Grundkurs Häkeln: Ausführliche Infos rund um feste Maschen

Grundkurs Häkeln: Ausführliche Infos rund um feste Maschen

Feste Maschen sind zwar ziemlich einfache Maschen, spielen beim Häkeln aber eine große Rolle. Sie werden immer dann gearbeitet, wenn ein dichtes und festes Gewebe mit einer gleichmäßigen Struktur gewünscht ist.

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Grundkurs Häkeln Ausführliche Infos rund um feste Maschen

Zusammen mit Luftmaschen bilden feste Maschen außerdem so etwas wie die Basis beim Häkeln. Sie sind also gewissermaßen die Grundmaschen und fast alle anderen Maschenarten bauen darauf auf.

So werden zum Beispiel Stäbchen nach dem gleichen Prinzip gehäkelt wie feste Maschen, nur dass noch ein oder mehrere Umschläge dazukommen.

Im Sinne von einem Grundkurs haben wir in diesem Beitrag ausführliche Infos rund um feste Maschen zusammengestellt.

Los geht’s!:

Feste Maschen häkeln

Feste Maschen können auf jede beliebige Maschenart gehäkelt werden. Ob vorher Luftmaschen, feste Maschen oder Stäbchen gearbeitet wurden, ist egal. An der Vorgehensweise ändert sich nichts.

Gehäkelt werden feste Maschen wie folgt:

  • An der entsprechenden Stelle wird die Häkelnadel von vorne nach hinten in die Masche der Vorreihe eingestochen. Dabei werden mit der Häkelnadel beide Maschenglieder erfasst. Die Maschenglieder sind die kleinen Fäden, die quer verlaufen und den Kopf der Masche bilden.

  • Dann wird der Faden mit dem Haken der Häkelnadel geholt und durch die Masche gezogen. Dadurch liegen jetzt zwei Schlingen auf der Nadel.

  • Nun wird der Faden noch einmal geholt und in einem Zug durch die beiden Schlingen gezogen.

  • Danach bleibt nur eine Schlinge übrig. Gleichzeitig ist die feste Masche damit fertig.

  • Dieser Ablauf wird ständig wiederholt.

Was in der Theorie vielleicht etwas schwierig klingt, ist in der Praxis wirklich einfach. Für eine feste Masche muss immer nur in die Masche der Vorreihe eingestochen, der Faden durch die Masche geholt, dann ein weiteres Mal geholt und durch die beiden Schlingen gezogen werden. Spätestens nach ein paar Maschen geht das wie von selbst.

Ein Hinweis noch:

Wenn die Vorreihe aus Luftmaschen besteht, haben die Maschenköpfe nur ein Maschenglied. Beim Häkeln von festen Maschen wird in diesem Fall deshalb nur dieses eine Maschenglied erfasst.

Feste Maschen in Reihen häkeln

Beim Häkeln in Reihen wird eine zusätzliche Luftmasche notwendig. Sie wird am Ende jeder Reihe gearbeitet, bevor die Arbeit für die nächste Reihe gewendet wird. Aus diesem Grund wird die Luftmasche auch als Wendeluftmasche bezeichnet.

Sie ist notwendig, um auf die richtige Höhe zu kommen. Würde die Wendeluftmasche weggelassen, wären die Ränder krumm und schief.

Fürs Häkeln heißt das:

  • Angenommen, die Häkelarbeit wurde mit einer Luftmaschenkette begonnen. Dann wird eine weitere Luftmasche gehäkelt und die Arbeit umgedreht.

  • Auf jede Luftmasche wird nun eine feste Masche gearbeitet.

  • Am Ende der Reihe wird wieder eine zusätzliche Luftmasche gehäkelt und die Arbeit danach gewendet.

  • Dann folgt wieder in jede Masche der Vorreihe eine feste Masche und zum Schluss zusätzlich die Wendeluftmasche.

  • So geht es weiter, bis die Arbeit die gewünschte Länge erreicht hat.

Aber:

Genauso wie die Schlinge auf der Nadel wird auch die Wendeluftmasche nicht mitgezählt. Wenn die Reihe zum Beispiel zehn Maschen umfasst, dann werden tatsächlich zehn feste Maschen plus zusätzlich die Wendeluftmasche gehäkelt.

