Häkelschriften erstellen – so geht’s

Häkelschriften erstellen – so geht’s

Handarbeiten sind im Trend und das Häkeln ist ein tolles Hobby, durch das viele herrliche Dinge entstehen können. Ob Schal oder Pulli, Topflappen, Tasche oder Kissenhülle, Teppich oder Kuscheltier – mit Garn und einer Häkelnadel ist fast alles möglich.

Klassische Anleitungen und immer wieder neue Häkelideen
liefern dabei die notwendigen Anregungen.

Nun ist es aber mit den Anleitungen so eine Sache. Manche Häkelanleitungen bestehen fast nur aus Abkürzungen oder sind so geschrieben, dass selbst ein erfahrener Häkelprofi die Arbeitsschritte kaum nachvollziehen kann. Noch komplizierter wird es, wenn die Anleitung in einer anderen Sprache verfasst ist und erst einmal ins Deutsche übersetzt werden muss.

Und überhaupt kommt nicht jeder gut mit Anleitungen in Textform zurecht. Viele Häkler bevorzugen Häkelschriften, weil sie sich dadurch das Muster besser vorstellen und nacharbeiten können. Andersherum werden eigene Entwürfe und Ideen gerne in Form einer Häkelschrift notiert.

Doch spätestens an diesem Punkt stellt sich die Frage,
wie eine Häkelschrift eigentlich erstellt wird:

 

Was ist eine Häkelschrift überhaupt?

Eine Häkelschrift ist eine Grafik, die das Häkelmuster bildlich darstellt. Dabei hat jede Häkelmasche ein eigenes Symbol. Diese Symbole werden in der Häkelschrift in der Reihenfolge notiert, wie sie gehäkelt werden.

Wer eine Anleitung nacharbeitet, weiß so auf einen Blick, welche Masche als nächstes gearbeitet wird und was in den nächsten Reihen oder Runden folgt. Vor allem bei aufwändigeren Mustern oder größeren Flächen wird es dadurch leichter, sich zu orientieren und den Überblick zu behalten.

In vielen Fällen zeigt eine Häkelschrift aber nicht die gesamte Häkelarbeit. Stattdessen wird nur ein Mustersatz abgebildet. Ein solcher Mustersatz heißt auch Rapport. Wenn sich ein Mustersatz beispielsweise über 20 Maschen und 10 Reihen erstreckt, wird nur dieser Ausschnitt als Häkelschrift dargestellt. Besteht die Häkelarbeit aus 60 Maschen, wird der Mustersatz dann dreimal hintereinander gehäkelt.

 

Die Symbole in Häkelschriften

In einer Häkelschrift wird mit verschiedenen Symbolen gearbeitet. Dabei steht jedes Symbol für eine bestimmte Maschenart oder Häkeltechnik. Je nachdem, wer die Häkelschrift verfasst hat, können die Symbole allerdings voneinander abweichen. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, ist deshalb immer eine Legende zu finden, die die verwendeten Symbole erklärt.

In der folgenden Übersicht haben wir die Symbole, die am häufigsten in Häkelschriften auftauchen, zusammengestellt:

[Häkelschrift]

Unterschiede kann es auch dahingehend geben, wie die Häkelschrift gelesen wird. Je nach Anleitung muss das Diagramm nämlich von rechts nach links, von links nach rechts, von unten nach oben oder von oben nach unten gelesen werden. Bei Häkelarbeiten in Runden kann die Leserichtung von innen nach außen oder von außen nach innen sein.

Damit es nachvollziehbar bleibt, werden aber meist die Reihen oder Runden am Rand nummeriert. Außerdem wird oft mit einem Pfeil angezeigt, wo die erste Reihe oder Runde beginnt und in welche Richtung sie weitergeht. Und auch wenn die Häkelschriften am Anfang etwas verwirrend aussehen: Wer die Systematik einmal verstanden hat, wird sich immer leichter damit tun.

 

Häkelschriften erstellen – die Anleitung

Nun kann es natürlich sein, dass eine Häkelanleitung sehr interessant klingt, aber nur in Textform und ohne Häkelschrift daherkommt. Vielleicht ändert der Häkler beim Nacharbeiten einer Anleitung bestimmte Dinge ab und möchte seine Version als Häkelschrift notieren. Oder er hat eine eigene Idee, zu der er eine Anleitung mit Häkelschrift schreiben möchte.

