Basisanleitung für Häkelmützen, Teil 2

Basisanleitung für Häkelmützen, Teil 2

Mützen sind einerseits praktisch. Schließlich halten sie den Kopf im Winter schön warm, während sie im Sommer vor der Sonne schützen. Außerdem sind sie eine gute Lösung, wenn die Frisur mal nicht sitzt. Andererseits sind Mützen ein cooles und angesagtes Accessoire, das ein Outfit abrunden und aufpeppen kann. Und nachdem DIY ein riesiger Trend ist, liegt es nahe, Mützen selbst zu häkeln.

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Basisanleitung für Häkelmützen, Teil 2

Dabei ist es gar nicht schwer, Häkelmützen anzufertigen. Allerdings beziehen sich Häkelanleitungen oft auf ein bestimmtes Garn oder bestimmten Größen. Wer Erfahrung in Handarbeiten hat, kann sich eine Anleitung meist gut auf seinen Bedarf anpassen. Doch weniger Geübte tun sich damit häufig recht schwer.

Wir zeigen deshalb eine Basisanleitung für Häkelmützen, die mit jedem Garn und für jede Größe funktioniert. Auch die Maschenart, die gearbeitet wird, spielt keine Rolle.

In Teil 1 haben wir das grundlegende Schema erklärt, nach dem Häkelmützen aufgebaut sind. Außerdem haben wir gezeigt, wie die richtige Größe für eine Häkelmütze ermittelt werden kann und welche Materialien benötigt werden.

Jetzt, in Teil 2, kümmern wir uns um das eigentliche Häkeln:

Die Techniken und Maschen für Häkelmützen

Was die Maschen und Muster angeht, gibt es beim Häkeln einer Mütze grundsätzlich keine Einschränkungen. Feste Maschen oder ganze Stäbchen sind zum Beispiel genauso möglich wie Häkelmuster aus verschiedenen Maschen.

Wir erklären die Basisanleitung aber anhand von halben Stäbchen. Das liegt einfach daran, dass Mützen sehr oft mit halben Stäbchen gehäkelt werden.

Denn diese Maschen sind nicht so fest und kompakt wie feste Maschen und andersherum nicht so locker wie ganze Stäbchen. Und damit auch Anfänger direkt loslegen können, zeigen wir noch einmal kurz die benötigten Techniken.

Luftmaschen und Kettmaschen

Die Häkelmütze beginnt mit Luftmaschen. Um die Anfangsschlinge zu bilden, greift vermutlich jeder auf seine eigene Methode zurück. Die einfachste Variante ist aber, das Garn zu einem lockeren Knoten zu binden, die Häkelnadel in den Knoten hinein zu schieben und den Faden etwas anzuziehen.

Für eine Luftmasche wird nun der Faden mit dem Haken der Häkelnadel erfasst und durch die Schlinge auf der Nadel gezogen. Damit ist die Luftmasche auch schon fertig. Für jede weitere Luftmasche wird der Faden wieder gegriffen und durch die Schlinge auf der Nadel geholt.

Die Mütze wird in geschlossenen Runden gehäkelt. Geschlossene Runden heißen so, weil sie einen Anfang und ein Ende haben und damit in sich geschlossen sind. Dabei beginnt jede Runde mit zwei Luftmaschen. Sie sind notwendig, um auf die richtige Höhe zu kommen.

Wird die Mütze anstelle von halben Stäbchen mit anderen Maschen gearbeitet, ändert sich die Anzahl der Luftmaschen am Rundenbeginn. Bei festen Maschen würde zum Beispiel nur eine Luftmasche gehäkelt, bei ganzen Stäbchen wären es drei Luftmaschen.

Um die Lücke am Übergang zu schließen, wird jede Runde mit einer Kettmasche beendet. Für eine Kettmasche wird die Nadel in die jeweilige Masche der Vorrunde eingestochen. Dann wird der Faden geholt und auf einmal durch beide Schlingen auf der Nadel gezogen. Bei der Häkelmütze wird die Kettmasche in die zweite Luftmasche vom Rundenbeginn gearbeitet. Das ist die Luftmasche, die oben aufliegt.

Feste Maschen

Für einen ordentlichen Abschluss besteht die letzte Runde der Häkelmütze aus festen Maschen. Um eine feste Masche zu häkeln, wird die Nadel von vorne nach hinten in die entsprechende Masche der Vorrunde eingestochen und der Faden geholt.

Dadurch liegen nun zwei Schlingen auf der Nadel. Dann wird der Faden ein weiteren Mal geholt und in einem Zug durch die beiden Schlingen gezogen.

Halbe Stäbchen

Halbe Stäbchen werden im Prinzip so gearbeitet wie feste Maschen. Der Unterschied besteht nur darin, dass zuvor ein Umschlag gemacht wird. Umschlag bedeutet, dass der Faden einmal um die Häkelnadel gelegt wird und so eine zusätzliche Schlinge bildet.

Für ein halbes Stäbchen wird also zunächst der Faden einmal um die Nadel gelegt. Dann wird die Nadel von vorne nach hinten eingestochen und der Faden durch die Masche geholt.