Einige Anleitungen sehen vor, dass jede Reihe oder Runde mit einer Ersatz-Luftmasche beginnt. Im Prinzip ist das nichts anderes als die Wendeluftmasche. Nur sitzt die zusätzliche Luftmasche am Anfang.

Das heißt:

Die Reihe wird ganz normal beendet und die Arbeit danach umgedreht. Jetzt wird eine Luftmasche gehäkelt. Die erste feste Masche der neuen Reihe wird dann in die zweite Masche (von der Nadel aus gesehen) gehäkelt. Denn die Ersatz-Luftmasche ersetzt schon die erste Masche.

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Feste Maschen abwandeln

Normalerweise werden beim Häkeln von festen Maschen an der jeweiligen Einstichstelle beide Maschenglieder erfasst. Allerdings können die Maschen auch abgewandelt werden. Und je nach Art des Einstichs sehen die Maschen dann etwas unterschiedlich aus.

Eine mögliche Abwandlung besteht darin, nur ein Maschenglied zu erfassen. Das kann sowohl das vordere als auch das hintere Maschenglied sein.

Ansonsten wird die Masche ganz normal wie eine feste Masche gehäkelt. Wenn nur ein Maschenglied erfasst wird, erinnert die Masche an eine kleine Querrippe.

Eine andere Möglichkeit ist, die Masche statt auf den Maschenkopf um den Maschenfuß herum zu häkeln.

Dafür wird die Nadel unterhalb des Maschenkopfs, direkt neben dem Maschenfuß eingestochen, um den Maschenfuß herumgeführt und auf der anderen Seite neben dem Maschenfuß wieder nach außen geführt.

Feste Maschen, die auf diese Weise gehäkelt werden, sind die sogenannten Reliefmaschen.

Feste Maschen zunehmen

Bei einer Häkelarbeit müssen immer wieder Maschen zugenommen werden. Die Zunahmen führen dazu, dass die Häkelarbeit breiter wird oder sich ihr Durchmesser vergrößert. Um eine Zunahme zu arbeiten, wird die Masche an der entsprechenden Stelle verdoppelt.

Das bedeutet:

  • Zuerst wird ganz normal eine feste Masche in die jeweilige Masche der Vorreihe oder Vorrunde gehäkelt.

  • Dann wird noch einmal in dieselbe Masche eingestochen und eine zweite feste Masche gehäkelt.

Weil dieselbe Masche dadurch zweimal gearbeitet wird, verdoppelt sie sich und die Häkelarbeit zählt eine Masche mehr.

Feste Maschen abnehmen

Das Gegenstück zu den Zunahmen sind Abnahmen. Sie sorgen dafür, dass die Anzahl der Maschen kleiner und die Häkelarbeit schmaler wird.

Die einfachste Methode, um die Maschenzahl zu reduzieren, besteht darin, Maschen zu überspringen. Dazu wird an der jeweilige Stelle eine Masche ausgelassen, indem nicht in die nächste, sondern erst in die übernächste Masche eingestochen wird.

Der Nachteil von dieser Methode ist aber, dass das Gewebe nicht mehr schön gleichmäßig aussieht. Bei einem dickeren Garn können außerdem Löcher entstehen.

Besser ist deshalb, Maschen abzunehmen, indem sie zusammengehäkelt werden.

Das geht so:

  • Zuerst wird in die entsprechende Masche eingestochen und der Faden durch die Masche geholt. Wie üblich, liegen danach zwei Schlingen auf der Nadel.

  • Nun wird die feste Masche aber nicht zu Ende gehäkelt.

  • Stattdessen wird in die nächste Masche eingestochen und der Faden durchgeholt.

  • Damit liegen jetzt drei Schlingen auf der Nadel, nämlich die Anfangsschlinge und die Schlingen von den beiden halb fertigen Maschen.

  • Nun wird der Faden erneut geholt und in einem Zug durch alle drei Schlingen gezogen.

Auf diese Weise sind zwei Maschen gleichzeitig abgemascht. Und weil aus zwei Maschen eine feste Masche wurde, zählt die Häkelarbeit eine Masche weniger.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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