Warme Hausschuhe häkeln – so geht’s

Warme Hausschuhe häkeln – so geht’s

Winterzeit ist Kuschelzeit. Und damit die Füße schön warm bleiben, können sie in selbstgehäkelte Hausschuhe gesteckt werden.

Ob als Kuschelschuhe auf dem Sofa, als Bettschuhe beim Schlafen oder zum Herumlaufen in der Wohnung: Dicke, warme und kuschelige Hausschuhe sind im Winter ein Muss. Dabei lassen sich witzige Hausschuhe ganz einfach selbst häkeln. Mit dicker Wolle und einer großen Häkelnadel sind sie im Handumdrehen fertig. Und weil die Hausschuhe nur aus festen Maschen bestehen, eignen sie auch als Anfängerprojekt.

Hier ist die Anleitung! 

 

Die Materialien für die gehäkelten Hausschuhe

  • dicke Wolle; für Hausschuhe in Größe 38 werden ungefähr zwei Wollknäuel zu je 50 Gramm benötigt, für Hausschuhe in Größe 40 sind es etwa 150 Gramm Wolle
  • Häkelnadel in Stärke 6
  • Schere
  • Sockenlatex aus dem Bastelbedarf nach Wunsch

Ob die Hausschuhe in einer Farbe oder mehrfarbig gehäkelt werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Wer es schlicht mag, kann für die Hausschuhe nur ein Garn verwenden. Wer ein wenig Farbe ins Spiel bringen möchte, kann die Hausschuhe in einer Farbe anfertigen und die Umrandung in einer anderen Farbe häkeln. Möglich ist aber auch, den vorderen Teil der Hausschuhe in einer Farbe und in den hinteren Teil in einer zweiten Farbe zu arbeiten. Die erste Farbe kann dann für die Umrandung wieder aufgegriffen werden. Sind Wollreste vorhanden, die ungefähr die gleiche Stärke haben, können die Hausschuhe aber auch in einem bunten Ringelmuster gehäkelt werden.

 

Warme Hausschuhe häkeln – so geht’s

Die Hausschuhe werden von vorne nach hinten gehäkelt. Begonnen wird also mit der Schuhspitze und dann wird in Richtung Ferse weitergearbeitet. Dabei bleibt die Arbeitsweise immer gleich, egal wie groß die Hausschuhe werden sollen.

 

Die Schuhspitze

Für den ersten Hausschuh werden drei Luftmaschen angeschlagen und mit einer Kettmasche zur Runde geschlossen. Dann werden drei Runden gehäkelt, in denen Maschen zugenommen werden. Und zwar so:

  • In der ersten Runde werden sieben feste Maschen in die Luftmaschen der Anschlagsrunde gehäkelt. Die Runde endet mit einer Kettmasche in die erste Masche.
  • Die zweite Runde beginnt mit einer Luftmasche. Anschließend werden in jede Masche der Vorrunde zwei feste Maschen gehäkelt. Auch diese Runde endet wieder mit einer Kettmasche in die erste Masche.
  • Die dritte Runde beginnt ebenfalls mit einer Luftmasche. Dann wird jede dritte Masche verdoppelt. In zwei Maschen der Vorrunde wird also je eine feste Masche gehäkelt und in die dritte Masche werden zwei feste Maschen gearbeitet. Beendet wird die Runde mit einer Kettmasche in die erste Masche.

Bei kleineren Schuhgrößen sollte der gehäkelte Kreis als Schuhspitze nun schon groß genug sein. Werden größere Hausschuhe ab Schuhgröße 40 angefertigt, wird noch eine weitere Zunahmerunde gearbeitet. In dieser Runde wird jede vierte Masche verdoppelt.

 

Der vordere Teil des Hausschuhs

Der vordere Teil des Hausschuhs wird in Runden gehäkelt. Dabei wird in jede Masche der Vorrunde eine feste Masche gearbeitet. Durch das Häkeln in Runden entsteht eine Art Schlauch, der vorne geschlossen ist. Eine störende Naht an der Fußsohle gibt es folglich nicht.

