Anleitung – umhäkelte Toilettenpapierrollen

Anleitung für umhäkelte Toilettenpapierrollen  

Etwa in den 1960er-Jahren kam es in Mode, Toilettenpapierrollen kunstvoll zu umhäkeln, um sie dann zusammen mit einem Wackeldackel und einem Hut auf der Hutablage im Auto zu drapieren. Fortan prägten sie das Bild und es gab kaum ein Auto in Ost und West, das nicht mit einer umhäkelten Toilettenpapierrolle ausgestattet war.

Allerdings hatten die umhäkelten Klopapierrollen nicht nur eine dekorative, sondern auch eine praktische Funktion.

 

Schließlich ist es sehr angenehm, bei einer längeren Fahrt Toilettenpapier dabei zu haben, etwa bei einem Stopp auf einem Rastplatz mit WC, zum Nase putzen oder zum schnellen Händeabwischen zwischendurch. Durch den Überzug hat die Papierrolle dann nicht nur einen festen Platz, sondern bleibt auch sauber. Irgendwann gerieten die hübschen Accessoires aber wieder aus der Mode und galten plötzlich als spießig und äußerst uncool.

Jetzt erleben umhäkelte Toilettenpapierrollen ihr großes Comeback, denn der Vintage-Stil ist angesagter denn je. Vor allem die typischen Farbkombinationen aus Olivgrün, Braun, Rosa und Orange aus den 1960er- und 1970er-Jahren liegen dabei im Trend, aber auch moderne Designs in nicht ganz so schrillen Farben und Farbkombinationen haben ihren Charme.

Wer sein Auto nun auch mit einer umhäkelten Klopapierrolle schmücken möchte und nicht auf ein echtes Original von den Eltern oder Großeltern zurückgreifen kann, kann sich seinen Toilettenpapierrollenüberzug recht einfach selbst anfertigen.

Hier die Anleitung dazu:

Benötigtes Material für eine umhäkelte Toilettenpapierrolle

Neben einer Toilettenpapierrolle als Muster werden natürlich Wolle oder Häkelgarn sowie eine dazu passende Häkelnadel benötigt. Welches Garn verwendet wird, bleibt dem eignen Geschmack überlassen. Am einfachsten lassen sich reine Wolle und Polyester verarbeiten, zudem lassen sich weiche Garne einfacher in Form ziehen.

Glatte Baumwolle hingegen kann sich als recht störrisch erweisen und ist daher eher für Geübte geeignet. Für eine Toilettenpapierrolle reicht ein Knäuel Wolle in aller Regel aus, für einen bunten Überzug können aber auch verschiedenste Wollreste verarbeitet werden.

Zu den weiteren benötigten Materialien gehören etwas Pappe, eine Schere und eine Stopfnadel.  

Anleitung für eine umhäkelte Toilettenpapierrolle  

1. Schritt: den Deckel häkeln

Zu Beginn werden fünf Luftmaschen angeschlagen und mit einer Kettmasche zum Ring geschlossen. Das Loch in der Mitte wird dabei fest zusammengezogen und danach geht es mit festen Maschen und gleichmäßigen Zunahmen weiter. In der ersten Runde wird der Ring aus Luftmaschen mit acht festen Maschen umhäkelt, wobei immer in die Mitte des Kreises eingestochen wird. In der zweiten und in allen folgenden Runden wird die Nadel immer in die beiden Maschenglieder der Vorrunde eingestochen.

Dabei wechseln sich in den beiden nächsten Runden jeweils eine normale gehäkelte Masche und eine Zunahme ab. Das bedeutet, in der zweiten Runde wird eine Masche ganz normal als feste Masche gehäkelt, in die nächste Masche werden zwei feste Maschen gehäkelt. Am Ende der zweiten Runde hat sich die Maschenzahl dann auf 12 Maschen erhöht. In der dritten Runde wird dies noch einmal wiederholt, so dass dann 18 Maschen vorhanden sind.

In den folgenden Runden werden jeweils fünf bis sechs neue Maschen zugenommen, bis der Deckel so groß ist, dass er dem Durchmesser der Toilettenpapierrolle entspricht.

Wichtig bei den Zunahmen ist, darauf zu achten, dass die Häkelarbeit glatt bleibt, sich also nicht wölbt. Kräuselt sich der Rand, sollten weniger Maschen zugenommen werden. 

2. Schritt: die Seiten häkeln

Wenn der Deckel die benötigte Größe erreicht hat, geht es in Runden ohne weitere Zunahmen weiter. Die Maschen werden also einfach in Runden gehäkelt, bis der Rand die gesamte Höhe der Toilettenpapierrolle abdeckt.

Am einfachsten ist es dabei, weiterhin mit festen Maschen zu arbeiten, genauso sind aber natürlich auch Muster aus beispielsweise festen Maschen und Stäbchen oder in bunten Farben möglich. 

3. Schritt: die Hutkrempe häkeln

Ein echter Toilettenpapierüberzug schließt mit einer gekräuselten Hutkrempe ab. Dazu werden in der letzten Reihe wieder Maschen zugenommen, indem in eine Masche mehrere neue Maschen gehäkelt werden. Wie viele Maschen dabei zugenommen werden, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Je mehr Maschen zugenommen werden, desto stärker legt sich der Rand aber in Falten. Wer keinen  gekräuselten Rand arbeiten möchte, kann seinen Überzug auch mit einer flachen Bordüre mit beispielsweise einem Zacken- oder Bogenmuster abschließen. 

4. Schritt: einen Bommel herstellen

Als dekorativen Abschluss erhält einen typischer Toilettenpapierüberzug noch einen großen oder mehrere kleine Bommel. Für einen Bommel werden zwei gleichgroße Kreise aus Pappe ausgeschnitten und jeweils mit einem Innenkreis versehen, so dass dann zwei identische Pappringe vorhanden sind. Die Pappringe werden nun mit Wolle umwickelt, indem die Wolle um den Ring gelegt und durch die Ringmitte herausgeführt wird.

Dies wird dann solange wiederholt, bis die Ringmitte vollständig mit Wolle ausgefüllt ist. Dann wird die gewickelte Wolle am äußeren Rand entlang aufgeschnitten. Ein langer Wollfaden wird nun zwischen die beiden Pappscheiben geschoben, zusammengezogen und fest verknotet. Danach können die beiden Pappscheiben entfernt und überstehende Wollfäden abgeschnitten werden, so dass der Bommel eine gleichmäßig runde Form erhält.

Zum Schluss muss der Bommel nur noch an dem Überzug angenäht werden. Dazu wird der lange Wollfaden durch das Loch in der Mitte des Deckel geführt und auf der Innenseite vernäht.

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