Doubleface häkeln – so geht’s

Doubleface häkeln – so geht’s

Häkeln ist schwer im Trend. Und wer etwas Neues ausprobieren möchte, findet mit dem Doubleface eine originelle Häkeltechnik.

Doubleface bedeutet auf Deutsch soviel wie doppeltes Gesicht. Dahinter verbirgt sich eine Technik, mit der eine zweifarbige Häkelarbeit angefertigt werden kann. Dabei ist auf der Vorderseite ein muschelförmiges Häkelmuster in einer Farbe zu sehen, das mit der anderen Farbe hinterlegt ist.

Auf der Rückseite der Häkelarbeit wiederum erscheint das Muschenmuster in der zweiten Farbe, während die erste Farbe den Hintergrund bildet. Und wie diese spannende Häkeltechnik umgesetzt wird, erklären wir in der folgenden Anleitung Schritt für Schritt.

 

Doubleface häkeln – die Materialien

  • Garn in 2 Farben
  • Häkelnadel
  • 2 Maschenmarker oder Büroklammern

Die Stärke der Häkelnadel richtet sich grundsätzlich nach dem Garn. Wer dazu neigt, recht fest zu häkeln, kann aber eine etwas größere Häkelnadel verwenden, beispielsweise eine Häkelnadel der Stärke 4, wenn für das Garn eine Häkelnadel der Stärke 3 bis 3,5 empfohlen wird. Durch die etwas größere Häkelnadel wird das Häkelmuster lockerer und die Häkelarbeit flexibler.

 

Doubleface häkeln – ein paar Hinweise vorab

Beim Doubleface besteht das Muster im Prinzip aus zwei Reihen. Diese beiden Reihen bestehen aus

  • Stäbchen,
  • Luftmaschen und
  • festen Maschen

und werden fortlaufend wiederholt. Gleichzeitig wird immer dann, wenn die zwei Musterreihen gehäkelt wurden, die Farbe gewechselt. Es werden also die beiden Musterreihen in Farbe A gehäkelt, dann die beiden Musterreihen in Farbe B, danach wieder zwei Musterreihen in Farbe A und immer so weiter. Die zweiseitige Optik mit dem verwobenen Charakter entsteht dadurch, dass die Vorder- und die Rückseite der Häkelarbeit im Wechsel gehäkelt und miteinander verbunden werden. Und keine Sorge: In der Theorie klingt die Technik zunächst etwas komplizierter. In der Praxis ist es aber deutlich einfacher und wer das Prinzip einmal verstanden hat, kann im Handumdrehen superschöne Stücke anfertigen.

 

Doubleface häkeln – so geht’s

Wie viele Maschen angeschlagen werden, hängt natürlich davon ab, wie breit die Häkelarbeit werden soll. Und im Prinzip ist jede Breite möglich. Wichtig ist nur, dass die Maschenzahl durch 5 teilbar ist. Gehäkelt wird dann wie folgt:

 

Der Anfang mit Farbe A

Los geht’s mit dem Garn in Farbe A. Mit diesem Garn wird eine Luftmaschenkette mit der gewünschten Anzahl an Maschen angeschlagen. Dabei nicht vergessen, dass die Maschenzahl durch 5 teilbar sein muss.

 

Die 1. Reihe in Farbe A

Ist die Luftmaschenkette fertig, beginnt die erste Musterreihe. Sie besteht aus muschelförmigen Bögen. Für die Musterreihe wird die Häkelnadel in die vierte Masche der Luftmaschenkette eingestochen und ein Stäbchen gehäkelt. Dann folgt eine Luftmasche und danach werden noch einmal zwei Stäbchen in dieselbe Einstichstelle gearbeitet.

Nun werden vier Luftmaschen der Luftmaschenkette ausgelassen. In die fünfte Luftmasche werden dann zwei Stäbchen, eine Luftmasche und zwei Stäbchen gehäkelt. Anschließend werden wieder vier Luftmaschen der Anfangskette übersprungen und in die fünfte Luftmasche werden erneut zwei Stäbchen, eine Luftmasche und zwei Stäbchen gearbeitet.

Das wird bis zum Ende der Reihe fortgesetzt. In jede fünfte Luftmasche der Anschlagsreihe werden also jeweils zwei Stäbchen, eine Luftmasche und zwei Stäbchen gehäkelt. Ist die Reihe fertig, ist eine Art Bordüre aus Muschelbögen entstanden. (Zur Orientierung: Wurden beispielsweise 50 Maschen angeschlagen, sind am Ende der Reihe zehn Muschelbögen vorhanden). Nun wird die Arbeit gewendet.

 

Die 2. Reihe in Farbe A

Die zweite Reihe in Farbe A beginnt mit fünf Luftmaschen. Der kleine Luftmaschenbogen, der dabei entstanden ist, wird dann mit einer festen Masche zwischen der Muschelbögen der Vorreihe befestigt.

Nach diesem Schema wird die ganze Reihe gehäkelt. Es werden also immer abwechselnd fünf Luftmaschen als Bogen und eine feste Masche zwischen den Muschelbögen der Vorreihe gearbeitet.

Am Ende der Reihe angekommen, bleibt der Faden als Schlaufe liegen. Denn in der nächsten Reihe geht es mit Farbe B weiter. Damit sich die gehäkelten Maschen nicht wieder aufziehen, kann die Schlaufe etwas größer gezogen werden. Eine andere Möglichkeit ist, einen Maschenmarker oder eine Büroklammer in die Schlaufe einzuhängen.

 

Der Anfang mit Farbe B

Um jetzt die Farbe B einzuarbeiten, wird die Häkelarbeit um 180 Grad dreht. Sie wird also im Prinzip auf den Kopf gestellt und die zuletzt gehäkelte, aufgezogene oder markierte Schlinge zeigt nach rechts unten.

