Anleitung Hardanger-Stickerei

Anleitung zur Hardanger-Stickerei 

Die Hardanger-Stickerei gehört in die Gruppe der Durchbruchstickereien und hat orientalischen Ursprung, auch wenn sie ihren Namen dem norwegischen Hardanger Fjord verdankt.

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Die ersten Stickereien dieser Art entstanden im 7. Jahrhundert in Persien und nahmen von dort aus ihren Weg nach Italien. Hier entstanden die sogenannten reticella, was übersetzt etwa kleines Netz bedeutet und Tischdecken und Altartücher meint, die überwiegend von edlen Damen gefertigt wurden.

 

Den Weg nach Norwegen fand die Hardanger-Stickerei durch den regen Handel zwischen Venedig und Bergen ab dem 14. Jahrhundert und fand insbesondere bei den Landfrauen am Hardanger Fjord großen Anklang. Diese entwickelten die Technik kontinuierlich weiter und entwarfen Muster, die jeweils für eine Familie typisch waren.

Auf diese Weise gelang es den Frauen, die einfachen Bauernleinen durch aufwändige Stickereien zu veredeln. In erster Linie wurde die Hardanger-Stickerei verwendet, um Schürzen und Blusen für die Festtagstracht oder eine Brautausstattung zu besticken und in den meisten Fällen wurde weiß auf weiß gestickt. Das charakteristische Merkmal dieser Stickerei sind die graphischen Muster, die durch Plattstichgruppen als Ränder für die Durchbruchmotive und die umwickelten Fadenstege entstehen.

Unsere Anleitung und Tipps: 

Im Grunde ist die Hardanger-Stickerei einfacher, als es zunächst erscheinen mag. Für die Stickereien eignen sich grundsätzlich alle glatten Zählstoffe, bei denen die Fadenzahlen von Kette und Schuss gleich sind, traditionell wird allerdings auf Leinen gestickt.

Für die Stickereien kommen unterschiedliche Zierstiche zum Einsatz, in erster Linie der Plattstich, genauso aber auch beispielsweise der Kreuzstich, der Zopfstich oder der Festonstich. Die Umrandungen des Motivs werden mit dem Plattstich befestigt, die befestigten Gewebefäden im Inneren des Motivs ausgeschnitten und die Fäden anschließend einzeln herausgezogen.

Die Fadengruppen, die aus jeweils vier Gewebefäden bestehen, werden umwickelt, wodurch sich feste, dicht umstickte Stege ergeben.

Die Vielzahl der unterschiedlichen Muster ergibt sich durch Variationen der Stege, unterschiedliche Füllungen der Durchbrüche und durch die Kombination der Durchbruchflächen mit verschiedenen Zierstichen. Als Garn kommt in aller Regel Perlgarn zum Einsatz, dessen Stärke zum Gewebe passt.

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Beispiele von Hardanger-Stickereien im Video:

Um den Durchbrucheffekt zu verstärken, kann für die Stege und Füllungen jedoch auch dünneres Garn verwendet werden als für die Ränder und die Zierstiche. Zudem kann die meist Ton-in-Ton gearbeitete Stickerei optisch verändert werden. Um die Ränder plastischer wirken zu lassen, wird helleres Garn verwendet und dunkleres Garn für die Stege bewirkt, dass die Löcher größer wirken.  

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