Kettmaschen häkeln – so geht’s, 2. Teil

Kettmaschen häkeln – so geht’s, 2. Teil

Beim Häkeln wird mit verschiedenen Maschen gearbeitet. So gibt es zum Beispiel Luftmaschen, feste Maschen und Stäbchen in unterschiedlichen Varianten. Eine weitere Maschenart ist die Kettmasche. Die Kettmasche in eine einfache, flache und ziemlich unscheinbare Masche. Trotzdem ist sie an vielen Stellen unverzichtbar. In einem zweiteiligen Beitrag nehmen wir die Kettmasche deshalb einmal genauer unter die Lupe.

Kettmaschen häkeln - so geht's, 2. Teil

Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, was eine Kettmasche genau ist, wie sie in Häkelanleitungen heißt und wie sie gehäkelt wird. Außerdem haben wir gezeigt, wie mittels Kettmasche eine Luftmaschenkette zum Ring verbunden und wie eine echte Runde damit beendet wird.

Weiter geht’s mit dem 2. Teil!:

Eine Abschlusskante aus Kettmaschen häkeln

Die Kettmasche kommt zwar in erster Linie als Bindeglied zum Einsatz, das eine Kette aus Luftmaschen zum Ring schließt oder den Übergang von einer Runde zur nächsten Runde bildet. Doch die kleine, flache Masche kann noch viel mehr. So eignet sie sich zum Beispiel gut für die Abschlusskante einer Häkelarbeit.

Durch Kettmaschen entsteht ein dekorativer Rand, der sich dezent zurückhält und kaum aufträgt. Gleichzeitig verleiht die Kante der Häkelarbeit die notwendige Stabilität. Und sie kaschiert kleinere Unregelmäßigkeiten bei den Randmaschen.

Bei einer Abschlusskante werden die Kettmaschen gehäkelt, wie sonst auch. Zunächst wird also mit der Häkelnadel in die jeweilige Masche eingestochen. Dann wird der Faden geholt und in einem Zug durch die Masche und die Schlinge auf der Häkelnadel gezogen.

Anschließend wird in die nächste Masche eingestochen, der Faden erneut erfasst und wieder auf einmal durch die Masche und die Arbeitsschlinge geholt. Auf diese Weise geht es Masche für Masche weiter, bis der Startpunkt erreicht und der ganze Rand einmal umrundet ist.

Tipp: Normalerweise wird die Häkelnadel so eingestochen, dass beide Maschenglieder erfasst werden. Allerdings ist auch möglich, die Kettmaschen nur in das hintere Maschenglied zu arbeiten.

Dazu wird die Häkelnadel zwischen die beiden Maschenglieder geführt und nur das hintere Glied auf die Häkelnadel genommen. Das vordere Maschenglied bleibt außen vor. Auf diese Weise entsteht eine sehr elastische Kante. Außerdem erinnern die Maschen optisch an gestrickte Maschen.

Zwei Häkelteile mit einer Naht aus Kettmaschen verbinden

Einige Häkelarbeiten bestehen aus mehreren Einzelteilen. Taschen mit separat gehäkelten Henkeln, größere Decken im Patchwork-Stil oder Pullover sind Beispiele dafür. Sind alle Einzelteile fertig, müssen sie zusammengefügt werden.

Bei anderen Projekten gibt es Kanten, die geschlossen werden müssen. Bei Kissenhüllen, den Sohlen von Hausschuhen oder in Reihen gehäkelten Schals, die zum Loop werden sollen, ist das beispielsweise der Fall.

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Um Häkelteile miteinander zu verbinden oder Seitenkanten zu schließen, ist natürlich möglich, zu einer Wollnähnadel zu greifen und von Hand zu nähen. Doch längst nicht jeder näht wirklich gerne. Und manchmal wollen einfach keine flachen und unauffälligen Nähte gelingen.

Eine gute Alternative kann deshalb sein, die Naht mit Kettmaschen zu häkeln. Das geht so:

  • Die beiden Häkelteile, die miteinander verbunden werden sollen, werden aufeinandergelegt. Für eine Naht auf der Innenseite liegen die beiden Stücke dabei rechts auf rechts aufeinander. Soll die Naht auf der Außenseite verlaufen, werden die Teile links auf links angeordnet.

  • Ist der abgeschnittene Arbeitsfaden lang genug, kann er für die Naht verwendet werden. Ansonsten muss eben ein neues Stück Häkelgarn her.

  • Nun wird die Häkelnadel jeweils in die erste Masche von beiden Häkelteilen eingestochen. Danach folgt eine Luftmasche. Damit ist der Anfang gemacht.

  • Dann beginnt das eigentliche Zusammenhäkeln mit den Kettmaschen. Dafür wird die Häkelnadel durch die zweite Masche von beiden Häkelteilen gestochen, der Faden geholt und in einem Zug durch beide Maschen und die Schlinge auf der Häkelnadel gezogen.

  • Anschließend die Häkelnadel wieder durch die nächste Masche beider Lagen stechen, den Faden greifen und durch alle drei Schlaufen ziehen.

  • Auf diese Weise wird die ganze Naht gearbeitet. Dabei darauf achten, dass die Maschen der beiden Häkelteile exakt übereinander liegen.

  • Ist das Ende der Naht erreicht und die letzte Kettmasche gehäkelt, wird der Faden durch die Schlaufe gefädelt und fest angezogen. Nun muss der Faden nur noch abgeschnitten und sein Ende sauber vernäht werden.

Kettmaschen sind an sich schon niedrig und kompakt. Aus diesem Grund wird eine Kettmaschen-Naht ganz automatisch schön flach. Wer die Naht aber noch unauffälliger arbeiten möchte, kann zu einer Häkelnadel greifen, die eine oder zwei Nummern kleiner ist als die Nadel, mit der die Häkelteile gefertigt wurden.

Die kleinere Häkelnadel führt nämlich dazu, dass die Maschen ebenfalls kleiner und damit noch kompakter werden.

Und: Eine Naht aus Kettmaschen eignet sich natürlich nicht nur für Häkelarbeiten. Auch Gestricktes kann auf diese Weise zusammengefügt werden.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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