Einen Bezug für den Bodenwischer häkeln – so geht’s

Einen Bezug für den Bodenwischer häkeln – so geht’s

Die Bezüge für Bodenwischer lassen sich in zwei Varianten einteilen. Die erste Version sind trockene Bodentücher. Sie ermöglichen, den Staub von Fußböden und anderen größeren Oberflächen zu entfernen, ohne dass dafür ein Eimer mit Putzwasser benötigt wird. Die Tücher laden sich elektrostatisch auf und ziehen dadurch den Staub an. Der große Nachteil der trockenen Bodentücher ist aber, dass es sich üblicherweise um Einwegprodukte handelt, die nach nur einem Einsatz im Mülleimer landen. Das belastet den Geldbeutel und die Umwelt.

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Einen Bezug für den Bodenwischer häkeln - so geht's

Die zweite Variante sind Bezüge aus einem textilen Gewebe. Sie werden befeuchtet und eignen sich, um Fliesen, Parkett, Vinyl, Laminat und andere Bodenbeläge zu säubern. Herkömmliche Bezüge für Bodenwischer können mehrfach verwendet werden. Doch auch sie nutzen sich mit der Zeit ab. Und Ersatz-Bezüge sind oft ganz schön teuer.

Warum also die Bezüge für den Bodenwischer nicht einfach selber machen? Viel mehr als etwas Häkelgarn und eine Häkelnadel braucht es dafür nicht.

Die Anleitung steuern wir bei!:

Einen Bezug für den Bodenwischer häkeln – die Materialien

  • Häkelgarn aus 100 Prozent Baumwolle

  • Häkelnadel in Stärke 3 bis 4

  • Nähnadel mit stumpfer Spitze

  • Schere

  • Maßband

Für einen herkömmlichen Bodenwischer werden ungefähr 80 bis 100 Gramm Häkelgarn benötigt. Wer nur ein recht dünnes Garn zur Hand hat, kann die Fäden auch doppelt nehmen. Dadurch bekommt der Bezug das notwendige Volumen. Ein sehr dickes Garn ist nicht so gut geeignet, wenn der Bezug für feuchtes Wischen gedacht ist. Denn er würde sich nur schwer auswringen lassen.

Ein Garn aus synthetischen Fasern lädt sich bei Reibung noch etwas besser auf als ein Baumwollgarn. Die elektrostatische Aufladung bewirkt, dass Staub angezogen wird. Allerdings können Synthetikgarne oft nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden. Deshalb raten wir zum unempfindlichen und robusten Baumwollgarn.

Einen Bezug für den Bodenwischer häkeln – so geht’s

Der selbst gehäkelte Bezug besteht aus einem Rechteck. Die Mitte des Rechtecks bildet die Putzfläche. Daran schließen sich auf beiden Seiten Laschen an, die den Bezug am Bodenwischer halten. Aber der Reihe nach!

Schritt 1: die benötigten Maße ermitteln

Damit der Bezug später auch auf den Bodenwischer passt, wird dieser zuerst ausgemessen. Maßgeblich dabei ist die Putzfläche, also die Unterseite des Bodenwischers.

Ist die Putzfläche zum Beispiel 40 cm lang und 10 cm breit, ist das die Vorgabe für das Mittelteil des gehäkelten Rechtecks. Eine Maschenprobe ist nicht unbedingt notwendig. Denn das Rechteck wird von der schmalen Seite aus gehäkelt und die Länge kann während der Arbeit jederzeit kontrolliert werden.

Schritt 2: die erste Lasche häkeln

Für den Bezug wird nun eine Kette aus Luftmaschen in der benötigten Breite des Rechtecks angeschlagen. Wer möchte, kann auch zwei, drei Maschen weniger häkeln. Dadurch wird das Rechteck etwas schmaler und sitzt später straffer auf dem Bodenwischer, wenn sich das Gewebe dehnt.

Dann geht es in Reihen aus festen Maschen hin und her. Dazu wird zuerst eine weitere Luftmasche als Wendeluftmasche gearbeitet. Nun die Arbeit umdrehen und in jede Luftmasche der Kette eine feste Masche häkeln.

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Am Ende der Reihe wieder eine Wendeluftmasche arbeiten, die Arbeit wenden und erneut in jede Masche der Vorreihe eine feste Masche häkeln. Auf diese Weise geht es weiter, bis die Häkelarbeit gute 10 cm lang ist. Die erste Lasche ist damit fertig.

Für den Übergang von der Lasche zur Putzfläche wird als nächstes eine Lochreihe gearbeitet. Diese Lochreihe ergibt später die Faltkante. Die Faltkante beginnt nach der Wendeluftmasche mit einer festen Masche. Anschließend folgt eine Luftmasche, mit der die Masche der Vorreihe übersprungen wird.

Dann eine feste Masche in die nächste Masche häkeln und danach wieder eine Luftmasche, die die folgende Masche der Vorreihe überbrückt. Diesen Wechsel aus festen Maschen und Luftmaschen bis zum Ende der Reihe fortsetzen. Die letzte Masche der Reihe muss eine feste Masche sein.

Bei einer geraden Maschenzahl deshalb zum Schluss statt der Luftmasche einfach zwei feste Maschen nebeneinander häkeln.

Schritt 3: die Putzfläche und die zweite Lasche häkeln

Nach der Faltkante geht es wieder wie zuvor mit Reihen aus festen Maschen weiter. Dabei werden so viele Reihen gehäkelt, bis die Putzfläche die benötigte Länge erreicht hat.

Tipp:

Wer etwas geübter im Häkeln ist, kann ein paar Noppen in die Putzfläche einarbeiten. Dadurch bekommt das Gewebe eine andere Struktur und Verschmutzungen lassen sich noch besser beseitigen. Eine ausführliche Anleitung zum Häkeln von Noppen gibt es hier.

Ist die Putzfläche fertig, folgt die zweite Lasche. Auch hier wird zunächst eine Faltkante aus festen Maschen und Luftmaschen am Übergang gehäkelt. Danach folgen Reihen aus festen Maschen, bis die zweite Lasche ebenfalls gute 10 cm lang ist.

Schritt 4: den Bezug umranden und verbinden

Der ganze Bezug wird jetzt einmal rundherum mit einer Reihe aus festen Maschen umhäkelt. Dadurch sehen zum einen die Ränder schöner aus und kleine Unregelmäßigkeiten bei den Randmaschen lassen sich kaschieren. Zum anderen wird es einfacher, die Laschen sauber mit der Putzfläche zu verbinden.

Ist der Bezug mit festen Maschen umrandet, folgt eine Reihe mit Kettmaschen. Dabei die Laschen an der Faltkante umklappen. Im Bereich der Laschen die Häkelnadel immer durch beide Stofflagen stechen, um so die Laschen an der Putzfläche zu fixieren.

Ist die letzte Kettmasche gehäkelt, kann der Faden abgeschnitten und durch die Schlaufe gezogen werden. Nun noch die Fäden vernähen und schon ist der Bezug fertig.

Der DIY-Bezug wird genauso verwendet wie ein gekaufter Bezug. Dazu die Laschen auf beiden Seiten über den Wischer stülpen. Der gehäkelte Bezug kann sowohl trocken als auch feucht genutzt werden.

Und nach dem Wischen lässt er sich problemlos auch bei hohen Temperaturen in der Waschmaschine waschen.

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Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier, mit Ferya Gülcan (Betreiberin dieser Webseite und Redakteurin, sowie Sevil Kur vom Youtubekanal Sevilart, für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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