Grundanleitung – Häkeln mit festen Maschen

Grundanleitung für Anfänger: Häkeln mit festen Maschen 

Während das Häkeln früher ein fester Bestandteil im Handarbeitsunterricht war und es kaum eine Hausfrau gab, die nicht auch häkeln konnte, ist das Häkeln im Laufe der Zeit dann, ähnlich wie das Stricken und das Nähen, etwas in Vergessenheit geraten.

Dies lag vermutlich auch daran, dass es in den Geschäften Kleidung, Accessoires und Wohntextilien in großer Auswahl und zu erschwinglichen Preisen gab, so dass es letztlich nicht mehr notwendig war, diese Dinge selbst herzustellen oder Beschädigtes zu reparieren. In den letzten Jahren erleben Handarbeiten aber wieder ein echtes Comeback.

 

Anders als früher ist das Häkeln heute aber keine leidige Pflichtübung mehr, sondern ein kreatives und entspannendes Hobby. Insgesamt ist es nicht allzu schwer, das Häkeln zu lernen. Im Grunde basiert die Technik nämlich auf einigen wenigen Maschenarten, die dann zu unterschiedlichen Häkelmustern miteinander kombiniert werden können. Für den Anfang ist es dabei sinnvoll, mit festen Maschen zu arbeiten und sein Repertoire nach und nach um weitere Maschenarten und Muster zu erweitern.

Wie das Häkeln mit festen Maschen funktioniert und welche Utensilien dafür benötigt werden, erklärt die folgende Basisanleitung für Anfänger: 

Diese Utensilien werden benötigt

Die beiden wichtigsten Utensilien für das Häkeln sind zum einen Häkelgarn und zum anderen eine Häkelnadel. Häkelgarn gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten, aus unterschiedlichen Materialien, in verschiedenen Stärken und in unzähligen Farben. Für die ersten Versuche reicht aber einfaches Häkelgarn völlig aus, wobei dieses teilweise auch unter der Bezeichnung Schulgarn angeboten wird.

Passend zum Häkelgarn kommt eine Häkelnadel zum Einsatz. Die Größe der Häkelnadel ist auf der Banderole des Häkelgarns angegeben, bei Schulgarn handelt es sich in aller Regel um eine Häkelnadel in Stärke 3 oder 3,5. Als weitere Arbeitswerkzeuge werden dann noch eine Wollnadel zum Vernähen der Fäden sowie eine Schere benötigt.  

So werden die Maschen gehäkelt

Auch wenn die Häkelarbeit eigentlich aus festen Maschen besteht, werden zuerst Luftmaschen angeschlagen. Luftmaschen bilden die Basis für nahezu alle Häkelarbeiten und werden entweder als Luftmaschenkette angefertigt oder zum Ring geschlossen. Um eine Luftmasche zu erstellen, wird das Häkelgarn zu einer Schlaufe geformt. Nun wird das Garn, das zum Knäuel führt, mithilfe der Häkelnadel aufgenommen und von hinten nach vorne durch die eben gebildete Schlaufe gezogen.

Dadurch entsteht die erste Luftmasche und alle weiteren Luftmaschen werden genauso gearbeitet. Das Garn wird also immer mithilfe der Häkelnadel durch die zuletzt entstandene Schlaufe gezogen. Für eine rechteckige Häkelarbeit werden nun so viele Luftmaschen erstellt, bis die Länge der Luftmaschenkette der gewünschten Breite der Häkelarbeit entspricht. Für eine runde Häkelarbeit werden die Luftmaschen zu einem Ring geschlossen.

Dabei werden ganz normal Luftmaschen angeschlagen und zu einem Kreis geschlossen, indem die Häkelnadel wieder durch die erste Luftmasche gezogen wird. Sind die Luftmaschen angeschlagen, beginnt das Häkeln mit festen Maschen. Um eine feste Masche zu häkeln, wird die Häkelnadel in eine der vorhandenen Luftmaschen eingestochen. Dadurch befinden sich nun zwei Schlingen auf der Häkelnadel, nämlich einmal die Arbeitsschlinge und einmal die eben aufgenommene Schlinge.

Nun wird das Garn mithilfe der Häkelnadel durch beide Schlingen gezogen. Danach ist wieder nur noch eine Schlinge auf der Häkelnadel vorhanden und die erste feste Masche ist fertig. So werden nun auch alle weiteren Maschen gearbeitet. Für jede feste Masche wird also in eine vorhandene Masche eingestochen und das Garn dann durch beide Schlingen auf der Häkelnadel gezogen.  

So werden Maschen zu- und abgenommen

Soll die Häkelarbeit breiter werden, werden Maschen zugenommen. Dafür wird eine Masche mehrere Male gehäkelt. Soll beispielsweise eine neue Masche hinzugenommen werden, wird die Masche zunächst als ganz normale feste Masche gearbeitet. Anschließend wird ein zweites Mal in die gleiche Masche eingestochen und eine zweite feste Masche hineingehäkelt. Dadurch sind aus der einen Masche dann zwei Maschen geworden.

Um die Häkelarbeit schmäler zu machen, werden Maschen abgenommen. Dies erfolgt, indem mehrere Maschen gleichzeitig gehäkelt werden. Um beispielsweise eine Masche abzunehmen, wird die Häkelnadel in die nächste und in die übernächste Masche eingestochen.

Die drei Schlingen, die sich nun auf der Häkelnadel befinden, werden gleichzeitig als eine feste Masche gehäkelt, indem das Garn durch alle drei Maschen gezogen wird. 

So wird die Farbe gewechselt

Um etwas mehr Abwechslung in die Häkelarbeit zu bringen, kann auch mit mehreren Farben gearbeitet werden. Dafür werden dann einige Reihen in einer und einige Reihen in einer anderen Farbe gearbeitet. Sinnvoll dabei ist aber, immer eine gerade Anzahl an Reihen in einer Farbe zu häkeln, denn dadurch ist der Farbwechsel immer auf der gleichen Seite. Für den Farbwechsel wird die letzte Masche der Reihe, die mit der ersten Farbe gehäkelt wird, ganz normal wie eine feste Masche begonnen.

Die Häkelnadel wird also in die letzte Masche eingestochen und auf der Häkelnadel befinden sich zwei Schlingen. Durch diese Schlingen wird aber nun nicht das bisherige Garn, sondern schon das Garn in der zweiten Farbe gezogen. Dann wird die Häkelarbeit gewendet und die Maschen werden in der zweiten Farbe gehäkelt. Das Garn in der ersten Farbe kann dabei einfach hängen bleiben und später dann wieder aufgenommen werden.

Ist die Häkelarbeit fertig, wird der Rand umhäkelt, damit eine saubere und ordentliche Kante entsteht. Auch dabei wird mit festen Maschen gearbeitet und begonnen wird dort, wo die letzte feste Masche gehäkelt wurde. Zum Schluss wird das Garn dann nur noch abgeschnitten und vernäht.

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