit der Korbboden schön dicht und stabil wird, wird er am besten aus festen Maschen gearbeitet. In der zweiten Reihe wird also in jede Luftmasche der Anschlagsreihe eine feste Masche gehäkelt. Ist das Ende der Reihe erreicht, wird die Häkelarbeit umgedreht. Am Anfang der nächsten Reihe wird eine Luftmasche gearbeitet und dafür die erste Masche der Vorreihe ausgelassen. In der nächsten Reihe wird also in die zweite Masche eingestochen und auch hier wird wieder auf jede Masche eine feste Masche gehäkelt. Dies wird nun fortlaufend wiederholt. Allmählich entsteht so ein Rechteck. Hat das Rechteck die gewünschte Größe erreicht, ist der Boden des Korbes fertig.

Sollte ein Plastiktütenstreifen enden, wird einfach einer neuer Plastiktütenstreifen angeknotet. Überstehende Enden können mit eingehäkelt oder später einfach abgeschnitten werden.

 

  1. Schritt: die Seiten des Korbes häkeln

An das Rechteck, das den Korbboden bildet, werden nun die Seiten des Korbes angehäkelt. Dafür wird in die hintere Schlaufe der ersten Masche eingestochen und eine feste Masche gehäkelt. Weiter geht es dann mit den übrigen Maschen dieser Kante. Auch in diese Maschen wird jeweils eine feste Masche gehäkelt, wobei immer nur in das hintere Maschenglied eingestochen wird. Ist das Ende der Kante und damit eine Ecke des Rechtecks erreicht, wird eine Luftmasche gehäkelt. Diese Luftmasche gleicht den Abstand bis zur nächsten Masche, der sich durch die Ecke ergibt, aus. Dann geht es wie gehabt mit festen Maschen weiter. So wird weitergehäkelt, bis das Rechteck einmal komplett umrundet ist.

Ab jetzt wird einfach immer rundherum gehäkelt. Dabei kann der Korb komplett aus festen Maschen gearbeitet werden. Ein sehr schönes Muster entsteht gerade durch die breiten und robusten Plastiktütenstreifen aber auch dann, wenn jeweils *eine Luftmasche gehäkelt, eine Masche ausgelassen und eine feste Masche gehäkelt* wird.

Wenn diese Abfolge fortlaufend wiederholt wird, ergibt sich ein Häkelmuster, durch das der Korb wie geflochten aussieht. Hat der Korb die gewünschte Höhe erreicht, wird das Plastikgarn abgeschnitten und mit einem Knoten gesichert. Das Ende kann dann entweder vernäht oder mithilfe einer dünneren Häkelnadel unsichtbar im Häkelwerk festgesteckt werden. Und damit ist der Korb aus Plastiktüten auch schon fertig!

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