Anleitung: Kleine Körbe aus Häkeldeckchen

Anleitung: Kleine Körbe aus Häkeldeckchen

Viele kennen es vermutlich noch von früher, als in der Wohnung der Eltern oder der Großeltern auf fast jedem Tisch, Regalboden und den sonstigen Flächen Häkeldeckchen lagen. Teilweise waren sie selbstgemacht, manche davon waren gekauft. Eine ganze Zeit lang galten solche Häkeldeckchen dann als altbacken. Deshalb verschwanden sie in Schubladen oder Kartons.

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Anleitung Kleine Körbe aus Häkeldeckchen

Doch schon seit längerem erleben die Deckchen ein großes Comeback. Passend zu Vintage, Retro oder romantischer Nostalgie werden sie nun wieder ausgelegt.

Gleichzeitig sind die teils rustikalen und teils sehr filigranen Häkeldeckchen ein beliebtes Bastelmaterial. Dabei werden sie zum Beispiel als originelle Deko auf Kleidung, Taschen oder Heimtextilien aufgenäht.

Oder die Deckchen werden in modernen Traumfängern verarbeitet, für Wand- und Fensterbilder genutzt oder kommen als eine Art Stempel zum Einsatz, um Muster in Modelliermassen zu drücken.

Wir zeigen in dieser Anleitung noch eine weitere Idee. Wir stellen nämlich Körbchen aus Häkeldeckchen her. Körbchen sind schließlich immer nützlich, um Kleinkram aufzubewahren. Aber auch als Deko-Schalen auf dem Tisch und als chice Geschenkverpackung machen die Häkeldeckchen-Körbe eine gute Figur.

Übrigens müssen es für das Bastelprojekt natürlich nicht unbedingt Omas alte Häkeldeckchen sein. Schnäppchen vom Flohmarkt, günstige Meterware aus dem Möbelladen und natürlich auch selbst gehäkelte Arbeiten eignen sich genauso gut.

Die Materialien für kleine Körbe aus Häkeldeckchen

  • Häkeldeckchen

  • normaler Haushaltszucker

  • Wasser

  • Topf

  • Kochlöffel

  • Frischhaltefolie

  • Schüssel, Schale oder anderes Gefäß als Vorlage für die Form

Häkeldeckchen in kleine Körbe verwandeln – so geht’s

Im Bastelbedarf und in der Drogerie gibt es spezielle Mittel, die Stoffe steif machen. Neben Wäschestärke, die zum Beispiel für Gardinen verwendet wird, sind Flüssigkeiten erhältlich, durch die Textilien richtig hart werden. Dadurch lassen sich aus Stoffen dann die verschiedensten Gegenstände formen.

Und weil Textilhärter meist wasser- und wetterfest trocknen, können sie bemalt und sogar für Skulpturen, die draußen stehen sollen, verwendet werden.

Doch wer nur ein oder zwei Körbchen anfertigen möchte, braucht nicht gleich ein ganzes Gebinde. Außerdem ist es bei den Textilhärtern in aller Regel so, dass sie sich nicht mehr auswaschen lassen. Stoffe, die einmal versteift wurden, bleiben es also.

Wir machen es deshalb ein wenig anders. Aus Zutaten, die jeder zu Hause haben sollte, stellen wir nämlich einen Textilhärter her, der die Häkeldeckchen versteift, sich später aber auch wieder auswaschen lässt.

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  1. Schritt: Zuckersirup kochen

Für DIY Textilhärter gibt es mehrere Möglichkeiten. Holzleim oder Tapetenkleister zum Beispiel können die Basis bilden. Wir versteifen die Häkeldeckchen aber mit Zuckersirup.

Dafür wird Zucker im Verhältnis 3:1 in warmem Wasser aufgelöst. Es wird also zum Beispiel eine Viertel Tasse Wasser in einen kleinen Topf gegeben und eine Dreiviertel Tasse Zucker dort hineingerührt. Anschließend das Zuckerwasser aufkochen lassen und bei kleiner Hitze weitere 15 Minuten lang köcheln lassen. Dabei regelmäßig umrühren.

Wenn aus dem Zuckerwasser ein dickflüssiger Zuckersirup geworden ist, ist der DIY Textilhärter fertig. Nun den Topf vom Herd nehmen und den Zuckersirup abkühlen lassen, bis er nur noch lauwarm ist.

  1. Schritt: den Korb formen

Während der Zuckersirup abkühlt, kann schon einmal die Form für das Körbchen vorbereitet werden. Als Vorlage dient eine Schüssel, eine Schale, ein Topf oder ein anderes Gefäß.

Das Gefäß wird gut mit Frischhaltefolie eingewickelt. Die Folie sorgt dafür, dass das Häkeldeckchen nicht an der Form festklebt und sich das Körbchen später gut abnehmen lässt. Deshalb darauf achten, dass wirklich die ganze Fläche mit Folie abgedeckt ist.

Ist der Zuckersirup handwarm, wird das Häkeldeckchen hineingetaucht. Dann einen Moment warten, damit sich der Stoff mit dem Sirup vollsaugen kann. Anschließend das Häkeldeckchen herausnehmen, leicht auswringen und auf das vorbereitete Gefäß legen. Zum Schluss den Stoff mit den Händen gleichmäßig ausstreichen, damit er schön glatt und faltenfrei auf dem Gefäß aufliegt.

Ist das Körbchen geformt, muss der Stoff trocknen. Je nachdem, wie dick das Häkeldeckchen ist und welche Bedingungen im Raum herrschen, dauert das ungefähr einen bis zwei Tage.

  1. Schritt: den Korb von der Form abnehmen

Nach dem Trocknen ist der Stoff hart und formstabil. Dann kann das Körbchen von dem Gefäß abgehoben werden. Dafür das Häkeldeckchen am besten zusammen mit der Folie von der Form abnehmen und die Folie anschließend abziehen. Schon hat sich das Häkeldeckchen in einen hübschen Korb verwandelt!

Tipp:

Der Häkeldeckchen-Korb ist schön fest und behält seine Form. Allerdings sollte vor allem der Rand nicht umgeknickt oder zusammengedrückt werden. Dadurch könnte das Körbchen kaputtgehen. Wird es irgendwann später nicht mehr benötigt, kann das Körbchen zuerst in warmem Wasser eingeweicht werden.

Danach kommt es in die Waschmaschine, um die Reste des Zuckersirups auszuwaschen. So verwandelt sich das Körbchen dann wieder zurück in ein ganz normales Häkeldeckchen.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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