Allerdings gibt es beim Häkeln eine Besonderheit. Die Runden werden nämlich nicht, wie sonst üblich, fortlaufend gehäkelt, indem die Maschen reihum gegen den Uhrzeiger gearbeitet werden. Stattdessen wird die Häkelarbeit nach jeder Runde gewendet. Gleichzeitig endet jede Runde mit einer Kettmasche in die erste Masche und jede neue Reihe beginnt mit einer Luftmasche als Höhenausgleich. Ist eine Runde fertig, wird die Häkelarbeit also umgedreht und die Maschen werden in die andere Richtung zurückgehäkelt. Durch das Wenden entsteht das gleiche Häkelmuster wie beim Häkeln in Reihen. Das ist deshalb so gewollt, weil der hintere Teil des Hausschuhs in Reihen gehäkelt wird und der Hausschuh damit durchgängig gleich aussieht.

Wie viele Runden gehäkelt werden, hängt von der Schuhgröße und der gewünschten Form des Hausschuhs ab. Soll der Hausschuh eher geschlossen sein, wird solange weitergehäkelt, bis die Häkelarbeit den Fuß abdeckt. Soll der Hausschuh ähnlich wie ein Ballerina weiter ausgeschnitten sein, werden entsprechend weniger Runden gehäkelt.

 

Der hintere Teil des Hausschuhs

Ist der vordere Teil des Hausschuhs fertig, wird die Runde nicht zu Ende gehäkelt. Stattdessen wird fünf Maschen vorher aufgehört. Diese fünf Maschen ergeben den Ausschnitt des Schuhs.

Ab jetzt wird in Reihen weitergearbeitet und in jede Masche der Vorreihe wird eine feste Masche gehäkelt. Dabei beginnt die erste Reihe dort, wo der Fußausschnitt anfängt, und endet auf der anderen Seite des Fußausschnitts. Es wird also hin und zurück über die bisherigen Maschen weitergearbeitet. Nur die fünf Maschen vom Fußausschnitt fallen weg.

Wie viele Reihen gehäkelt werden müssen, hängt wieder von der Schuhgröße ab. Am einfachsten ist es, den Hausschuh zwischendurch über den Fuß zu ziehen, um die Länge zu überprüfen.

 

Die Fersennaht

Ist der Hausschuh groß genug, wird die Häkelarbeit auf links gedreht. Dann wird der hintere Rand der Häkelarbeit in der Mitte zusammengeklappt und aufeinandergelegt. Dadurch kann die Fersennaht gearbeitet werden, die den Hausschuh schließt. Die Fersennaht besteht aus Kettmaschen. Das Zusammenhäkeln mit Kettmaschen bietet den Vorteil, dass die Naht sehr flach wird, kaum spürbar ist und nicht unangenehm drückt.

Ist die Fersennaht fertig, wird der Faden abgeschnitten, durch die Masche gezogen und vernäht. Anschließend wird der Hausschuh wieder auf rechts gedreht.

 

Die Umrandung

Damit der Hausschuh gut am Fuß hält und mit der Zeit nicht ausleiert, wird nun noch der Rand mit festen Maschen umhäkelt. Der erste Hausschuh ist damit fertig. Der zweite Hausschuh wird genauso gearbeitet.

Wer möchte, kann die Hausschuhe natürlich noch verzieren, indem er beispielsweise gehäkelte Blüten aufnäht, Applikationen aus Filz anbringt oder ein Muster aufstickt. Außerdem können die Hausschuhe rutschfest gemacht werden. Dafür werden mit Sockenlatex Punkte oder andere Muster auf die Sohlen gemalt. Sockenlatex ist im Bastelbedarf erhältlich und bildet nach dem Trocknen eine bremsende Schicht.

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Gabi Neidel

Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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