Fingerhäkeln – so geht’s

Fingerhäkeln – so geht’s

Wer häkeln möchte, muss nicht immer zur Häkelnadel greifen. Denn auch mit den Fingern kann gehäkelt werden. Wie das geht?

Hier kommt eine Anleitung!

 

Wenn vom Häkeln die Rede ist, denken die meisten automatisch an das Arbeiten mit einer Häkelnadel. Doch ähnlich wie mit den Fingern gestrickt werden kann, kann mit den Fingern auch gehäkelt werden. Dabei ist das Fingerhäkeln eine tolle Alternative für diejenigen, die grobmaschige Gewebe mögen und nicht allzu viel Geduld haben.

Denn beim Fingerhäkeln wird mit sehr dicken Garnen gearbeitet. Dadurch sind die Häkelarbeiten im Handumdrehen fertig. Die Vorgehensweise beim Fingerhäkeln entspricht der üblichen Vorgehensweise beim normalen Häkeln.

Der einzige Unterschied ist, dass anstelle einer Häkelnadel die Finger zum Einsatz kommen. Natürlich dauert es einen Moment, bis die Technik sitzt. Doch das Fingerhäkeln lässt sich schnell lernen.

 

Fingerhäkeln – so geht’s

Das Häkeln mit den Fingern funktioniert im Prinzip genauso wie das Häkeln mit der Häkelnadel. Nur dass beim Fingerhäkeln eben der Daumen und der Zeigefinger die Häkelnadel ersetzen.

 

Die Anfangsschlaufe bilden

  • Für die Anfangsschlaufe wird das Garn zu einer Schlaufe gelegt. Dabei liegt das kurze Ende des Garns unter dem langen Arbeitsfaden und zeigt nach rechts.
  • Nun wird der lange Arbeitsfaden einmal locker im Uhrzeigersinn, also von vorne nach hinten, um die Schlaufe gelegt.
  • Dann wird der Teil des Arbeitsfadens, der jetzt hinter der Schlaufe liegt, mit den Fingern gegriffen und durch die Schlaufe nach vorne gezogen.
  • Anschließend wird der kurze Faden angezogen. Damit ist die Anfangsschlaufe fertig. Mit dem langen Arbeitsfaden kann die Größe der Schlaufe reguliert werden. Und damit gleich bequem weitergehäkelt werden kann, darf die Schlaufe ruhig um die 5 cm groß sein.

[Fingerhäkeln]

Luftmaschen häkeln

Wie bei den meisten Häkelarbeiten wird auch beim Fingerhäkeln zunächst eine Kette aus Luftmaschen angeschlagen. Die Anfangsschlaufe liegt dabei auf dem Zeigefinger der rechten Hand, der Arbeitsfaden läuft über den Zeigefinger der linken Hand. Der Daumen und der Zeigefinger der rechten Hand übernehmen dann die Arbeit der Häkelnadel. Das Häkeln der Luftmaschen geht so:

  • Für die erste Luftmasche wird der Daumen zusammen mit dem Zeigefinger der rechten Hand durch die Anfangsschlaufe gesteckt.
  • Dann wird der Arbeitsfaden gegriffen und durch die Schlaufe hindurch nach vorne geholt. Damit ist die erste Luftmasche gehäkelt.
  • Die zweite und alle weiteren Luftmaschen werden genauso gearbeitet. Mit dem Daumen und dem Zeigefinger wird also immer der Arbeitsfaden geholt und durch die jeweilige Schlaufe gezogen. Das wird wiederholt, bis die Luftmaschenkette die gewünschte Länge erreicht hat.

Wichtig beim Fingerhäkeln ist, den Faden nicht zu straff zu spannen. Die Luftmaschen müssen so groß sein, dass der Daumen und der Zeigefinger durch die jeweilige Schlaufe gesteckt werden können, um die nächste Masche zu häkeln.

