So gelingen Farbwechsel beim Häkeln, 1. Teil

So gelingen Farbwechsel beim Häkeln, 1. Teil

Beim Häkeln können nicht nur verschiedene Maschenarten und unterschiedliche Häkelmuster für eine tolle Optik sorgen. Stattdessen kann es auch bunt werden. Soll die Häkelarbeit zweifarbig werden oder ein Streifenmuster bekommen, wird zwischendurch das Garn gewechselt. Auch wenn kleinere Garnreste in verschiedenen Farben verarbeitet werden, ergibt sich ganz automatisch ein farbenfrohes Muster.

So gelingen Farbwechsel beim Häkeln, 1. Teil

Außerdem gibt es natürlich Häkelmuster, die überhaupt erst durch den Einsatz von Garnen in mehreren Farben entstehen. Norwegermuster sind ein typisches Beispiel.

Doch damit bei einem Garn- und Farbwechsel keine Löcher, unschönen Schlaufen oder ungewollten Absätze entstehen, muss die richtige Technik her. Wie sie funktioniert, erklären wir ganz ausführlich in einer zweiteiligen Anleitung.

Die gleiche Methode kann übrigens angewendet werden, wenn ein Knäuel aufgebraucht ist und ein neuer Faden angesetzt werden muss.

Wir erklären den Garn- und Farbwechsel anhand von festen Maschen. Doch die Technik bleibt immer gleich, egal welche Maschen gearbeitet werden. Sieht die Häkelarbeit zum Beispiel halbe oder ganze Stäbchen vor, ändert sich an der Vorgehensweise nichts.

So gelingen Farbwechsel am Rand beim Häkeln in Reihen

Wird in Reihen gearbeitet, kann der Farbwechsel am Rand erfolgen. Die Häkelarbeit erhält auf diese Weise ein Muster aus bunten Streifen.

Gewechselt werden, können das Garn und die Farbe am Rand so:

  • Zunächst wird die Reihe ganz normal zu Ende gehäkelt.

  • Ist die letzte feste Masche der Reihe fertig, wird der neue Faden genommen und wie gewohnt um den Finger gelegt. Den alten Faden einfach fallen lassen.

  • Dann wird mit dem neuen Faden eine Luftmasche gehäkelt. Das ist die übliche Wendeluftmasche. (Bei anderen Maschen kann sich die Anzahl der Wendeluftmaschen ändern. Bei Stäbchen etwa würden zwei Luftmaschen mit dem neuen Faden gehäkelt.)

  • Nach der Luftmasche wird die Häkelarbeit umgedreht. Nun wird mit der neuen Farbe eine feste Masche in die letzte Masche der Vorreihe gearbeitet.

  • Die nächste und alle weiteren Maschen werden ebenfalls in der neuen Farbe gehäkelt. Der Farbwechsel ist damit erledigt.

Es ist nicht notwendig, die beiden Fadenenden miteinander zu verknoten. Stattdessen können sie einfach hängen bleiben und später dann ordentlich vernäht werden. So lassen sich kleine Knubbel, die durch die Knoten entstehen würden, vermeiden.

Bei einem Streifenmuster, bei dem sich die Farben mehrfach wiederholen, muss nicht jedes Mal ein neuer Faden angesetzt werden. Stattdessen kann der Faden hängen bleiben, wenn ein Streifen fertig ist. Ist diese Farbe dann wieder an der Reihe, wird der Faden genommen, locker nach oben gezogen und damit weitergehäkelt.

Diese Methode klappt aber nur, wenn der Rand später nicht mehr zu sehen ist. Bleibt die Kante sichtbar, sollte jeder Farbwechsel mit einem neuen Faden gearbeitet werden, dessen Ende ordentlich vernäht wird.

So klappen Farbwechsel in geschlossenen Runden

Echte Runden starten wie Reihen mit einer oder mehreren Luftmaschen, die die Höhe ausgleichen. Außerdem enden die Runden mit einer Kettmasche. Weil die Runden durch die Kettmaschen in sich geschlossen sind, werden sie auch geschlossene Runden genannt.

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Der Übergang zwischen zwei Farben sollte in echten Runden möglichst nicht zu sehen sein. Es sollten keine kleinen Absätze oder Treppchen entstehen, sondern die Farben sollten nahtlos und auf gleicher Höhe aneinander anschließen.

Das gelingt so:

  • Die Runde mit der neuen Farbe kann an jeder beliebigen Stelle beginnen. Es ist also nicht unbedingt notwendig, den Farbwechsel am Rundenanfang zu arbeiten. Stattdessen kann die neue Farbe auch mittendrin ins Spiel kommen.

  • Vor dem Farbwechsel kann der alte Faden abgeschnitten und durch die Masche gezogen werden. Wird diese Farbe ein paar Runden später wieder verwendet, kann der Faden aber auch hängenbleiben und auf der Rückseite mit nach oben geführt werden.

  • Dann wird die Häkelnadel an der entsprechenden Stelle in eine Masche der Vorrunde eingestochen. Anschließend wird der neue Faden erfasst und durch die Masche geholt. Mit dem neuen Faden wird nun eine Luftmasche gehäkelt.

  • Nach der Luftmasche geht es ganz normal mit festen Maschen weiter.

  • Am Ende wird die Runde nach der letzten festen Maschen mit einer Kettmasche abgeschlossen.

Im Prinzip wird der neue Faden an der entsprechenden Stelle also angesetzt und danach wird mit dem neuen Faden eine ganz normale, vollständige Runde aus Luftmasche, festen Maschen und Kettmasche gehäkelt.

So funktionieren Farbwechsel in Spiralrunden

Die zweite Variante von Runden sind die Spiralrunden. Anders als echte Runden sind sie nicht in sich geschlossen, haben also keinen Anfang und kein Ende. Stattdessen laufen sie fortlaufend wie eine Schnecke oder Spirale nach oben. Aus diesem Grund wird bei Spiralrunden auch einfach immer nur im Kreis herum gehäkelt.

Ein Farbwechsel in einer Spiralrunde erfolgt innerhalb einer Masche. Dazu wird die Masche an der entsprechenden Stelle zur Hälfte mit der alten Farbe gearbeitet und dann mit der neuen Farbe beendet.

Das heißt:

  • Zunächst wird ganz normal bis zu der Stelle gehäkelt, an der der Farbwechsel erfolgen soll.

  • Nun wird die Häkelnadel in die jeweilige Masche eingestochen, der Faden erfasst und als Schlinge auf die Nadel geholt. Damit liegen jetzt zwei Schlingen auf der Häkelnadel, nämlich die Arbeitsschlinge und die eben geholte Masche.

  • Dann wird der Faden in der neuen Farbe um den Finger gewickelt, mit der Häkelnadel gegriffen und durch beide Schlingen auf der Nadel gezogen. Dadurch ist die feste Masche fertig und gleichzeitig auch der Farbwechsel erledigt.

Bei dieser Methode ist der Übergang zwischen den beiden Farben deutlich zu sehen. Bei Spiralrunden ist das durchaus erwünscht, weil dadurch die Spirale schön betont wird.

Im 2. Teil schauen wir uns an, wie die Farbe innerhalb einer Reihe oder Runde gewechselt werden kann.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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