Anleitung für die Häkeltechnik „Broomstick-Lace“

Anleitung für die Häkeltechnik „Broomstick-Lace“

Häkelarbeiten können aus vielen verschiedenen Maschen gearbeitet werden. Die verwendeten Maschen wiederum entscheiden über das Häkelmuster. Und ein solches Häkelmuster stellt die folgende Anleitung vor. Dabei geht es um die Häkeltechnik namens “Broomstick-Lace”.

Dahinter verbirgt sich ein sehr dekoratives Muster, das sich prima für luftige Sommerschals, Netztaschen, leichte Sommertops, Kissenbezüge und viele andere Dinge eignet. Und das Beste ist, dass die Häkeltechnik viel einfacher geht, als man beim Blick auf das Ergebnis vermuten würde.

 

Was heißt „Broomstick-Lace“?

Die Bezeichnung „Broomstick-Lace“ setzt sich aus den beiden englischen Begriffen Broomstick und Lace zusammen. Broomstick bedeutet übersetzt Besenstiel. Damit ist die dicke, runde Hilfsnadel gemeint, die bei dieser Häkeltechnik zum Einsatz kommt. Lace ist die englische Bezeichnung für Spitze oder generell durchbrochene Muster.

Die Häkeltechnik führt zu einem sehr dekorativen Maschenbild. Dabei ist sie erstaunlich einfach umzusetzen. Denn sie besteht lediglich aus Luftmaschen und aus festen Maschen. Wie luftig das Gewebe wird, hängt von der Hilfsnadel ab. Je dicker die Hilfsnadel ist, desto größer werden die Schlingen und damit auch das Lochmuster.

 

Die Materialien für die Häkeltechnik

  • Bändchengarn oder anderes, eher dickes Häkelgarn
  • Häkelnadel, Größe 7
  • sehr dicke Stricknadel, Kochlöffelstiel, Rundholz oder ähnlicher Gegenstand mit 20 bis 35 mm Durchmesser als Hilfsnadel

 

Die Anleitung für die Häkeltechnik „Broomstick-Lace“

  1. Der Maschenanschlag

Für den Maschenanschlag wird eine Luftmaschenkette in der gewünschten Länge gehäkelt. Allerdings muss die Maschenzahl durch 4 teilbar sein.

Dann wird eine Wendeluftmasche gearbeitet. Anschließend wird in jede Luftmasche der Anschlagsreihe eine feste Masche gehäkelt.

 

  1. Das Häkelmuster

Das Häkelmuster besteht aus zwei Reihen, die fortlaufend wiederholt werden. Die Häkelarbeit wird dabei aber nicht gewendet! Stattdessen wird immer nur auf einer Seite gearbeitet und dabei in der Hinreihe von links nach rechts und in der Rückreihe von rechts nach links gehäkelt.

 

  1. Reihe = Hinreihe von links nach rechts:
  • Die Arbeitsschlinge, die nach der letzten Masche der Vorreihe auf der Häkelnadel liegt, wird langgezogen und auf der Hilfsnadel abgelegt.
  • Nun wird die Häkelnadel in die zweite Masche, also die vorletzte Masche der Vorreihe eingestochen. Dann wird der Faden geholt und durch die Masche gezogen. Die entstandene Schlinge wird langgezogen und ebenfalls auf der Hilfsnadel abgelegt. (Die erste Masche am Anfang der Reihe wird ausgelassen, weil aus dieser Masche bereits die Anfangsschlinge herauskommt.)
  • Für die nächste Masche wird die Häkelnadel in die nächste Masche der Vorreihe eingestochen. Dann wird der Faden geholt, die entstandene Schlinge langgezogen und wieder auf der Hilfsnadel abgelegt. Dies wird mit allen weiteren Maschen wiederholt.

In der Hinreihe werden also alle Maschen der Vorreihe abgehäkelt und die Schlingen, die dabei entstehen, auf der dicken Hilfsnadel abgelegt. Ist die Reihe fertig, muss die Anzahl der Schlingen auf der Hilfsnadel mit der Anzahl der Maschen beim Maschenanschlag übereinstimmen und durch 4 teilbar sein.

 

  1. Reihe = Rückreihe von rechts nach links:

In der Rückreihe werden immer Gruppen aus jeweils vier Schlingen bearbeitet:

  • Am Anfang der Reihe werden die vier ersten Schlingen von der Hilfsnadel abgenommen. Dazu wird die Häkelnadel von rechts nach links durch die vier Schlingen geführt.
  • Dann wird der Faden geholt und durch alle vier Schlingen gezogen. Damit sich die Schlingen nicht zusammenziehen und das Häkeln etwas leichter fällt, können die Schlingen mit dem Finger zusammengenommen und festgehalten werden.
  • Nachdem der Faden geholt ist, wird bei der ersten Schlingengruppe eine Luftmasche als Anfangsluftmasche gehäkelt.
  • Anschließend werden vier feste Maschen um die Schlingen gehäkelt. Die Häkelnadel wird also jeweils durch die Schlingengruppe geführt, um eine feste Masche zu häkeln.
  • Ist die erste Schlingengruppe fertig, ist die nächste Schlingengruppe an der Reihe. Auch hier werden vier Schlingen auf die Häkelnadel gehoben und zusammengefasst, indem der Faden durch die vier Schlingen geholt wird. Anschließend wird die Schlingengruppe mit vier festen Maschen umhäkelt. So wird nun bis zum Ende der Reihe weitergearbeitet.

Diese beiden Reihen werden fortlaufend wiederholt. In den Hinreihen wandern die Maschen also als Schlingen auf die Hilfsnadel und in den Rückreihen werden sie wieder von der Hilfsnadel abgearbeitet. Hat die Häkelarbeit die gewünschte Länge erreicht, wird sie mit einer Rückreihe beendet. Dadurch schließt die Häkelarbeit mit einer Kante aus festen Maschen ab.

 

Übrigens:

Die Häkeltechnik muss nicht unbedingt mit Gruppen aus vier Schlingen umgesetzt werden. Stattdessen kann sie auch mit beispielsweise Dreier- oder Fünfergruppen gearbeitet werden. In diesem Fall werden die Schlingen nicht mit vier festen Maschen, sondern mit drei oder fünf festen Maschen umhäkelt.

Die Anzahl der festen Maschen, mit denen die Schlingen umhäkelt werden, entspricht also immer der Anzahl an Schlingen, aus der eine Gruppe besteht. Danach richtet sich dann auch die Anzahl der Anschlagsmaschen bzw. die Zahl, durch die die Maschenzahl teilbar sein muss.

 

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