So gelingen Farbwechsel beim Häkeln, 2. Teil

So gelingen Farbwechsel beim Häkeln, 2. Teil

Ob zwei- und mehrfarbige Häkelarbeiten, gestreifte Projekte, Häkelteile mit Norweger-, Blumen- und anderen Mustern oder beim Verarbeiten von Garnresten: Soll es beim Häkeln bunt zugehen, muss immer mal wieder der Faden gewechselt werden. Gleiches gilt, wenn ein Garn aufgebraucht ist und ein neuer Faden angesetzt werden muss.

So gelingen Farbwechsel beim Häkeln, 2. Teil

Allerdings stellt sich dann die Frage, wie das am besten klappt. Schließlich sollen nicht nur die Übergänge ordentlich aussehen und möglichst unauffällig sein. Stattdessen sollen auch keine Löcher oder seltsamen Schlaufen entstehen.

Tatsächlich ist ein Garn- oder Farbwechsel beim Häkeln recht einfach zu bewerkstelligen. Und die richtigen Techniken dazu erklären wir in einer zweiteiligen Anleitung.

Dabei haben wir im 1. Teil gezeigt, wie Farbwechsel an den Rändern von Reihen, in geschlossenen Runden und in Spiralrunden gelingen. Jetzt nehmen wir uns noch Farbwechsel innerhalb von Reihen oder Runden vor.

So werden Farbwechsel innerhalb von Runden und Reihen gearbeitet

Nicht immer wird ein breiterer Streifen oder eine ganze Reihe oder Runde in einer Farbe gehäkelt. Je nach Muster kann vielmehr sein, dass nur wenige Maschen in einer Farbe gearbeitet werden und dann gleich der nächste Farbwechsel erfolgt.

Würde bei jedem dieser Farbwechsel ein neuer Faden angesetzt, gäbe es auf der Rückseite der Häkelarbeit ein heilloses Chaos aus lauter kurzen Garn-Enden. Und sie alle zu vernähen, wäre sehr mühsam.

Aus diesem Grund kommt in solchen Fällen eine etwas andere Technik zum Einsatz:

  • Ist die letzte Masche in der bisherigen Farbe erreicht, wird die Häkelnadel für die nächste Masche in die entsprechende Stelle eingestochen, der Faden erfasst und als Schlinge auf die Nadel geholt.

  • Anschließend wird das Garn in der neuen Farbe genommen, der Faden mit der Häkelnadel gegriffen und durch die beiden Schlingen auf der Nadel gezogen.

  • Für den Farbwechsel wird die jeweilige Masche also mit der ersten Farbe begonnen und mit der zweiten Farbe beendet. Damit findet die gleiche Technik Anwendung, die auch bei Farbwechseln in Spiralrunden zum Einsatz kommt.

  • Während nun die nächsten Maschen mit der zweiten Farbe gearbeitet werden, läuft der Faden der vorhergehenden Farbe auf der Rückseite mit. Dazu kommen wir gleich noch.

  • Für den nächsten Farbwechsel wird die entsprechende Masche wieder nur zur Hälfte mit der aktuellen Farbe gehäkelt und mit der anderen Farbe fertig gestellt.

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Die eben beschriebenen Arbeitsschritte beziehen sich auf feste Maschen. Bei allen anderen Maschen bleibt die Vorgehensweise aber gleich. Auch bei zum Beispiel halben oder ganzen Stäbchen wird die Masche bis zum vorletzten Schritt mit der ersten Farbe gearbeitet. Der letzte Schritt, der die Masche beendet, erfolgt dann mit der zweiten Farbe.

So läuft der Faden auf der Rückseite mit

Um den Faden, der gerade nicht benötigt wird, auf der Rückseite der Häkelarbeit mitlaufen zu lassen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist, den Faden einfach hängen zu lassen und später wieder aufzunehmen. Der Faden spannt sich dabei über die Maschen, die in der anderen Farbe gearbeitet wurden. Aus diesem Grund werden solche Fäden auch Spannfäden genannt.

Auf der Vorderseite der Häkelarbeit sind die Spannfäden nicht zu sehen. Bei Pullovern, Socken und ähnlichen Kleidungsstücken können sie aber beim Anziehen stören, denn die Finger oder Zehen können sich darin verheddern.

Spannfäden, die auf der Innen- oder Rückseite der Häkelarbeit sichtbar bleiben und offen mitlaufen, sollten deshalb nur über sehr wenige Maschen gearbeitet werden.

Die zweite Möglichkeit ist, den mitlaufenden Faden zu umhäkeln. Wenn die Maschen in der aktuellen Farbe gearbeitet werden, liegt der nicht benötigte Faden also an der Kante der Häkelarbeit an und wird mit eingehäkelt.

Der Vorteil dabei ist, dass später keine Spannfäden zu sehen ist. Außerdem ist der Faden so automatisch an der richtigen Stelle, wenn er wieder zum Einsatz kommt.

Ob die Häkelarbeit in Runden oder in Reihen angefertigt wird, macht mit Blick auf die Technik keinen Unterschied. Der Faden, der gerade nicht bearbeitet wird, läuft in beiden Fällen im Hintergrund mit. Beim Häkeln in Reihen muss der Faden aber auf die andere Seite mitgenommen werden.

Dafür wird die Wendeluftmasche immer mit beiden Fäden gearbeitet. Für die Luftmasche, die die Reihe abschließt, erfasst die Häkelnadel also sowohl den aktuellen als auch den mitlaufenden Faden. Danach wird die Häkelarbeit umgedreht und es geht wieder nur mit dem Faden in der dann benötigten Farbe weiter.

Ein letzter Tipp zum Schluss:

Der ruhende Faden sollte nur sehr locker mitgeführt werden. Wird er zu straff gespannt, zieht sich die Häkelarbeit nämlich unschön zusammen. Wichtig ist deshalb, den Faden wirklich nur locker mitlaufen zu lassen. Außerdem sollte die Häkelarbeit zwischendurch immer mal wieder etwas gedehnt werden.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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