Damit befinden sich jetzt drei Schlingen auf der Nadel, nämlich die ursprüngliche Schlinge, der Umschlag und die eben geholte Masche. Anschließend wird der Faden erneut geholt und auf einmal durch die drei Schlingen gezogen.

Zunahmen

Damit der Mützenteller wächst, müssen in den ersten Runden Maschen zugenommen werden. Dazu werden die jeweiligen Maschen verdoppelt. Verdoppeln meint, dass zwei Maschen in dieselbe Einstichstelle gehäkelt werden.

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Zunächst wird also ganz normal ein halbes Stäbchen gearbeitet. Danach wird noch einmal in dieselbe Masche der Vorrunde eingestochen und ein zweites halbes Stäbchen gehäkelt. Dadurch ist eine neue Masche dazugekommen.

Eine Basisanleitung für Häkelmützen

Die Häkelmütze arbeiten wir von oben nach unten in geschlossenen Runden aus halben Stäbchen. Und keine Sorge: In Wahrheit ist es viel leichter, als es in der Theorie vielleicht klingt. Also, fangen wir an!

Den Mützenteller häkeln

Für die Mitte des Mützentellers werden vier Luftmaschen angeschlagen und mit einer Kettmasche zum Ring geschlossen. Dazu wird die Häkelnadel in die erste Luftmasche eingestochen, der Faden erfasst und durch die beiden Schlingen auf der Nadel gezogen.

Der Luftmaschenring bildet die Basis der Häkelmütze. Und ab jetzt geht es in Runden weiter. Wie oben schon erklärt, beginnt jede Runde mit zwei Luftmaschen und endet mit einer Kettmasche. Diese Maschen erwähnen wir nicht jedes Mal extra. Also nicht vergessen!

  1. Runde: In der ersten Runde werden nach den zwei Luftmaschen neun halbe Stäbchen in den Ring gehäkelt. Dabei nicht in die Luftmaschen einstechen, sondern in das Loch in der Mitte. Beendet wird die Runde mit einer Kettmasche.

  2. Runde: Nun werden die halben Stäbchen verdoppelt. In jedes halbe Stäbchen der Vorrunde werden somit zwei halbe Stäbchen gearbeitet. Damit verdoppelt sich die Maschenzahl auf 18 halbe Stäbchen.

  3. Runde: Jetzt wird jedes zweite halbe Stäbchen verdoppelt. In dieser Runde wird also immer abwechselnd eine Masche als halbes Stäbchen gearbeitet und in die nächste Masche der Vorrunde werden zwei halbe Stäbchen gehäkelt. Am Ende der Runde sind so 27 halbe Stäbchen vorhanden.

  4. Runde: Jedes dritte halbe Stäbchen verdoppeln = 36 Maschen

  5. Runde: Jedes vierte halbe Stäbchen verdoppeln = 45 Maschen

  6. Runde: Jedes fünfte halbe Stäbchen verdoppeln = 54 Maschen

Nach diesem Prinzip geht es weiter, bis der Mützenteller den gewünschten Durchmesser erreicht hat. In jeder Runde kommen also neun neue Maschen dazu. Gleichzeitig vergrößert sich der Abstand zwischen den Zunahmen um je eine Masche.

Tipp:

Wer eine kleine Babymütze häkelt oder ein sehr dickes Garn verwendet, kann weniger Maschen in den Anfangsring häkeln. Dadurch erhöht sich die Maschenzahl automatisch langsamer und der Mützenteller vergrößert sich nicht so schnell. Andersherum ist es bei einem dünnen Garn möglich, mit mehr Maschen im Anfangsring zu beginnen.

Den unteren Teil der Häkelmütze arbeiten

Ist der Mützenteller groß genug, geht es mit dem unteren, geraden Teil der Mütze weiter. Hier werden normale Runden ohne weitere Zunahmen gehäkelt. Jede der nächsten Runden besteht also aus den beiden Luftmaschen am Anfang, je einem halben Stäbchen in die Masche der Vorrunde und einer Kettmasche am Ende. Das wird fortgeführt, bis die Häkelmütze die gewünschte Länge erreicht hat.

Tipp:

Wer nicht ganz sicher ist, ob die Länge passt, sollte die Mütze im Zweifel lieber ein Stück länger arbeiten. Später kann der Rand dann immer noch umgeklappt werden.

Die letzte Runde der Mütze häkeln

Für eine gleichmäßige und stabile Kante folgt zum Schluss eine Runde aus festen Maschen. Dabei können die Maschen ganz normal gehäkelt werden. Eine Alternative dazu ist, die Maschen in die entgegengesetzte Richtung zu arbeiten. Dadurch ergeben sich sogenannte Krebsmaschen.

Die Schlussrunde startet mit einer Luftmasche. Anschließend wird in jede Masche der Vorrunde eine feste Masche gehäkelt. Zum Schluss folgt eine Kettmasche. Dann wird der Faden abgeschnitten und durch die Schlinge gezogen. Nun nur noch die Fäden vernähen – und schon ist die Häkelmütze fertig!

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Thema: Basisanleitung für Häkelmützen, Teil 2

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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