 

Feste Maschen häkeln

Feste Maschen ergeben ein dichtes, rechtes kompaktes Gewebe. Sie eignen sich deshalb gut für beispielsweise dicke und warme Schals, Kissenhüllen, Körbe oder Taschen. Mit den Fingern werden feste Maschen eigentlich genauso gehäkelt wie mit der Häkelnadel:

  • Die Schlaufe liegt auf dem Zeigefinger der rechten Hand.
  • Der rechte Zeigefinger wird nun durch die erste Masche der vorhergehenden Reihe gesteckt.
  • Dann wird der Arbeitsfaden geholt und durch diese Masche gezogen. Wenn das allein mit dem Zeigefinger etwas schwierig ist, kann natürlich der Daumen zu Hilfe genommen werden.
  • Nachdem der Arbeitsfaden durch die Masche geholt wurde, liegen zwei Schlaufen auf dem Zeigefinger.
  • Jetzt wird der Arbeitsfaden erneut gegriffen und durch die beiden Schlaufen auf dem Finger gezogen. Damit ist eine feste Masche gehäkelt.

Für die nächste und alle weiteren festen Maschen wird das Ganze wiederholt. Zuerst wird also mit dem Finger in eine Masche eingestochen und der Arbeitsfaden durch diese Masche geholt. Anschließend wird der Arbeitsfaden ein zweites Mal geholt und durch die beiden Schlaufen auf dem Zeigefinger gezogen.

Ist eine Reihe oder Runde aus festen Maschen fertig, wird eine Luftmasche gehäkelt. Die Luftmasche ist notwendig, um die Höhe auszugleichen.

 

Stäbchen häkeln

Durch Stäbchen wird das Gewebe etwas lockerer und geschmeidiger. Deshalb lassen sich beispielsweise Mützen gut aus Stäbchen häkeln. Mit den Fingern wird ein Stäbchenmuster wie folgt gehäkelt:

  • Die Schlaufe liegt auf dem rechten Zeigefinger.
  • Der rechte Zeigefinger wird nun durch die erste Masche der vorhergehenden Runde gesteckt und der Arbeitsfaden durch diese Masche hindurch geholt.
  • Auf dem Zeigefinger liegen damit zwei Schlaufen.
  • Jetzt wird der Arbeitsfaden wieder mit dem Zeigefinger geholt und durch die vordere Schlaufe gezogen. Danach liegen noch immer zwei Schlaufen auf dem Zeigefinger.
  • Dann wird der Arbeitsfaden erneut geholt. Dieses Mal wird er aber durch die beiden Schlaufen auf dem Zeigefinger gleichzeitig gezogen. Damit ist das erste Stäbchen fertig.
  • Nach diesem Schema wird weitergearbeitet, bis das Ende der Reihe oder Runde erreicht ist. Für den Höhenausgleich werden beim Stäbchenmuster immer zwei Luftmaschen als Randmaschen gehäkelt.

Einen Korb mit den Fingern häkeln

Damit die neu gelernte Technik auch gleich angewendet werden kann, hier noch eine schnelle Anleitung für einen hübschen Korb. Benötigt werden dafür ein Knäuel sehr dicke Wolle oder Textilgarn und die Finger. Gehäkelt wird mit festen Maschen.

  • Zuerst wird die Anfangsschlaufe gebildet.
  • Anschließend werden fünf Luftmaschen angeschlagen. Mit einer Kettmasche wird die Luftmaschenkette dann zum Kreis geschlossen.
  • In der ersten Runde wird die erste Masche durch eine Luftmasche ersetzt. Anschließend werden in jede Luftmasche zwei feste Maschen gehäkelt. Die Runde wird mit einer Kettmasche beendet.
  • In der zweiten Runde wird jede zweite Masche verdoppelt. Es wird also immer abwechselnd eine Masche als feste Masche gehäkelt und in die nächste Masche werden zwei feste Maschen gehäkelt. Auch die zweite Runde beginnt mit einer Ersatzluftmasche und endet mit einer Kettmasche.
  • In der dritten Runde wird jede dritte Masche verdoppelt. Der Boden des Korbes ist damit fertig.
  • Für die Seitenwände wird in Spiralrunden weitergearbeitet. Dabei wird in jede Masche eine feste Masche gehäkelt. Weitere Zunahmen erfolgen nicht und es werden auch keine Rundenübergänge gearbeitet. Stattdessen werden die Maschen einfach reihum gehäkelt, bis das Garn verbraucht ist.

Ist die letzte Masche gehäkelt, wird das Ende des Fadens durch die Schlaufe gezogen und auf der Korbinnenseite verwoben. Fertig!

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