Eine Möglichkeit dafür ist, ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand zu nehmen und die entsprechenden Symbole aufzuschreiben. Damit es übersichtlicher wird, bietet sich dabei ein kariertes Papier an. In diesem Fall kann nämlich jedes Kästchen für eine Masche stehen.

Der Haken an der Sache ist nur, dass die komplette Häkelschrift meist wieder von Neuem gezeichnet werden muss, wenn sich irgendwo ein Fehler einschleicht. Denn Korrekturen innerhalb der Häkelschrift führen oft dazu, dass das Diagramm unübersichtlich wird.

Sehr viel einfacher ist das Erstellen von Häkelschriften am Computer. Denn wenn sich der Häkler hier vertut, muss er nur den Fehler entsprechend berichtigen. Für das Erstellen von Häkelschriften am PC wiederum gibt es verschiedene Programme.

Einige davon können kostenfrei aus dem Internet heruntergeladen werden, andere sind kostenpflichtig. Aber es ist gar nicht notwendig, auf spezielle Software zurückzugreifen. Denn um Häkelschriften zu schreiben, reichen die vorhandenen Programme völlig aus.

Die Vorgehensweise ist so:

  • Zuerst öffnet der Häkler sein Tabellenkalkulationsprogramm. Je nachdem, was auf seinem Computer installiert ist, kann das beispielsweise Excel oder ein Tabellendokument mittels OpenOffice sein.
  • Nun braucht das Arbeitsblatt das richtige Format. Dazu klickt der Häkler in das Feld zwischen A und 1, um das Blatt zu markieren. Wenn er nun in der Menüliste auf den Reiter „Format“ klickt, kann er die Höhe der Zeilen und die Breite der Zellen einstellen. Damit die Häkelschrift später nicht zu klein wird, ist es ratsam, die Zeilenhöhe auf 2 cm und die Zellenbreite auf 1 cm festzulegen.
  • Als nächstes wird die Schriftgröße eingestellt. Hierfür empfiehlt sich eine einfache, serifenlose Schrift wie „Arial“ in der Schriftgröße 16 Punkt.
  • Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und das Schreiben der Häkelschrift kann beginnen. Welche Symbole der Häkler verwendet, kann er natürlich selbst entscheiden. Eine Möglichkeit wäre, ein O für Luftmaschen, ein L für feste Maschen, ein J für halbe Stäbchen, ein T für ganze Stäbchen und ein F für Doppelstäbchen zu verwenden. Aber das ist natürlich nur ein Vorschlag. Denn am Ende kommt es darauf an, dass sich der Häkler in seiner Häkelschrift zurechtfindet. Wenn ihm andere Buchstaben oder Zeichen sinnvoller erscheinen, sollte er diese wählen.
  • Beim Erstellen der Häkelschrift wird nun für jede Masche ein Kästchen verwendet. Kästchen für Kästchen trägt der Häkler also das Zeichen für die Masche ein, die an dieser Stelle gehäkelt wird. Ist eine Reihe fertig, geht es in der nächsten Reihe weiter. Auf diese Weise notiert der Häkler sein Häkelmuster.
  • Ist alles fertig, markiert der Häkler alle Kästchen der Häkelschrift mit der Maus und kopiert das markierte Feld. Das Kopieren funktioniert sowohl mit der rechten Maustaste als auch über den Button „Kopieren“ in der Menüleiste. Kopiert der Häkler auch die erste Tabellenspalte dazu, sind seine Reihen gleich nummeriert.

Jetzt öffnet der Häkler ein Bildbearbeitungsprogramm und fügt dort die kopierte Häkelschrift ein. Anschließend muss er das Ganze nur noch speichern. Fertig!

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Gabi Neidel

Hallo, mein Name ist Gabi und ich bin 1968 geboren. Meine Töchter und ich schreiben hier für euch diverse Anleitungen, Übungen und Tipps zum Thema Häkeln. Häkelarbeiten und Handarbeiten waren schon berufsbedingt mein Steckenpferd, als Inhaberin eines kleinen Handarbeitsladen für Wolle und Co. So hoffe ich von Groß bis Klein, jeden die verschiedensten Häkeltechniken nahe zu bringen.

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