Das Garn der Farbe B wird mit einer festen Masche befestigt, die zwischen das erste und das zweite Stäbchen der Vorreihe gehäkelt wird.

Dann folgen fünf Luftmaschen. Dieser kleine Luftmaschenbogen wird anschließend mit einer festen Masche am Luftmaschenbogen der Vorreihe (Farbe A) befestigt. So geht es bis zum Ende der Reihe weiter. Es werden also immer im Wechsel ein Bogen aus fünf Luftmaschen und eine feste Masche zur Befestigung des kleinen Luftmaschenbogens gehäkelt. Der letzte Luftmaschenbogen wird mit einer festen Masche zwischen dem vorletzten und dem letzten Stäbchen der Vorreihe befestigt.

 

Die 1. Reihe in Farbe B

Jetzt wird die Häkelarbeit wieder um 180 Grad zurückgedreht. Die Arbeitsschlinge, in der die Häkelnadel steht, befindet sich dadurch rechts unten und die letzte Schlaufe von Farbe A zeigt nach links oben.

Die Luftmaschenbögen in Farbe B, die eben gehäkelt wurden, werden nun nach oben geklappt. Dann werden drei Luftmaschen zum Wenden gehäkelt. Anschließend wird die Häkelnadel unter dem Luftmaschenbogen der Farbe B hindurchgeführt und zwischen dem ersten und dem zweiten Stäbchen der Vorreihe (Farbe A) eingestochen. In dieser Masche werden ein Stäbchen, eine Luftmasche und zwei Stäbchen gehäkelt. Wichtig dabei ist, darauf zu achten, dass der hintere Luftmaschenbogen in Farbe A versehentlich nicht mitgehäkelt wird.

Dann geht es mit den muschelförmigen Bögen weiter. Dazu wird jeweils unter dem Luftmaschenbogen in Farbe B hindurch zwischen die beiden Stäbchen des Muschelbogens der Vorreihe eingestochen und in diese Einstichstelle werden zwei Stäbchen, eine Luftmasche und zwei Stäbchen gehäkelt. Diese Abfolge wird bis zum Ende der Reihe wiederholt. Dann wird die Arbeit gewendet.

 

Die 2. Reihe in Farbe B

Die zweite Reihe in Farbe B beginnt mit fünf Luftmaschen. Dieser kleine Luftmaschenbogen wird mit einer festen Masche zwischen dem Muschelbogen der Vorreihe befestigt. Dann folgen erneut fünf Luftmaschen, die wieder mit einer festen Masche am Muschelbogen der Vorreihe befestigt werden. So geht es bis zum Ende der Reihe weiter.

Am Ende der Reihe wird die Schlaufe wieder größer gezogen oder mit einem Maschenmarker oder einer Büroklammer gesichert. Denn die nächste Reihe wird in Farbe A gehäkelt.

 

Wiederholung des Musters

Ab jetzt werden die beiden Musterreihen in Farbe A und Farbe B fortlaufend wiederholt. Dabei werden

  • in der Reihe mit den Muschelbögen jeweils * zwei Stäbchen, eine Luftmasche, zwei Stäbchen“ in dieselbe Einstichstelle gehäkelt und
  • in der Reihe mit den Luftmaschenbögen jeweils *fünf Luftmaschen, eine feste Masche* gearbeitet.

Die Reihe, die als nächstes folgt, ist eine Reihe mit Muschelbögen in Farbe A. Danach folgt eine Reihe mit Luftmaschenbögen in Farbe A. Anschießend wird die Farbe gewechselt und es werden erst eine Reihe mit Muschelbögen und dann eine Reihe mit Luftmaschenbögen in Farbe B gehäkelt. Anschließend ist wieder Farbe A an der Reihe. So geht es im Wechsel immer weiter, bis die Häkelarbeit die gewünschte Größe erreicht hat. Beendet wird die Häkelarbeit mit einer Reihe Muschelbögen in Farbe B. Die Luftmaschenreihe in Farbe B fällt weg.

 

Die Umrandung

Damit die Häkelarbeit einen sauberen Abschluss bekommt, wird zum Schluss noch der Rand umhäkelt. Dazu müssen die beiden Arbeitsschlingen auf einer Seite sein. Da die letzte Reihe mit Luftmaschenbögen in Farbe B weggelassen wurde, ist das automatisch der Fall. Wäre diese Reihe gehäkelt worden, wäre jetzt eine weitere Reihe mit Luftmaschenbögen notwendig.

Für den Rand wird die Häkelarbeit um 90 Grad nach rechts gedreht. Anschließend werden in Farbe B fünf Luftmaschen gehäkelt und mit einer festen Masche am Rand befestigt. Wichtig dabei ist, dass die Häkelnadel für die feste Masche durch beide Garne gestochen wird. Außerdem müssen die Schlaufe und der Faden, mit denen gerade nicht gearbeitet wird, vor der Häkelarbeit liegen.

Ist die feste Masche gehäkelt, wird die Schlaufe etwas größer gezogen. Dann werden fünf Luftmaschen in Farbe A gehäkelt und dieser Luftmaschenbogen wieder mit einer festen Masche am Rand befestigt. Anschließend folgen ein Luftmaschenbogen aus fünf Luftmaschen und eine feste Masche in den Rand in Farbe B, danach das Ganze wieder in Farbe A. So geht es fortlaufend weiter.

Die Luftmaschenbögen drehen sich dadurch umeinander und ein sehr hübscher, kordelähnlicher Rand entsteht. Ist die Häkelarbeit einmal umrundet, müssen die Fäden nur noch abgeschnitten und vernäht werden. Fertig!

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