Basisanleitung für Häkelmützen, Teil 1

Basisanleitung für Häkelmützen, Teil 1

Sie halten den Kopf schön warm, schützen vor Wind und Sonne, runden ein Outfit ab und können eine störrische Friseur prima kaschieren: Mützen sind praktische und chice Accessoires für Groß und Klein. Und selbstgemacht, sind sie auch noch angesagte Einzelstücke. Mützen zu häkeln, ist nicht besonders schwer. Allerdings sind Häkelanleitungen oft auf eine bestimmte Größe oder ein bestimmtes Garn ausgelegt.

Wer seine Mütze in einer anderen Größe oder aus einem anderen Garn häkeln möchte, müsste die jeweilige Anleitung deshalb entsprechend anpassen. Nur ist das manchmal gar nicht so einfach.

Wir haben deshalb eine ausführliche Basisanleitung für Häkelmützen erstellt, die immer funktioniert. Welche Maschen gearbeitet und welches Garn verwendet wird, spielt keine Rolle. Genauso macht es keinen Unterschied, ob die Mütze für ein Baby oder einen Erwachsenen gehäkelt wird.

Also, legen wir los!

Das Grundprinzip von Häkelmützen

Jede Häkelmütze basiert auf dem gleichen Schema. Das gilt jedenfalls dann, wenn sie von oben nach unten gehäkelt wird. Es ist zwar auch möglich, unten zu beginnen und sich dann bis zur Spitze nach oben zu arbeiten. Anders als beim Stricken ist diese Richtung beim Häkeln aber eher unüblich.

Aufgebaut ist eine Häkelmütze nach folgendem Prinzip:

  • Den Anfang macht eine Kette aus wenigen Luftmaschen, die zum Ring geschlossen wird. Eine andere Möglichkeit ist, mit einem sogenannten Magic Ring zu starten.

  • In den ersten Runden werden gleichmäßig Maschen zugenommen. Auf diese Weise entsteht ein Kreis. Das ist der sogenannte Mützenteller.

  • Hat der Mützenteller den benötigten Durchmesser erreicht, geht es ohne neue Zunahmen weiter. Es wird reihum gehäkelt, bis der Schlauch, der nun entsteht, die gewünschte Länge erreicht hat.

  • Ist die Mütze lang genug, folgt eine ordentliche Abschlusskante. Sie kann zum Beispiel aus festen Maschen, Krebsmaschen, Kettmaschen oder Mäusezähnchen bestehen.

Innerhalb dieses Grundschemas bleibt viel Raum für eigene, kreative Ideen. So kann die Mütze mit unterschiedlichen Mustern oder bunten Streifen gehäkelt werden. Sie kann kürzer sein oder einen Rand zum Umklappen haben. Genauso ist möglich, die Häkelmütze mit Ohrenklappen auszustatten, sie mittels Pompom als Pudelmütze zu gestalten oder Verzierungen wie Blüten anzubringen.

Die Größe der Häkelmütze ermitteln

Eine Mütze, die zu klein ist, drückt unangenehm oder lässt sich erst gar nicht richtig über den Kopf ziehen. Ist die Mütze zu groß, rutscht sie dauernd ins Gesicht. Deshalb ist schon gut, wenn eine Mütze passt. Doch damit stellt sich die Frage, wie sich die richtige Größe ermitteln lässt.

Den oberen Teil einer Häkelmütze bildet der Mützenteller. Dabei handelt es sich um einen Kreis, der sich später mehr oder weniger wölbt. Und wenn es darum geht, Kreise zu berechnen, spielt bekanntlich die Kreiszahl Pi eine maßgebliche Rolle.

Wird der Kopfumfang durch Pi geteilt, kommt als Ergebnis der Durchmesser heraus, den der Mützenteller nach der letzten Runde mit Zunahmen haben sollte.

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Bevor die Häkelarbeit beginnt, sollte also zunächst der Kopfumfang ausgemessen werden. Ist das nicht möglich, finden sich zum Beispiel im Internet Tabellen mit Durchschnittsgrößen.

Häkelgarn dehnt sich aber meistens noch etwas. Damit die fertige Mütze nicht zu locker sitzt, können vom Kopfumfang deshalb ein, zwei Zentimeter abgezogen werden. Der Kopfumfang wird dann durch Pi dividiert. Pi entspricht grob gerundet 3,14.

Ein Beispiel: Angenommen, der ermittelte Kopfumfang beträgt 52 cm. Geteilt durch Pi ergibt das 52 cm : 3,14 = 16,56 cm. Beim Häkeln der Mütze würden nun so viele Zunahmerunden gearbeitet, bis der Durchmesser des Mützentellers auf rund 16,6 cm angewachsen ist.

Wer nicht rechnen möchte, kann auf die Handflächen-Methode zurückgreifen. Wird es eine Mütze für sich selbst, wird dafür die Hand immer mal wieder auf den Mützenteller gelegt. Wenn der Mützenteller genauso groß ist wie die die Hand mit ausgestreckten Fingern, hat er die benötigte Größe erreicht.

Bekommt jemand anders die Mütze, braucht es natürlich die Hand dieser Person als Maß. Die Handflächen-Methode ist aber eine eher grobe Richtlinie. Besser wäre schon, den Durchmesser zu berechnen.

Die Materialien für die Häkelmütze

Die wichtigste Zutat für die Häkelmütze ist Garn oder Wolle. Beim Material gibt es kaum Einschränkungen. Ob es eine warme, dicke Wolle für den Winter oder ein dünnes, leichtes Garn für den Sommer wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Genauso kann eine schlichte einfarbige Wolle, ein in sich gemustertes Garn oder ein Effektgarn verarbeitet werden. Gut ist aber, wenn das Garn waschbar ist und am Kopf nicht kratzt.

Die Menge richtet sich nach der Größe und der Form der Häkelmütze. Für eine Babymütze sollte ein 50-Gramm-Knäuel locker ausreichen. Im Unterschied dazu können es bei einer Mütze für einen Erwachsenen durchaus zwei oder drei Knäule werden. Hilfreich ist ein Blick auf die Banderole. Dort ist nämlich oft angegeben, wie hoch der Verbrauch für eine Mütze ist.

Neben dem Garn wird eine Häkelnadel benötigt. Welche Nadelstärke empfohlen wird, ist auf der Banderole angegeben. Wer recht fest häkelt, kann aber auch zu einer Häkelnadel greifen, die eine halbe oder eine ganze Nummer größer ist. Die dickere Nadel führt dazu, dass die Maschen lockerer werden. Damit wird die Mütze insgesamt elastischer.

Dann fehlen noch ein Maßband, eine Schere und eine Nadel zum Vernähen der Fäden.

Im 2. Teil kümmern wir uns um das eigentliche Häkeln der Mütze!

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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